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Gesundheitslexikon: Tennisarm

Tennisarm

Als Tennisarm oder -ellenbogen wird eine schmerzhafte Reizung der Ursprungsehnen von drei Muskeln bezeichnet, die an einem Knochenvorsprung an der Außenkante des Oberarmknochens nahe am Ellenbogengelenk entspringen, dem Epicondylus lateralis humeri.

Sie sind alle für die Streckung im Handgelenk (Dorsalextension) zuständig und an der Beugung im Ellenbogengelenk beteiligt. Einer der Muskeln fungiert zusätzlich als Fingerstrecker. Der Tennisarm, der nach der Ursprungsregion korrekt als Epicondylitis lateralis humeri bezeichnet wird, ist eine der häufigsten orthopädischen Erkrankungen.

Ursachen

Der Tennisarm ist ein typisches Überlastungssyndrom mit akuten entzündlichen und degenerativen Prozessen an den Sehnen-Knochen-Übergängen.

Entgegen der Vermutung, die aufgrund der Namensgebung entstehen könnte, ist Tennisspielen nicht die häufigste Ursache für die Erkrankung. Das sind eher kurzfristige hohe oder dauerhafte Beanspruchungen im Haushalt oder im Beruf, besonders Computerarbeiten. Ist beim Tennis meist eine falsche Technik die Ursache für die Überbelastung, sind es in anderen Fällen ungewohnte Spitzenbelastungen. Am Computer sind es monotone Tätigkeiten über einen längeren Zeitraum, bei denen die Muskeln gleichzeitig den Ellenbogen und das Handgelenk stabilisieren und die Finger bewegen.

Symptome

Ungewohnte Höchstbelastungen können eine Reizung hervorrufen, die sich sofort als akuter Schmerz bemerkbar macht. Eine Fortführung der Tätigkeit ist erst nach einer Schonzeit wieder möglich.

Die Irritationen, die durch dauerhafte monotone Beanspruchungen hervorgerufen werden, entwickeln sich langsamer. Die auftretenden Schmerzen sind anfangs noch erträglich und kürzere Unterbrechungen reichen aus, um wieder die Aktivität aufzunehmen. Mit der Zeit werden die Beschwerdezeiten länger und die Pausenzeiten kürzer. Es tritt eine fortschreitende Verschlimmerung ein, bis ein chronischer Zustand erreicht ist. Im Verlauf wird das Sehnengewebe angegriffen und degenerativ verändert. Zunächst entstehen rezidivierenden Mikrotraumen, die nach Verheilung Narbengewebe hinterlassen, das weniger flexibel ist und die Zugbelastung der Sehnen erhöht. Der zunächst lokale Schmerz kann sich im fortgeschrittenen Zustand am Unterarm entlang ziehen und an Intensität zunehmen. Die Benutzung des Arms und der Hand ist irgendwann kaum oder überhaupt nicht mehr möglich und die Muskulatur baut ab.

Diagnose

Die Schilderung der typischen Symptome reicht meistens aus für eine Verdachtsdiagnose aus, die durch Schmerzzunahme bei Provokationstests erhärtet werden kann. Dazu gehören Dehnung und Anspannung der betroffenen Muskulatur und das Prüfen der Druckempfindlichkeit am Epicondylus. Weitere diagnostische Verfahren wie die Anfertigung von Röntgenbildern sind nur selten nötig und wenn zum Ausschluss anderer Erkrankungen, zum Beispiel einer Arthrose.

Behandlung

Die Behandlung des Tennisarms erfolgt in der Regel konservativ mit entzündungshemmenden und schmerzlindernden Medikamenten, einer vorübergehenden Schonung und spezifischen physiotherapeutischen Maßnahmen. Auch eine spezielle Bandage zur Entlastung der Sehnen kann die Erholung begünstigen. Erst wenn alle konservativen Maßnahmen nicht fruchten, kommt die operative Entfernung der Verwachsungen und die Zugentlastung der Ursprungssehnen in Betracht.

Vorbeugung

Vorbeugung bedeutet eine Veränderung der verursachenden Umstände. Das kann die Umgestaltung des Computerarbeitsplatzes sein und die Verwendung von Geräten, die die Muskeln entlasten. Vor allem aber muss die Arbeitsorganisation verändert werden. Kürzere Belastungszeiten, bewusste Pausen und niedrigere Intensitäten können das Entstehen der Erkrankung und von Rezidiven vermeiden.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

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