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Gesundheitslexikon: Syphilis

Syphilis

Syphilis, auch Lues venera oder umgangssprachlich 'harter Schanker' genannt, ist eine hochansteckende Infektionskrankheit. Der Erreger dringt über verletzte Schleimhäute oder Risse in der Haut in den Körper ein.

Ursachen

als eine der ältesten Geschlechtskrankheiten. Dank intensiver HIV-Aufklärungskampagnen Ende der 1980er-Jahre ging die Zahl der Erkrankungen bis zur Jahrhundertwende stetig zurück, seit 2001 steigen die Syphilisfälle aber wieder an. Von den rund zwölf Millionen Neuerkrankungen pro Jahr sind besonders Personen zwischen 30 und 40 Jahren betroffen, Männer mehr als Frauen.

Ursachen

Das Bakterium Treponema pallidum ist der Auslöser der Lues venera. Zumeist bei ungeschütztem Geschlechtsverkehr gelangt das spiralförmige Bakterium über kleine Hautrisse oder die beschädigte Schleimhaut in den Körper. Die Krankheit gilt als hochansteckend, die Chance, sich beim Sex mit einer infizierten Person anzustecken, liegt bei rund 40 bis 60 Prozent. Im Zuge von Bluttransfusionen wird Syphilis dank gründlicher Tests nur mehr ganz selten übertragen. Möglich ist eine Ansteckung im Mutterleib. Leidet eine Schwangere an Syphilis, so kann sie die Erkrankung an ihr ungeborenes Kind weitergeben.

Symptome

Bleibt die Syphilis unbehandelt, so verläuft sie in vier Stadien. In Stadium I werden an der Eintrittsstelle erste Symptome in Form eines dunkelroten Flecks sichtbar. Dieser wird zu einem Geschwür, dessen abgesonderte Flüssigkeit hochansteckend ist. Stadium II folgt rund acht Wochen später, wenn sich die Krankheit auf den ganzen Körper ausbreitet. Ein masernähnlicher Hautausschlag am ganzen Körper ist ein deutlicher Hinweis. Die beiden letzten Stadien, die in der Regel mehrere Jahre auf sich warten lassen, treten dank der modernen Behandlungsmöglichkeiten nur mehr selten auf. Es handelt sich dabei um Knötchen auf der Haut, im Gewebe oder in Organen, die zu Geschwüren werden (Stadium III) und um den Übergriff der Erkrankung auf das zentrale Nervensystem (Stadium IV).

Diagnose

Typische Symptome sowie die Schilderung der Krankheitsgeschichte geben dem behandelnden Arzt einen Hinweis auf Syphilis. Einer körperlichen Untersuchung folgt in der Regel eine Blutuntersuchung, bei der die Treponema pallidum-Bakterien nachgewiesen werden können. In fortgeschrittenem Stadium kann eine Untersuchung der Rückenmarksflüssigkeit Auskunft darüber geben, ob das zentrale Nervensystem bereits von der Krankheit betroffen ist.

Behandlung

Obwohl Penicillin seit seiner Entdeckung gegen Syphilis angewendet wird, wirkt das Treponema pallidum-Bakterium noch immer höchst empfindlich auf das Antibiotikum. Erkrankungen im Stadium I und II werden rund zwei Wochen mit Penicillin (oder einem anderen Antibiotikum im Falle einer Allergie) behandelt. Die Therapie erfolgt in der Regel als Infusion oder mittels Spritze in den Gesäßmuskel. Spätere Formen der Syphilis werden länger und mit höheren Dosen behandelt. Unerlässlich ist, dass der Patient seine Sexualpartner auf die Ansteckungsmöglichkeit hinweist.

Vorbeugung

Gegen Syphilis gibt es keine Impfung. Um das Risiko einer Krankheit zu dezimieren, empfiehlt es sich, beim Geschlechtsverkehr wie auch beim Oralsex ein Kondom zu benutzen. Dies kann in vielen Fällen schützen, muss aber nicht. Denn der Erreger kann theoretisch an jeder Stelle in den Körper gelangen, an der die Schleimhaut oder die Haut verletzt ist.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

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