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Gesundheitslexikon: Teufelskralle

Die Teufelskralle - so kann die afrikanische Wurzel Ihrem Körper helfen

Das Steppengewächs Teufelskralle gehört zu den traditionsreichen Heilpflanzen des afrikanischen Kontinents. Seit vielen Jahrhunderten schätzt die indigene Bevölkerung die vielen positiven Effekte der Pflanze auf die Gesundheit. Mittlerweile nutzt selbst die Schulmedizin das Kraut.

Was ist die Teufelskralle?

Die Afrikanische Teufelskralle (auch kurz Teufelskralle oder Trampelklette genannt) gehört botanisch gesehen zu den Sesamgewächsen. Sie vermehrt sich flach am Boden kriechend, ihre knollenartigen Wurzeln wachsen tief in das trockene Erdreich. Die Blätter sind gräulich-grün gefärbt. Die trichterförmigen Blüten changieren zwischen magentafarben und rot. Das Charakteristische der Heilpflanze sind die mit langen, gebogenen Armen ausgestatteten Früchte. Diese verholzen und bleiben mit den Widerhaken im Fell von vorbeiziehenden Tieren hängen. Da sich immer wieder Tiere an den scharfen Kanten verletzen, trägt die Pflanze den Namen Teufelskralle. Volksmedizinisch genutzt wird ausschließlich die Wurzel.

Wo wächst die Pflanze?

Traditionell wächst sie in den trockenen Steppen Namibias sowie in Teilen Südafrikas. Da sie sich als Heilpflanze zunehmender Beliebtheit erfreut, gibt es Versuche, die Pflanze auch zu kultivieren. Sie benötigt zum Wachstum viel Platz, da sie sich seitlich ausbreitet. Unabdingbar sind ein sonniger Standort und eine gewisse Trockenheit. Über die langen Wurzeln bedient sie sich am Grundwasser.

Verwendung und Wirkung der Teufelskralle als Heilpflanze

In der Teufelskralle finden sich spezielle Wirkstoffe, die in dieser Zusammensetzung nicht bei vielen Heilpflanzen vorkommen. Die Wurzeln sind reich an Iridoidglykosiden, also Pflanzensterolen wie Harpagosid, Harpagid und Procumbid. Bisher ist die Wirkweise dieser Phytohormone jedoch noch weitgehend unerforscht. Zudem kommen Triterpene, Flavonoide, ungesättigte Fettsäuren und Zimtsäure in den Wurzeln vor. Das genaue Zusammenspiel all dieser Inhaltsstoffe konnte jedoch noch nicht eindeutig im Labor nachvollzogen werden.

Volksmedizinisch wird der Wurzel der Afrikanischen Teufelskralle allgemein eine Wirkung gegen Schmerzen zugesprochen. Besonders wirksam soll sie bei Gelenkschmerzen, Rückenschmerzen, Weichteilrheumatismus, Sehnenentzündungen und rheumatisch-entzündlichen Erkrankungen sein. Selbst bei Geburtsschmerzen wird sie traditionell eingesetzt.

Nachgewiesen ist ihre Wirksamkeit als unterstützende Therapiemaßnahme bei degenerativen Erkrankungen des Bewegungsapparates. Gerne wird sie auch bei unspezifischen Schmerzen der Lendenwirbelsäule verschrieben. Da die Teufelskralle durch die enthaltenen Bitterstoffe eine appetitanregende Wirkung hat, wird sie auch Patienten mit Verdauungsbeschwerden und Appetitlosigkeit empfohlen.

Was sollte man über die Teufelskralle wissen?

In der Schwangerschaft sollte die Teufelskralle nur nach Rücksprache mit dem Arzt eingesetzt werden. Die Wirkweise der enthaltenen pflanzlichen Hormone kann nur von einem Fachmann eingeschätzt werden. Wegen ihrer Bitterkeit wird die Teufelskralle als Tee nur äußerst selten genossen. Mittlerweile gibt es verlässliche Fertigpräparate verschiedener Hersteller, welche eine gleichbleibende Qualität und Zusammensetzung der Tabletten oder Kapseln bewerben. Berücksichtigen sollte man, dass die Inhaltsstoffe der Teufelskralle einige Wochen benötigen, bis ein Effekt im Körper spürbar ist. Daher empfiehlt sich ihr Einsatz bei andauernden oder chronischen Erkrankungen, nicht aber im Akutfall. Die Teufelskralle soll zwar keine Nebenwirkungen haben, trotzdem wird sie Menschen mit Geschwüren im Magen-Darmtrakt nicht empfohlen. Da sie ansonsten allgemein sehr gut verträglich ist, kommt sie auch in der alternativen Veterinärmedizin zum Einsatz. Hier wird sie bei Hunden und Katzen unter das Futter gemischt, wenn das Haustier unter Rheuma oder Arthritis leidet.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und ersetzt daher keine Beratung durch einen Arzt oder Apotheker. Heilpflanzen können in falscher Anwendung oder Dosierung schwerwiegende Nebenwirkungen zur Folge haben. Lassen Sie sich deshalb in der Apotheke oder vom Arzt beraten.

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