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Gesundheitslexikon: Tinnitus

Was ist ein Tinnitus?

Es rauscht, es pfeift, es summt – und es will einfach nicht aufhören! Wenn es zu nervtötenden und monotonen Geräuschen im eigenen Kopf kommt, die keine Schallquelle haben, liegt zumeist ein Tinnitus vor. Niemand – außer dem Betroffenen – ist in der Lage, die Töne wahrzunehmen. Das oftmals hohe Fiepen tritt ständig oder in regelmäßigen Abständen auf. Wird dem nicht entgegengewirkt, kann es zu nachhaltigen Belastungen im Alltag kommen.

Es gibt zwei verschiedene Arten von Tinnitus

Tinnitus ist jedoch nicht gleich Tinnitus: Schulmediziner differenzieren zwischen zwei verschiedenen Arten dieser auditiven Wahrnehmung. So kann der akute oder chronische Tinnitus diagnostiziert werden. Bei der akuten Variante liegt das Auftreten der Symptomatik höchstens drei Monate zurück. Eine vorherige Ohrenentzündung kann den Auslöser darstellen. Normalerweise reguliert sich dieses Auftreten automatisch – es kann jedoch auch zu einem chronischen Tinnitus übergehen. Dieser liegt bereits vor, wenn die Pfeiftöne seit mehr als drei Monaten bestehen. Chronisch bedeutet hierbei jedoch nicht, dass die Erkrankung irreversibel sei. Dennoch können die Symptome über ein Jahr andauern. Die Erkrankung wird in vier Schweregrade unterteilt: Die ersten beiden Grade definieren Fallbeispiele, die nur gelegentlich stören. Die beiden anderen definieren die Variante, die mit Leistungsdruck und beeinträchtigenden Begleiterkrankungen einhergeht.

Ursachen

Es gibt viele ex- und interne Einflüsse, die das Hervorrufen der auditiven Erkrankung fördern. Knalltraumata, Entzündungen des Ohres, Infekte und Hörstürze stellen nur einige Aspekte möglicher Ursachen dar. Auch kann die Zufuhr von toxischen Substanzen eine tragende Rolle spielen. Ein simple Erklärung lautet auch: Stress! Durch alltägliche und psychische Belastungen kann ein Tinnitus ebenfalls entstehen.

Diagnose

Keine Panik: Nicht jedes Pfeifen im Ohr, das gelegentlich auftritt, muss ein Tinnitus sein. Insbesondere nach dem Genuss von lauter Musik kann es zu temporären Geräuschen im Ohr kommen. In der Regel klingen diese Töne nach kurzer Zeit ab. Allerdings lässt sich nicht immer ein konkreter Auslöser festmachen. Wenn es jedoch – ohne erkennbaren Grund – wiederholt zum körperinternen Fiepen kommt, sollte ein Spezialist konsultiert werden. Durch eine ausführliche Untersuchung können Ärzte eine individuelle Diagnose stellen.

Behandlung

Es gibt diverse Methoden, um einen Tinnitus nachhaltig auszumerzen. So bieten sich einerseits konventionelle Behandlungen an, die durch Medikationen erfolgen können. Durch vitaminreiche Präparate und Lokalanästhetika kann Linderung erzielt werden. Des Weiteren gibt es alternative Behandlungsformen, die jedoch – aus schulmedizinischer Sicht – umstritten sind. Hierzu gehören Praktiken wie Hypnose, Sauerstoff- und Lasertherapien.

Vorbeugung

Untersuchungen haben ergeben, dass Menschen, die permanent einer Geräuschkulisse von 70 Dezibel ausgesetzt sind, ein erhöhtes Risiko eingehen. Betroffene Personen können sich durch Hörschutze absichern. Zudem gibt es vereinzelte Medikamente, deren Einnahme einen Tinnitus begünstigen kann. In diesem Fall bietet sich das Konsultieren des Hausarztes an.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

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