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Gesundheitslexikon: Tollwut

Tollwut erkennen und rechtzeitig behandeln

Tollwut wird durch das gleichnamige Virus (auch Rabiesvirus oder Lyssavirus genannt) ausgelöst. Die Verbreitung erfolgt durch Bisse oder Kontakt mit infiziertem Speichel. In manchen Ländern der Erde ist Tollwut weit verbreitet. Besonders gefährdet sind Gebiete wie Südostasien, China, Indien und Afrika. Wild- und Haustiere (vor allem Hunde) sind infiziert und können auch den Menschen anstecken. Dank groß angelegter Impfmaßnahmen sind tollwütige Hunde in Deutschland die Ausnahme, auch die Gefahr von einer Ansteckung durch Wildtiere wie dem Rotfuchs ist gering. Bei der Fledermaus, dem eigentlichen Wirt des Erregers, ist die Tollwut aber weit verbreitet.

Ursachen

Das Tollwut-Virus wird von Tieren auf den Menschen übertragen (Zoonose). Dabei gibt es verschiedene Virentypen, die sich von Wirtstier zu Wirtstier unterscheiden. In der Regel infizieren Fledermäuse andere Tiere, meist Füchse oder Hunde. Die Ansteckung des Menschen geschieht durch Kontakt mit dem Speichel eines infizierten Tieres, oftmals infolge eines Bisses. Gelangt das Virus in eine offene Wunde oder kommt in Kontakt mit Schleimhäuten, kann sich dieses übertragen. Erst vermehren sich die Viren im Bindegewebe und in den Muskelzellen an der Eintrittspforte, später wandern sie weiter in die Nervenzellen und schließlich ins Gehirn. Von dort aus verbreiten sich die Tollwut-Viren über das Nervensystem bis in Herz, Nieren, Haut und Speicheldrüsen.

Symptome

Bei einer Tollwut-Infektion beträgt die Inkubationszeit zwischen 30 und 90 Tage. Erste Anzeichen auf eine Erkrankung sind Fieber, Husten, Übelkeit, Muskel- und Kopfschmerzen sowie Brennen und Schmerzen an der Bissstelle. Schon nach wenigen Tagen entzündet sich das Gehirn, was sich durch Verwirrtheit, Ängstlichkeit, Überaktivität oder Schlaflosigkeit bemerkbar macht. Typisch sind zudem vermehrter Speichelfluss, Muskelkrämpfe oder Schwitzen. Dieses Stadium wird auch als 'rasende Wut' bezeichnet. Rund ein Drittel aller Erkrankten leidet hingegen an der 'stillen Tollwut', die von Lähmungserscheinungen gekennzeichnet ist.

Eine Tollwut-Erkrankung endet immer tödlich. Die Patienten fallen ins Koma und versterben schließlich innerhalb von nur rund zwei Wochen nach Ausbruch an Herz- und Lungenversagen.

Diagnose

Tollwut kann erst bei Ausbruch der Krankheit im Speichel, der Hornhaut oder in Haarfollikeln nachgewiesen werden. Falls möglich, sollte das für den Biss verantwortliche Tier eingefangen und beobachtet werden.

Behandlung

Die Krankheit führt innerhalb weniger Tage nach Ausbruch zum Tod, es sind keine heilenden Behandlungsmethoden bekannt. Personen, die von einem Tier gebissen wurden, sollten möglichst zeitnah den Arzt aufsuchen. Einer gründlichen Reinigung der Wunde folgen eine aktive und eine passive Impfung, die den Ausbruch der Krankheit meist verhindern. Die Behandlung muss aber unbedingt bis zum siebten Tag nach der Infektion begonnen werden.

Vorbeugung

Es gibt die Möglichkeit einer vorbeugenden Tollwutimpfung, die das Risiko einer Erkrankung dezimiert. Insbesondere bei häufigem Kontakt mit frei lebenden Tieren sowie bei Individualreisen in besonders gefährdete Gebiete ist eine Tollwutimpfung in Betracht zu ziehen. Im Alltag sollte der Kontakt mit fremden Tieren gemieden werden, vor allem wenn diese besonders zutraulich sind oder ein seltsames Verhalten zeigen.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

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