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Gesundheitslexikon: Tripper (Gonorrhö, Gonorrhoe)

Tripper: Ursachen, Symptome und Behandlung von Gonorrhoe

Ausgelöst wird Gonorrhoe vom Bakterium Neisseria gonorrhoeae (Gonokokken). Durch Schmierinfektion wird der Erreger ausschließlich von Mensch zu Mensch weitergegeben. Die Bakterien befallen die Schleimhäute der Geschlechtsorgane und der Harnwege sowie in manchen Fällen auch die Augenbindehaut, den Rachen oder den Enddarm.

Die sexuell übertragbare Krankheit ist in der ganzen Welt weit verbreitet. Mehr als 60 Millionen Menschen infizieren sich pro Jahr mit Gonokokken, die Tendenz ist steigend. In Deutschland geht das Robert-Koch-Institut (RKI) von 10.000 bis 30.000 Infektionen pro Jahr aus. Genaue Zahlen sind nicht bekannt, da die Meldepflicht 2001 aufgehoben wurden.

Ursachen


Tripper wird in den allermeisten Fällen durch ungeschützten Geschlechtsverkehr mit einer erkrankten Person übertragen. Besonders betroffen sind junge Erwachsene mit einer hohen Anzahl an Sexualpartnern. Das Risiko der Ansteckung ist dabei bei jungen Frauen, wahrscheinlich aufgrund des Hormonhaushaltes, deutlich höher. Während die Gefahr der Ansteckung bei einem Sexualkontakt mit einer infizierten Person für Mädchen bei 60 bis 90 Prozent liegt, müssen Männer nur etwa in einem Drittel der Fälle mit einer Infektion rechnen.

Symptome

Innerhalb weniger Tage nach Infektion können Symptome auftreten, müssen aber nicht. Viele Frauen vermerken in der Frühphase der Erkrankung meist nur einen leichten Ausfluss, der gar nicht mit einer Erkrankung in Verbindung gebracht wird. Später kann sich der Tripper auf den Gebärmutterhals und die Harnröhre ausbreiten, wo Schmerzen beim Wasserlassen beobachtet werden. Komplikationen wie Entzündungen der Eileiter, der Eierstöcke, der Gebärmutter oder des Bauchfelles sowie Unfruchtbarkeit können auftreten.

Bei Männern wird im Zuge der Tripper-Erkrankung oft eine akute Harnröhrenentzündung festgestellt. Die Schwellung an der Harnröhrenöffnung wird von eitrigem Ausfluss begleitet. Zudem treten große Schmerzen beim Wasserlassen auf. Bei einer Ausbreitung der Infektion kann es zu Unterbauch- und/oder Hodenschmerzen kommen. Bei Nichtbehandlung droht eine Prostata- oder Nebenhodenentzündung oder gar Unfruchtbarkeit.

Je nach Sexualpraktik und Übertragungsweg können auch Mund und Rachen oder der Enddarm von Tripper betroffen sein. Leichte Halsschmerzen sowie Schmerzen und Brennen beim Stuhlgang zählen zu den häufigsten Symptomen. Reibt sich der Erkrankte mit verunreinigten Händen die Augen, so kann es zu einer Bindehautentzündung kommen. Die Gefahr einer Infektion der Augenbindehaut besteht auch bei Neugeborenen, wenn sie sich während des Geburtsvorganges bei der Mutter anstecken. Wird diese nicht behandelt, so droht die Erblindung.

Diagnose

Aufgrund der Beschwerden untersucht der Arzt die betroffenen Körperstellen und nimmt Proben der infektiösen Flüssigkeit. Oft sind die Gonokokken gleich unter dem Mikroskop sichtbar. Zusätzlich wird die Probe ins Labor geschickt.

Behandlung

Behandelt wird Gonorrhö mit Antibiotika in Form von Tabletten oder mittels Spritze. Ist es bereits zu Komplikationen wie einer Gebärmutter- oder Prostataentzündung gekommen, so kann das Antibiotikum auch intravenös verabreicht werden. Frühzeitig behandelt, heilt Tripper folgenlos aus. Um einen Ping-Pong-Effekt zu vermeiden, sollten auch die möglichen Sexualpartner untersucht und gegebenenfalls behandelt werden.

Vorbeugung

Kondome beim Geschlechtsverkehr können eine Ansteckung mit Tripper verhindern, es ist allerdings kein vollständiger Schutz gegeben.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

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