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Gesundheitslexikon: Tryptophan

Tryptophan – Vorstufe von Vitamin B3 und Serotonin

Tryptophan ist eine essentielle Aminosäure und die Vorstufe des Vitamins B3 und des Botenstoffes Serotonin. Der menschliche Organismus kann es nicht selbst herstellen, weshalb Tryptophan mit der Nahrung zugeführt werden muss. Tryptophan wird vom Körper zu Serotonin umgewandelt, welches eine wichtige Rolle als Neurotransmitter einnimmt. Chemisch gesehen handelt es sich bei Tryptophan um ein aromatisches, ringförmiges Molekül.

Bedarf

Der Tagesbedarf an Tryptophan schwankt von Mensch zu Mensch. Die allgemeine Empfehlung liegt bei etwa 2,5 bis 5 mg pro Tag. So haben beispielsweise Sportler einen höheren Tagesbedarf als Nichtsportler. Eine hohe Zufuhr an Vitamin B6 kann dazu führen, dass weniger Tryptophan vom Organismus verwertet werden kann.

Symptome eines Tryptophanmangels

Tryptophan steuert viele Vorgänge im Körper, die den Hormonhaushalt betreffen. Ein Mangel macht sich unter anderem durch allgemeines Unwohlsein, depressive Verstimmungen, Depressionen, Stimmungsschwankungen und weitere psychische Symptome bemerkbar. In einigen Fällen kommt es durch den Mangel auch zu Auffälligkeiten, die die Haut betreffen. Darüber hinaus gilt Tryptophan als schmerzstillend, weshalb sich ein Mangel auf das Schmerzempfinden auswirken kann.

Tryptophanhaltige Lebensmittel

Da es sich bei Tryptophan um eine Aminosäure handelt, ist dieses vor allem in eiweißreichen Lebensmitteln enthalten. Den täglichen Bedarf können Sie besonders gut über Nüsse, Samen, Bohnen, Keime, Sojaprodukte oder Erbsen decken. Die Erhitzung der Nahrungsmittel stellt in diesem Fall kein nennenswertes Problem dar, da Tryptophan weitgehend hitzestabil ist.

Anwendungsgebiete

Tryptophan wird häufig bei Schlafstörungen empfohlen, da es das Einschlafen fördern kann. Zudem gilt die Aminosäure als stimmungsaufhellend, ohne dabei Nebenwirkungen hervorzurufen. Daher kann Tryptophan Menschen helfen, die zu depressiven Verstimmungen neigen. Frauen, die aufgrund der Antibabypille depressiv werden, können von der Wirkung des Tryptophans ebenfalls profitieren. Weitere Einsatzgebiete von Tryptophanpräparaten sind übermäßiger Appetit oder Angststörungen. Sportler können Tryptophan zur Möglichkeit der Leistungssteigerung einnehmen, wenn dies gewünscht ist.

Tryptophanhaltige Präparate

Wer seinen täglichen Bedarf der essentiellen Aminosäure Tryptophan nicht allein über die Ernährung decken kann oder einen erhöhten Bedarf aufweist, hat die Möglichkeit, ein Nahrungsergänzungsmittel einzunehmen. L-Tryptophan ist in der Apotheke rezeptfrei erhältlich. Präparate, die 5-Hydroxy-Tryptophan enthalten, müssen dagegen von einem Arzt verschrieben werden. Sie stellen eine Option bei schwerwiegenderen Depressionen und Schlafstörungen sowie bei Störungen des zentralen Nervensystems dar. Sie sind günstiger als herkömmliche Antidepressiva und weisen nicht die typischen Nebenwirkungen auf.

Menschen, die an Leber- oder Nierenerkrankungen leiden, müssen darauf achten, dass es nicht zu einer übermäßigen Zufuhr an Tryptophan kommt. Patienten, die Psychopharmaka oder Antiepileptika einnehmen, sollten mögliche Wechselwirkungen im Vorhinein mit ihrem Arzt besprechen.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel enthält nur allgemeine Informationen und Hinweise über Arzneimittel, hat jedoch keinen Anspruch auf Vollständigkeit und ersetzt daher nicht die Beratung durch einen Arzt oder Apotheker. Da die Medizin sich ständig weiterentwickelt, sollten Sie immer die aktuelle Gebrauchsinformation zu Ihrem Arzneimittel sorgfältig durchlesen und Ihren Arzt oder Apotheker zurate ziehen. Die Einnahme von Vitaminpräparaten und Nahrungsergänzungsmitteln ist nicht immer sinnvoll und kann Ihnen bei falscher Dosierung oder Kombination sogar schaden. Lassen Sie sich daher von einem Arzt oder Apotheker beraten. Schwangere sollten mit ihrem Frauenarzt sprechen. Vitaminpräparate und Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine gesunde Ernährung oder Lebensweise.

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