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Gesundheitslexikon: Testosteron

Wann ist der Mann ein Mann - was Sie über Testosteron wissen müssen

Das Hormon steht für sexuelle Energie, Kraft, Kampfgeist und pure Männlichkeit – Testosteron. Dabei tragen auch Frauen dieses Androgen in sich. Es sorgt für ein gesundes Zusammenspiel des Hormonhaushaltes und ist sogar für die Stabilität der Knochen mitverantwortlich.

Was ist Testosteron?

Testosteron ist ein Sexualhormon, das zwar bei beiderlei Geschlechtern vorliegt, doch signifikanten Einfluss auf die männliche Entwicklung nimmt. In der Pubertät ist die Wirkungsweise des Testosterons am auffälligsten. Der Junge entwickelt sich optisch zum Mann und auch die Psyche reift nun langsam entsprechend aus. Das Hormon ist fortan wichtiger Bestandteil des männlichen Hormonhaushaltes. Bei beiderlei Geschlecht ist das Androgen für das Gleichgewicht der Hormone verantwortlich.

Wie wirkt Testosteron im Körper?

Bei Männern wie bei Frauen wird eine kleine Menge Testosteron in den Nebennierenrinden gebildet. Die aber sehr viel größere und wichtigere Menge wird bei Männern in den Hoden produziert. Die dort sitzenden Leydig-Zellen sind für die Herstellung verantwortlich. Das dort gebildete Testosteron wiederum stimuliert die Spermienproduktion in den Hoden.

Früh am Morgen sind die Leydig-Zellen besonders aktiv. Dementsprechend konzentriert sich dann auch die höchste Marke von Testosteron im Blut des Mannes. Bis zum Abend fällt der Spiegel mitunter bis zu 20 Prozent ab.

Welche Wirkung hat Testosteron auf den Körper?

Testosteron wirkt bei Männern wie bei Frauen auf die Organe. Bei Männern regt das Hormon in der Pubertät die Entwicklung der Geschlechtsorgane an und sorgt für die männlichen Merkmale wie Bartwuchs, Muskelwachstum oder eine tiefere Stimme. Testosteron ist lebenslang für die Produktion der Spermien verantwortlich. Auch die Erektionsfähigkeit wird durch das Testosteron beeinflusst.

Bei Frauen produzieren die Eierstöcke eine geringe Menge Testosteron, was im Hormonhaushalt ebenfalls eine wichtige Rolle spielt.

Insgesamt wirkt Testosteron bei beiderlei Geschlecht auf das sexuelle Verlangen, die allgemeine Antriebskraft und die Ausdauer. Ferner verstärkt das Hormon die Knorpel- und Knochenbildung. Inwieweit Testosteron für ein aggressives Verhalten verantwortlich ist, konnte bisher nicht eindeutig belegt werden. Manche Untersuchungen zeigen einen klaren Zusammenhang zwischen einem hohen Testosteron-Level und kämpferischem Verhalten, andere Studien stellen aber eher einen gruppendynamischen und positiven, ja sogar ausgleichenden Effekt hervor.

Kann ein Mangel an Testosteron entstehen?

Einige Krankheiten können die Bildung des Hormons drosseln. Auch kann beispielsweise eine Tumorerkrankung an den männlichen Geschlechtsorganen zu einer starken Minimierung der Testosteronproduktion führen. Dann kann eine Hormonersatztherapie helfen. Derzeit gibt es mehrere Verfahren, um von außen künstliche Hormone zuzuführen, mit teils sehr guten Ergebnissen. Wird dies unterlassen, kann es zu Erektionsstörungen und Osteoporose kommen.

Die angeblichen 'männlichen Wechseljahre' werden derzeit stark diskutiert. Zwar fällt im Laufe des Lebens der Testosteronspiegel des Mannes etwas ab, aber ob dies wirklich umfassende Auswirkungen auf Körper und Psyche hat, ist derzeit noch nicht bewiesen.

Was sollte man beachten?

Gerade Männer haben häufig ein Interesse daran, ihren Testosteronspiegel künstlich zu erhöhen. Insbesondere Hobby-Sportler, beispielsweise aus dem Kraftsportbereich, greifen dann zu fragwürdigen Präparaten aus dem Internet oder anderen unseriösen Quellen. Dabei ist die Eigen-Therapie mit großen Risiken verbunden. Nicht selten kommt es zu irreversiblen Veränderungen des Körpers, die über das gewünschte Maß stark hinausgehen können. Gleichzeitig steigt das Risiko, an Hoden- oder Kehlkopfkrebs zu erkranken, stark an. Vielfältige Krankheiten, insbesondere der Nieren-Gallen-Wege, können sich daraus ergeben.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

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