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Gesundheitslexikon: Subdurale Blutung

Subdurale Blutung - sofortige Behandlung ist wichtig

Der Subduralraum ist ein Spaltraum im Schädel, der zwischen den Hirnhaustrukturen Dura mater und Arachnoidea gelegen ist. Bei einer Subduralblutung kommt es zu einer Einblutung in diesen Bereich. Dabei handelt es sich um einen Notfall, der sofortige Behandlung erfordert.

Ursachen

Subdurale Blutungen treten meist im Rahmen eines Schädel-Hirn-Traumas auf. Unterschieden wird zwischen akuten und chronischen Subduralhämatomen. Das akute Subduralhämatom wird durch ein schweres Schädel-Hirn-Traumata mit Hirnprellungen verursacht und steht mit dem ursächlichen Trauma in zeitlich und kausal nachvollziehbarem Zusammenhang. Chronische Subduralhämatome betreffen vor allem ältere Patienten mit leichten Schädel-Traumata oder sind medikamentös bedingt, so zum Beispiel durch Medikamente mit hemmenden Auswirkungen auf die Blutgerinnung. Subdurale Blutungen stammen in der Regel aus der Brückenvene des Gehirns. Bei akuten Subduralhämatomen liegt meist ein einseitiges Leck der Vene vor. Bei chronischen Hämatomen aufgrund von Gerinnungshemmern handelt es sich meist um ein beidseitiges Leck.

Symptome

Bei akuten Subduralhämatomen prägt das ursächliche Schädel-Hirn-Trauma die Symptomatik. Neben Bewusstseinsstörungen oder Bewusstlosigkeit können hirndruckbedingte Ausfälle eintreten, so zum Beispiel Beuge- und Strecksynergismen, bei denen das korrekte Zusammenspiel von Beugemuskeln und Streckmuskeln gestört ist. Damit sind Bewegungsstörungen verschiedener Art eines der Leitsymptome bei subduralen Blutungen. Chronische Subduralhämatome können monatelang asymptomatisch sein. Ab einem gewissen Ausmaß der Blutung treten unspezifische Symptome wie ein Druckgefühl im Kopf, Schwindelgefühle oder Kopfschmerzen ein. Die Orientierung und die Konzentrationsfähigkeit können eingeschränkt sein. Zusätzlich können Lähmungen, Missempfindungen der Haut und epileptische Anfälle eintreten.

Diagnose

Gerade bei älteren Menschen mit chronisch subduraler Hirnblutung fällt dem Arzt die rein symptomatische Abgrenzung zu Zuständen der Demenz schwer. Ein CT und MRT können die Abgrenzung erleichtern. Das subdurale Hämatom imponiert gerade im MRT als eine konkav zum Hirngewebe verlaufende Blutung.

Behandlung

Akut subdurale Blutungen sind ein Notfall und entsprechen einer lebensbedrohlichen Situation. Der Neurochirurg führt aus diesem Grund schnellstmöglich eine Notfall-Kraniotomie durch, bei der die Dura mater geöffnet wird. Das Gehirn muss bei der Operation entlastet werden, damit der Hirndruck nicht weiter ansteigt. Mit chronischen Subduralhämatomen ist ein flexibleres Zeitfenster assoziiert. Meist findet bei chronischen Fällen eine Bohrung statt, durch die hindurch der Arzt das Hämatom absaugt. Häufig wird für einige Tage eine Drainage eingelegt. Die Prognose für chronisch subdurale Blutungen ist wesentlich besser als die für akut subdurale Blutungen.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

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