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Gesundheitslexikon: Tramadol

Tramadol: Schmerzmittel mit Suchtgefahr

Bei Tramadol handelt es sich um ein schmerzlinderndes Medikament aus der Gruppe der Opioide. Es wird zur Behandlung bei mäßigen bis starken Schmerzen eingesetzt. Der im Arzneimittel enthaltene aktive Wirkstoff Tramadolhydrochlorid lindert die Beschwerden, indem es sowohl auf das Rückenmark als auch Gehirn wirkt. Schmerzentstehung sowie -wahrnehmung werden durch die Einnahme gehemmt. Tramadol lindert folglich nur die Schmerzen als Symptom, ohne dass die Krankheitsursache behoben wird.

Wirkung

Bei dem Opioid Tramadol handelt es sich um ein zentral wirksames Arzneimittel, welches das körpereigene, schmerzstillende System anregt. Es ähnelt in seiner Wirkung dem artverwandten Morphin, wobei es nur etwa zu einem Zehntel dessen schmerzstillendem Effekt entspricht. Einerseits wird durch die Einnahme die Weiterleitung von Schmerzreizen an das Gehirn verhindert. Es setzt sich hierfür an den Opioid-Rezeptoren fest, was zu der eingeschränkten Schmerzüberleitung führt. Im Grunde wird dem Gehirn eine Schmerzstillung suggeriert. Andererseits hat Tramadol einen positiven Effekt auf die Schmerzempfindung, sodass der Schmerz als geringer empfunden wird. Weiterhin wirkt das Schmerzmittel auf die Neurotransmitter Noradrenalin und Serotonin: Die Aufnahme von Noradrenalin in das Neuron wird gehemmt und die Freisetzung von Serotonin verstärkt. Auf diese Weise werden weitere positive Wirkmechanismen aktiviert, die für den Erfolg der Schmerztherapie von großem Vorteil sind. Neben der schmerzstillenden besitzt Tramadol daher auch eine antidepressive und anxiolytische (angstlösende) sowie sedierende Wirkung.

Anwendungsgebiete

Als vollsynthetischer Arzneistoff wird Tramadol als Analgetikum bei Menschen angewendet, die unter mäßig starken bis starken Schmerzen leiden. Das Mittel fällt als opioidhaltiges Schmerzmittel unter die Verschreibungspflicht. Es muss daher von einem Arzt verordnet werden und darf nur nach dessen Anleitung eingenommen werden.

Das müssen Sie beachten

Der Gebrauch von Tramadol sollte grundsätzlich nur kurzzeitig erfolgen. Ist eine Dauermedikation bei einem chronischen Schmerzsyndrom vonnöten, kann das Medikament sowohl eine körperliche als auch psychische Abhängigkeit herbeiführen. Nach erfolgter Behandlung kann das Absetzen Entzugssymptome auslösen. Da das Arzneimittel bei einer regelmäßigen Einnahme ein hohes Gewöhnungs- bzw. Abhängigkeitspotenzial aufweist, sollte stets so wenig wie möglich hiervon eingenommen werden. Eignen sich zu Beginn der Behandlung schnell wirksame Tramadol-Tabletten, empfiehlt sich für eine Langzeitbehandlung die Gabe eines Retardpräparates mit verzögerter Freigabe des schmerzstillenden Wirkstoffs. Wirkstoffhochstände werden hierdurch vermieden, wodurch einer möglichen Abhängigkeit entgegengewirkt werden kann.

Bei einer Überdosierung sollte schnellstmöglich ein Arzt aufgesucht werden, da es zu Bewusstseinstrübungen, bis hin zu starken Krämpfen kommen kann. Weiterhin können trotz eines vorschriftsmäßigen Gebrauchs während einer Schmerztherapie mit Tramadol sowohl die Verkehrstüchtigkeit als auch das Bedienen von Maschinen eingeschränkt möglich sein. Aufgrund des verminderten Reaktionsvermögens sollten daher weder Fahrzeuge geführt noch schwere Maschinen bedient werden.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel enthält nur allgemeine Informationen und Hinweise über Arzneimittel, hat jedoch keinen Anspruch auf Vollständigkeit und ersetzt daher nicht die Beratung durch einen Arzt oder Apotheker. Da die Medizin sich ständig weiterentwickelt, sollten Sie immer die aktuelle Gebrauchsinformation zu Ihrem Arzneimittel sorgfältig durchlesen und Ihren Arzt oder Apotheker zurate ziehen.

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