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Gesundheitslexikon: Tragus

Der Tragus – Ohrenknorpel und Richtungsweiser

In der medizinischen Terminologie wird die Knorpelmasse am Ohr als Tragus bezeichnet. Es handelt sich hierbei um den Knorpelansatz der äußeren Ohrmuschel, der nach unten hin das Ohrläppchen trägt.

Das Ohr als Sinnesorgan

Es gilt als Wunderwerk der Natur, was der Komplexität von Aufbau und Aufgaben zu Grunde liegt. Das Ohr ist für Mensch und Tier ein wichtiges Instrument, um Geräusche wahrzunehmen. Es besteht aus drei Teilbereichen: Außenohr, Mittelohr und Innenohr. Das Außenohr beherbergt in der Hörmuschel den Tragus. Weiter ins Innere unseres Hörorgans führt der Gehörgang, der mit dem Trommelfell abschließt. Zu den Funktionen des äußeren Ohrs gehört beispielsweise die Filterung von Schall. Die schneckenartigen Strukturen der Muschel mit allen Erhebungen und Kurven ist keineswegs willkürlich geschaffen. Bereits diese individuelle Form dient als Schwingsystem der Akustik. Sie unterscheidet die Richtung, aus der Schall auf sie einströmt und leitet diesen weiter.

Funktion des Tragus

Das äußere, mit Haut bedeckte Knorpelteil fügt sich als Ganzes in die Ohrenstruktur. Er entwächst aus dem Periost des Schädels und bleibt fest damit verwachsen. Das Aussehen der gesamten Ohrmuschel richtet sich nach der Anatomie des Tragus. Seine Entwicklung bestimmt die übrige Darstellung des Gehörorgans. Er wird umgangssprachlich auch Ohrdeckel genannt und kann im Einzelfall auch fehlgebildet werden. Eine spektakuläre Aufgabe liegt in der Tonweiterleitung. Durch den festen Knorpel werden Schwingungen zum Trommelfell transportiert.

Mögliche Erkrankungen der äußeren Ohrmuschel

Als bekannte Krankheit des Außenohrs gilt die Otitis externa. Diese Entzündung ist oft schmerzhaft und wird durch Viren, Bakterien oder Pilze ausgelöst. Insbesondere die Bakterien Pseudomonas aeruginosa und Staphylococcus aureus sind Auslöser. Die Beschwerden können sich bis zum Trommelfell ausweiten und äußern sich in Form von Juckreiz, Schmerzen, Schwellungen, Hörminderung oder gar Ausfluss. Auch Traumata können diese Entzündungszeichen hervorrufen. Sehr beliebt ist ein Piercing durch den Tragus. Eine Komplikation bei der Durchführung kann eine Ohrmuschelperichrondritis, eine Entzündung der Ohrmuschel, verursachen. Ein weiteres Trauma kann durch einen Insektenstich in den Tragus entstehen. Schwellungen und Hämatombildungen können die Hörfähigkeit temporär stark einschränken.

Das Gehör – ein empfindliches Organ

Auch Fehlbildungen sind von Geburt an möglich und zeigen sich zum Beispiel als Ohranhängsel. Für viele gilt es als Manko der Attraktivität. In seltenen Fällen sind Ohrzysten und Ohrfisteln denkbar. Das Ohr ist ein komplexes Kunstwerk und übernimmt nach innen hin wesentliche Funktionen. Bereits äußerliche Verletzungen um den Tragus können erhebliche Probleme auslösen. Auch äußerliche Entzündungen und Co sollten daher schnell behandelt werden, um weitergehende Einschränkungen zu vermeiden.

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