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Gesundheitslexikon: Trigger

Reizauslöser für Körperprozesse: Trigger

Eine wörtliche Übersetzung des englischen Worts ‚trigger‘ lautet ‚auslösender Impuls‘. In diesem Zusammenhang wird das Wort auch in der Medizin und der Psychologie für Reize verwendet, die einen bestimmten Körperprozess oder psychischen Vorgang nach sich ziehen.

Physiologische und pathologische Trigger

Das Wort Trigger stammt ursprünglich aus dem technischen Bereich. Mit dem Ausdruck wurde in der Technik der Softwareentwicklung zum Beispiel jedes Ereignis bezeichnet, das eine Reaktion hervorrufen soll. Sowohl in der Physiologie als auch in der Pathologie und Psychiatrie ist ein Trigger analog zu dieser ursprünglichen Bedeutung ein Schlüsselreiz, der einen bestimmten physischen oder psychischen Vorgang auslöst. In der Pathologie werden mit dem Ausdruck vor allem schädliche Reize bezeichnet, die einen krankhaften Körperprozess auslösen können. Dabei handelt es sich in der Regel um chemische Reize. Auch physikalische und biologische Reize kommen weitestgehend als pathologische Schlüsselreize infrage. In der Physiologie steht der Trigger dagegen mit natürlichen Körperprozessen in Zusammenhang. Jeder einzelne Körperprozess im unserem Organismus hat einen Reiz zur Basis, der den Vorgang erst auslöst. Diese Reize sind die physiologischen Trigger.

Psychologische Schlüsselreize

Die Psychologie spricht ebenfalls bei Schlüsselreizen von Triggern. Diese Schlüsselreize setzen eine bestimmte psychische Reaktion in Gang. Meist handelt es sich bei diesen Reaktionen um angeborene Reaktionen auf bestimmte Reize hin, so zum Beispiel Reaktionen wie Flucht. Psychologische Schlüsselreize können aber auch durch Prägung in bestimmten Lebensphasen ausgebildet werden. Im engeren Sinn meint die Psychologie mit dem Ausdruck Trigger verschiedene Sinneseindrücke, die den Patienten eine Erinnerung an vergangene Erfahrungen plötzlich und mit Wucht durchleben lassen. Das abermalige Durchleben der Erfahrung wird als ‚Flashback‘ bezeichnet. Dabei reagiert der Patient meist so, als befände er sich tatsächlich in der erinnerten Situation. Bekannt ist dieses Phänomen zum Beispiel von Patienten mit posttraumatischer Belastungsstörung. So kann einen Kriegsveteranen der Laut eines Silvesterknallers als Trigger zurück in die Kriegssituation befördern.

Anästhesiologische Trigger

Auch im Bereich der Anästhesiologie ist zuweilen von Triggern die Rede. In diesem Bereich bezieht sich der Begriff auf die Kommunikation von Patient und Beatmungsgeräten. Die kontrollierte Beatmung beantwortet die Atmungsbemühung eines Patienten mit maschinellen Beatmungshüben. Die assistierte Spontanatmung reagiert auf dieselben Bemühungen mit einem sogenannten ‚Inspirationsflow‘. Der Trigger anästhesiologische Trigger entspricht also den Atmungsbemühungen des Patienten und löst einen maschinellen Beatmungsschub aus. Die Beatmungsgeräte erkennen den Trigger aufgrund der bei Atmungsbemühungen entstehenden Unterdruckzustände und reagieren auf diesen Unterdruck mit der Bereitstellung von Atmungsgas, das direkt in die Lungen gegeben wird.

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