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Gesundheitslexikon: Tetanus (Wundstarrkrampf)

Tetanus: Symptome und Behandlung des Wundstarrkrampfs

Tetanus, zu Deutsch auch Wundstarrkrampf, ist eine Infektionskrankheit, die durch das Gift eines Bakteriums ausgelöst wird. Die normalerweise im Boden lebenden Erreger gelangen über Verletzungen, selbst durch kleinste Wunden, in den menschlichen Körper. Tetanus tritt weltweit auf und verläuft in rund 50 Prozent aller Fälle tödlich. Die meisten Todesopfer fordert die Erkrankung unter Kindern, vor allem in Entwicklungsländern. Fast 25 Prozent der gesamten Kindersterblichkeit werden durch den Wundstarrkrampf verursacht.

Ursachen

Verantwortlich für Tetanus ist das Bakterium Clostridium tetani, ein Stäbchenbakterium, das Sie in Sporenform nahezu überall finden können. Besonders wohl fühlt es sich bei circa 37 °C in sauerstofffreier Umgebung. Gelangt es über eine Wunde in Ihren Körper, keimt es aus und entwickelt sich von der Spore zum vermehrungsfähigen Bakterium, das die Gifte Tetanolysin und Tetanospasmin produziert. Die Infektion erfolgt ausschließlich direkt. Eine Ansteckung von Mensch zu Mensch ist nicht möglich.

Tetanolysin bringt die roten Blutkörperchen zum Platzen und schädigt vermutlich auch das Herz. Tetanospasmin bewirkt, dass sich die Eiweiße an den Verbindungsstellen zwischen Rückenmark und Nervenzellen auflösen. Die Nervenimpulse aus dem Gehirn werden nicht mehr übertragen und es kommt zu den für einen Wundstarrkrampf typischen Beschwerden.

Symptome

Etwa vier bis 14 Tage nach der Ansteckung treten erste Krankheitszeichen wie Unruhe, Schweißausbrüche, Schlafstörungen und ein allgemeines Krankheitsgefühl auf. In der Folge kommt es zu anhaltenden Muskelspannungen, die für gewöhnlich in der Kaumuskulatur beginnen. Die Betroffenen können den Mund nur noch begrenzt, zum Teil auch gar nicht mehr öffnen. Schlucken und Sprechen fallen schwer und werden mit der Zeit unmöglich.

Nach und nach breitet sich der Wundstarrkrampf auf die Muskulatur von Nacken, Bauch, Rücken und Gliedmaßen aus. Die Patienten erleiden qualvolle Schmerzen, die sie bei vollem Bewusstsein erleben. Innerhalb von drei Tagen treten anfallsartige, äußerst schmerzhafte Muskelkrämpfe auf, die bereits durch leichte Reize wie Berührungen, Licht und Geräusche ausgelöst werden können.

Diagnose

Ein erster Verdacht auf Tetanus besteht, wenn bei einem Patienten nach einer Verletzung Muskelkrämpfe auftreten. Das Bakterium selbst lässt sich nur schwer nachweisen. Die Gifte der Erreger sind jedoch durch eine Blutprobe oder durch eine Probe aus der Wunde nachweisbar.

Behandlung

In der Regel ist eine intensivmedizinische Betreuung der Erkrankten erforderlich. Die Wunde wird großzügig ausgeschnitten und offen belassen, um ein sauerstoffreiches Milieu zu schaffen, in dem die Bakterien sich nicht wohlfühlen. Um die Tetanus-Erreger abzutöten, erhält der Patient Antibiotika. Um die noch in der Blutbahn kreisenden Gifte aufzufangen, bekommt er Tetanus-Antikörper gespritzt. Darüber hinaus werden Medikamente verabreicht, welche die Muskulatur entspannen, die Herz- und Kreislauffunktion und die Atmung sicherstellen.

Vorbeugung

Die einzig wirksame Schutzmaßnahme gegen den Wundstarrkrampf ist die Impfung. Für die Grundimmunisierung sorgen Impfungen im dritten, vierten und fünften sowie zwischen dem zwölften und fünfzehnten Lebensmonat. Eine weitere Impfung wird für das sechste Lebensjahr empfohlen. Die Auffrisch-Impfung sollte zwischen dem zehnten und achtzehnten Lebensjahr und anschließend alle zehn Jahre erfolgen.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

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