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Gesundheitslexikon: Thalasso

Thalasso – die heilende Kraft des Meeres

Seit Urzeiten zieht es den Menschen ans Meer. Nicht nur die herrliche Landschaft und das leise Rauschen der Wellen hat einen erholsamen Einfluss auf das Befinden, sondern auch die frische Seeluft und typische Elemente der Küste wie Algen, Sand und Sonne wirken positiv auf den Körper.

Was ist Thalasso?

Mit dem Begriff Thalasso wird der medizinische indizierte oder präventiv empfohlene Aufenthalt an einer Küstenregion beschrieben. Dieser Aufenthalt ist im Rahmen von Thalasso mit Behandlungen verbunden, welche mit temperiertem Meerwasser, der Meeresluft, den Algen, der Sonneneinstrahlung sowie Schlick und Sand einhergehen können.

Die Reise zu einem Seebad wurde bereits vor einigen Jahrhunderten von der Oberschicht zelebriert. Damals entwickelten sich entlang der Nord- und Ostsee viele Kurbäder, die mit ihrem rauen, aber gesunden Klima zahlungskräftige Gäste anlockten. Im Laufe der Jahrhunderte kristallisierte sich eine sinnvolle Therapieform heraus. Heute werden bestimmte Thalasso-Anwendungen im Rahmen der gesetzlichen Krankenkassen übernommen.

Der Begriff Thalasso ist rechtlich nicht geschützt. Etablierte Seebäder, welche medizinische Behandlungen anbieten, versuchen sich daher durch einen klar definierten Leistungskatalog von den Anbietern der Wellnessbranche abzugrenzen. Bei den medizinischen Thalasso-Zentren werden vor allem Patienten während eines Kuraufenthaltes behandelt.

Als Qualitätsmerkmal von Thalasso gilt, dass die Einrichtung in direkter Meeresnähe liegen sollte, um den Patienten freien Zugang zur unbehandelten und frischen Seeluft zu gewährleisten. Ferner sollen ausreichende Wasserbecken zur Verfügung stehen, in denen die Patienten mehrfach täglich das Meerwasser auf den Körper einwirken lassen können. Auch sollen Meeresprodukte wie Algen, Schlick, Kreide und Sand in das Therapiekonzept integriert sein. Aus diesen Bestandteilen lässt sich ein breiter Leistungskatalog ableiten, der auf die unterschiedlichsten Indikationen der Patienten zugeschnitten werden kann.

Wie läuft eine Thalasso-Behandlung ab und welche Methoden gibt es?

Zu Beginn einer jeden Thalasso-Behandlung steht die medizinische Aufnahme des Patienten. Es wird ein individuelles Therapiekonzept entwickelt, welches ganz variabel ausfallen kann. Da Thalasso ein ganzheitliches Heilkonzept ist, muss die Behandlung eng auf den Patienten abgestimmt sein. Üblicherweise dauert eine solche Kur mindestens eine Woche. Im Rahmen einer jeden Therapie steht vor allem die Inhalation mit Aerosol. Die salz- und jodhaltige Luft soll auf die Atemwege einwirken und diese beeinflussen. Bei Thalasso kann der Patient beispielsweise auch mit kalten oder warmen Bädern im Meerwasser behandelt werden. Viele Patienten profitieren zudem von der Hydrotherapie, die vor allem durch Temperatur- und Druckreize therapeutisch wirkt. Üblich sind auch regelmäßige Massagen oder Jet-Duschen. Körperpackungen aus Schlick und Algen sollen ebenfalls – regelmäßig eingesetzt – stimulierend wirken.

Bei welchen Problemen soll Thalasso helfen?

Besonders Patienten mit entzündlich-rheumatischen Erkrankungen sollen von Thalasso profitieren. Auch Menschen mit Neurodermitis, Schuppenflechte und einer Erkrankung der Atemwege können durch den Aufenthalt an der See Linderung verspüren. Wer unter Durchblutungsstörungen der Gliedmaßen leidet, dem helfen meist die anregenden Bäder im naturbelassenen Meerwasser. Auch Erkrankte, welche an Stress und allgemeiner Erschöpfung leiden, sollen durch Thalasso wieder zu Kräften kommen können.

Was sollte man bei Thalasso beachten?

Die jodhaltige Luft ist vor allem für Patienten mit Schilddrüsenerkrankungen oder einer Jodallergie eher unvorteilhaft; ebenso für werdende Mütter. Auch Patienten mit Bluthochdruck, einer Krebserkrankung oder Kreislaufschwäche sollten das anregende Klima besser meiden.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

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