Gesundheitslexikon Gesundheitslexikon

Gesundheitslexikon: Thermalbad (Thermalwasser)

Warum der Besuch im Thermalbad so entspannend und gesund ist

Schwimmen in einem Thermalbad verspricht nicht nur reines Vergnügen, sondern soll auch eine heilende Wirkung auf den Körper haben. Was macht das Thermalwasser so besonders?

Was ist ein Thermalbad?

Ein Thermalbad ist generell wie ein übliches Schwimmbad aufgebaut, verfügt aber über einen Zugang zu einer Thermalquelle. Den Besuchern wird so ermöglicht, in frischem Quellwasser zu baden. Das mineralienhaltige Thermalwasser tritt dabei mit einer Temperatur von mindestens 20 Grad Celsius aus der Erdkruste aus. Solche Quellen können natürlichen Ursprungs sein, wie beispielsweise die Thermalquellen in Aachen oder Budapest. Sie können aber auch mittels Tiefenbohrung erschlossen sein.

Wie funktioniert ein Thermalbad?

Wer ein Thermalbad besucht, der legt weniger Wert auf eine ausgiebige sportliche Nutzung des Wassers. Vielmehr soll der Aufenthalt in einem Thermalbad einen positiven Einfluss auf die Gesundheit haben. Daher verfügen die meisten Becken zwar über einen ausreichenden Schwimmbereich, bieten zudem aber auch meist Liegemöglichkeiten an. Viele Thermalbäder haben auch einen zusätzlichen Wellnessbereich und legen Wert auf einen insgesamt entspannenden Aufenthalt. Auch können Rehabilitationsmöglichkeiten im Wasser angeboten werden.

Welche verschiedenen Arten von Thermalwässern gibt es?

Ein Thermalwasser unterliegt strengen Richtlinien und einer permanenten Kontrolle. Insbesondere die Zusammensetzung des Wassers spielt eine Rolle bei der Klassifizierung. Die meisten Thermalwässer enthalten gelöste Salze wie beispielsweise Kohlensäure. Man spricht dann von ‚Thermalsäuerlingen‘, insofern das Wasser über mehr als 1.000 Milligramm Kohlendioxid pro Liter verfügt. Das Wasser wird ferner, je nach dem höchsten Anteil der enthaltenen Mineralien, in fluorid- oder schwefelhaltiges Natriumchlorid-Hydrogenkarbonat-Thermalwasser unterteilt. In manchem Thermalwasser finden sich auch geringe Bestandteile radioaktiver Partikel.

Welche Wirkung haben Thermalbäder auf den menschlichen Körper?

Die natürlich erhöhte Wassertemperatur und die enthaltenen Mineralien wirken anregend und ausgleichend auf den Körper. Dieser therapeutische Effekt ist medizinisch nachgewiesen. Als Heilanwendung kann der Besuch eines Thermalbades auch von den Krankenkassen unterstützt werden. Insbesondere Patienten mit rheumatischen Erkrankungen, Allergien, Hypertonie, Arthrose, Ödemen oder psychosomatischen Störungen profitieren von der heilenden Wirkung des Thermalwassers. Die Muskeln der Badenden entspannen sich, der Blutdruck und die Venenfunktion regulieren sich und die Ausschüttung von Stresshormonen wird unterbunden. Diese Wirkung beruht auf dem Zusammenspiel von Wasserdruck, mineralischer Zusammensetzung und der Wärmeeinwirkung.

Was sollte man bei einem Besuch im Thermalbad unbedingt beachten?

Das warme und mineralhaltige Wasser verleiht dem Körper einen leichten Auftrieb. Trotzdem sollten ungeübte Schwimmer vorsichtshalber mit Schwimmhilfen agieren. Der Aufenthalt im Wasser ist bei den meisten Thermalbädern auf drei Badeeinheiten von nicht mehr als 20 Minuten begrenzt. Da das Wasser nachhaltig auf den Körper wirkt, soll der Organismus nicht zu stark gefordert werden. Viele Thermalbäder bieten ihren Gästen auch eine Trinkkur mit Thermalwasser an. Diese können sich das Quellwasser dann meist direkt abzapfen. Der Verzehr von einem Liter am Tag sollte jedoch nicht überschritten werden, da Thermalwasser die Nierenfunktion stark anregen kann.

Anzeige