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Gesundheitslexikon: Thymian

Thymian: der Hustenkiller

Thymian oder Thymus vulgaris, wie sein botanischer Name lautet, ist ein Strauch, der etwa 30 bis 40 cm hoch werden kann, zartviolette Blüten ausprägt und kleine schmale Blätter hat. In der mediterranen Küche ist er als Gewürz kaum wegzudenken. Sein Aroma ist intensiv würzig und wird aufgrund seiner Eigenschaften seit Jahrtausenden von Medizinern vor allem zur Behandlung von Atemwegserkrankungen verwendet. Um das Kraut ranken sich zahlreiche Mythen. Sein Name stammt vom griechischen Wort 'thymos' ab und bedeutet Kraft bzw. Mut. Ein Bad in aufgegossenem Thymian soll die Motivation der Römer vor wichtigen Schlachten gestärkt haben. Im Mittelalter wurde er sogar als Grabbeigabe verwendet.

Vorkommen

Der Ursprung des Thymians liegt in Südosteuropa, wo das Kraut noch heute wild in der Natur vorkommt. Bereits im antiken Griechenland wurde es als Mittel gegen Atemwegserkrankungen eingesetzt und verbreitete sich schnell im übrigen Europa. Hierzulande gedeiht es problemlos im Kräutergarten. Hauptsächlich wird Thymian in der Gegenwart kultiviert, um es sowohl zu Gewürz als auch zu Zusatz für medizinische Therapeutika zu verarbeiten. Die größten Anbaugebiete befinden sich in den Balkanländern, in Marokko, Ostafrika und den Mittelmeerländern.

Verwendung und Wirkung als Heilpflanze

Verwendet werden alle Bestandteile der Pflanze. Sie ist reich an ätherischem Öl. Die Hauptinhaltsstoffe dieses Öls variieren nach Standort und bilden je eine Kombination aus Geraniol, trans-Thuyanol-4-terpineol-4Linalool, α-Terpineol, Carvacol, Thymol und weiteren. Diese Kombinationen wirken krampflösend, antiseptisch, entzündungshemmend und schleimlösend. Thymian ist ein perfektes Heilmittel bei Erkältungen. Thymiantee oder Präparate mit Thymianextrakten, wie Kapseln oder Lösungen zum Gurgeln bzw. Inhalieren, töten Keime und Bakterien ab. Festsitzender Schleim in den Atemwegen kann gelöst werden. Dadurch werden Husten und Schnupfen gelindert. Thymianöl hat sich bei akuter Bronchitis bewährt, da es den Abtransport des Sekrets fördert. Bewährt hat sich das Kraut außerdem bei der Behandlung von Mandelentzündungen. Zudem kann es erfolgreich bei Zahnfleischproblemen angewendet werden und beugt somit Parodontose vor. Vitamin C, Eisen, Kalzium, Zink und eine Reihe sekundärer Pflanzenstoffe stärken zusätzlich das Immunsystem und schützen die Zellen. Neuere Studien brachten hervor, dass Thymian Erfolg versprechende Effekte bei der Behandlung von Krebs hat, da es die Krebszellen bekämpft. Gegen Volkskrankheiten, wie hohen Blutdruck oder Diabetes, kann Thymian ebenso helfen. Auch Hautunreinheiten oder Akne können aufgrund der antibakteriellen Wirkung behandelt werden. Zudem löst es Krämpfe bei Menstruationsbeschwerden und im Verdauungstrakt. Das Kauen eines Stängels bekämpft sogar Mundgeruch. Machen Sie es den Mittelmeerbewohnern gleich und verwenden Sie Thymian getrocknet oder frisch als Gewürz in Speisen oder brühen Sie sich regelmäßig einen Tee. Es lohnt sich, einen kleinen Topf mit einem Thymianstrauch auf dem Fensterbrett oder dem Balkon zu züchten.

Hinweise

Thymian in Form von konzentriertem Öl sollte stets verdünnt angewendet werden, da es sonst die Schleimhäute stark reizen und bei kleinen Kindern Atemnot auslösen kann. Asthmapatienten sollten Rücksprache mit dem Arzt halten, bevor sie das ätherische Öl therapeutisch verwenden, da die Gefahr eines Anfalls sehr hoch ist.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und ersetzt daher keine Beratung durch einen Arzt oder Apotheker. Heilpflanzen können in falscher Anwendung oder Dosierung schwerwiegende Nebenwirkungen zur Folge haben. Lassen Sie sich deshalb in der Apotheke oder vom Arzt beraten.

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