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Gesundheitslexikon: Tremor

Tremor: Ursachen, Symptome und Behandlung

Tremor ist die medizinische Bezeichnung für Zittern (lateinisch: tremere, zittern). Dabei spannen sich Muskelgruppen, die für entgegengesetzte Aktionen zuständig sind, unbeabsichtigt und rhythmisch immer wieder an. Abzugrenzen ist ein physiologisches, kaum sichtbares Zittern von dem stärker auffallenden Tremor, der im Zusammenhang mit verschiedenen Erkrankungen auftritt. Tremore lassen sich klassifizieren entsprechend ihrer Stärke, der Ursache und der Frequenz. Der Ruhetremor setzt ein, wenn der betroffene Körperteil entspannt ist. Der Aktionstremor tritt im Zusammenhang mit einer Muskelaktion auf. Hände, Arme, Beine, Kopf oder Rumpf können von solchen rhythmischen Bewegungen erfasst werden. Zittern während einer willentlich gesteuerten Bewegung wird als Bewegungstremor bezeichnet. Tremor während einer zielgerichteten Aktion nennt man Intentionstremor.

Ursachen

Am häufigsten tritt ein physiologischer Tremor auf, der durch verschiedene Stoffwechselstörungen (Schilddrüsenüberfunktion, Kalzium- oder Vitamin-B12-Mangel, Unterzuckerung) verursacht werden kann. Erschöpfungszustände, Stress und bestimmte Medikamente können ebenfalls ein Zittern hervorrufen. Beim essentiellen Tremor ist eine familiäre Häufung auffällig und dass außer dem Zittern keine weiteren Störungen feststellbar sind. Nach den bisherigen Erkenntnissen scheinen Störungen im Kleinhirn und dessen Zusammenspiel mit dem Hirnstamm sowie dem Mittelhirn eine Schlüsselrolle für das Auslösen eines Tremors zu spielen. Beim Parkinson-Tremor verringert sich im Gegensatz zum essentiellen Tremor das Zittern, wenn der Patient eine Bewegung ausführt. Bei der Parkinson Erkrankung gehen Nervenzellen im Mittelhirn, in der Substantia nigra (schwarze Substanz), zugrunde und tragen auf diese Weise zu den Bewegungsstörungen bei.

Symptome

Die Symptome unterscheiden sich nach Art des Tremors. Der physiologische Tremor wird von hochfrequenten Zitterbewegungen begleitet. Äußere Reize wie Kälte oder Genuss größerer Mengen von Kaffee können ihn auslösen. Er verschwindet, sobald die Ursache behoben wird. Typische Merkmale der Zitterbewegungen bei Parkinson-Patienten sind das Auftreten als Ruhe- oder Haltetremor, selten als Aktionstremor. Betroffen sind hauptsächlich Hände und Füße. Dagegen tritt der essentielle Tremor als Bewegungs- oder Haltetremor in Erscheinung. In mehr als 90 Prozent der Fälle verspüren Betroffene das Zittern in den Händen und Armen. Stress verschlimmert dabei die Lage. Bestimmte Antidepressiva oder Kortikosteroide können ebenfalls einen Bewegungstremor auslösen.

Diagnose

Wichtige Hinweise auf die möglichen Ursachen erhält der Arzt, wenn er analysiert, ob das Zittern einem Ruhe-, Halte- oder Bewegungstremor zugeordnet werden muss. Deshalb wird der Patient aufgefordert, verschiedene Tätigkeiten auszuführen. Schreibproben geben zusätzliche Hinweise, ob es sich um Parkinson- oder einen essentiellen Tremor handelt. Mit der Beurteilung der Bewegungsfrequenz kann der Hintergrund weiter eingegrenzt werden. Liegt die Vermutung eines physiologischen Tremors nahe, können durch Laboruntersuchungen vorliegende Stoffwechselstörungen aufgedeckt werden. Weiterführende apparative neurophysiologische Methoden können zusätzlich zur Aufklärung beitragen.

Behandlung

Wird der Tremor durch eine Stoffwechselerkrankung verursacht, muss diese behandelt werden. Andere Betroffene trainieren während einer Verhaltenstherapie Kompensationsstrategien, die helfen, das Zittern beim Essen, Schreiben und anderen Tätigkeiten einzudämmen. Je nach Ausmaß des Zitterns kann der Arzt zu einer medikamentösen Therapie raten. Betablocker und Antikonvulsiva (krampflösende Mittel) kommen zum Einsatz. Einige Wirkstoffe werden jedoch wegen der auftretenden Nebenwirkungen von den Patienten nicht vertragen. Ein neurochirurgischer Eingriff, bei dem Hirnareale durch das Einsetzen einer Elektrode stimuliert werden, kommt bei schweren Fällen in Betracht.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

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