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Gesundheitslexikon: Suizid

Wenn das Leben aussichtslos erscheint - Suizid

Kummer, Depressionen, tragische Schicksalsschläge und unheilbare Krankheiten – es gibt diverse Gründe, die Menschen zum Suizid verleiten können. Der Selbstmord stellt das freiwillige Beenden des eigenen Lebens dar. Oft sehen die Betroffenen hierin den einzigen Ausweg, durch den sie ihren Problemen entfliehen können. Allein in Deutschland wählen jährlich etwa 10.000 Menschen den Freitod. Des Weiteren kommt es zu vielen misslungenen Versuchen, die irreparable Schäden mit sich bringen können.

Die Varianten

Es gibt zwei Arten des Suizids. Unterschieden wird zwischen der aktiven und passiven Vorgehensweise. Der aktive Selbstmord kann durch einen direkten Eingriff erzielt werden. Die Einnahme von toxischen Substanzen oder das Aufschneiden der Pulsadern gehört beispielsweise hierzu. Die passive Variante wird zumeist von Menschen präferiert, die an vermeintlich unheilbaren Krankheiten leiden. Indem auf lebenserhaltende Maßnahmen (beispielsweise Medikamente, Lebensmittel oder Gerätschaften) verzichtet wird, kommt es zum passiven Selbstmord.

Selbstmordversuche

Immer wieder kommt es zu Selbsttötungsversuchen, die nicht (direkt) zum Tode führen. Diese Handlungen ereignen sich weitaus häufiger als der zielbringende Freitod. Dies hat mehrere Gründe: Viele Menschen sind nicht vollends davon überzeugt, ihrem Leben ein Ende setzen zu wollen. In diesen Fällen kann ein Selbstmordversuch als ein dringlicher Hilfeschrei gewertet werden. Des Weiteren ist die Selbsttötung kein simpler Akt – es kann zu vielen externen und internen Komplikationen kommen. Aus den traumatischen Einwirkungen können Bewegungseinschränkungen oder Hirnschäden resultieren, unter denen der Betroffene fortan leidet. Eine intensive medizinische Langzeitbetreuung kann die Folge sein.

Gründe für Suizid

Aus schulmedizinischer Perspektive sind meist psychische Störungen Auslöser für Selbstmorde. Hierzu gehören 'Schizophrenie', 'bipolare Störungen' und schwere 'Depressionen'. Auch körperliche Beeinträchtigungen können eine tragende Rolle spielen. Insbesondere Menschen, die durch einen äußeren Einfluss eine Behinderung erlitten haben, sehen häufig keinen anderen Ausweg. Doch auch tragische Schicksalsschläge, beispielsweise der Verlust des Partners oder private Insolvenz, können zu einer lebensverneinenden Einstellung führen.

Vorbeugung von Suizid

Es gibt zahlreiche Maßnahmen, die verhindern können, dass Menschen den Freitod wählen. Die Betroffenen selbst sehen zumeist ,kein Licht am Ende des Tunnels'. Dennoch kann eine psychotherapeutische Behandlung oder eine Umstellung der Lebensweise dazu führen, dass die Menschen wieder Freude an ihrem Dasein verspüren. Angehörige, die um die Problematik wissen, können ihre bedingungslose Unterstützung anbieten. Ein häufiger Grund für Suizid sind nämlich Einsamkeit und soziale Isolation. Des Weiteren können Medikationen, die unter ärztlicher Anleitung erfolgen, Abhilfe schaffen. Hilfeschreie sollten generell ernstgenommen werden.

Ganz wichtig ist: Suizidgefährdete Menschen gehören in eine Klinik! Sie müssen behandelt werden und unter der Obhut von Experten stehen. Sollten Sie das Gefühl haben, dass ein Mensch in ihrer Nähe das Risiko in sich trägt, dann zögern sie nicht. Die bundesweite Hotline erreichen Sie unter der Nummer: 0800/111 0 111 bzw. 0800/111 0 222. Im Notfall rufen Sie die Polizei unter der Nummer 110 an.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

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