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Gesundheitslexikon: Struma (Kropf)

Struma: Jodmangel kann einen Kropf verursachen

Struma ist eine sichtbare, tastbare und messbare Vergrößerung der Schilddrüse. Die Erkrankung wird umgangssprachlich auch als Kropf bezeichnet. Werden in der Schilddrüse zu wenige Hormone gebildet, spricht man von einer Schilddrüsenunterfunktion (hypothyreoten Struma), die durch eine Vergrößerung ausgeglichen wird. Eine solche Vergrößerung der Schilddrüse erstreckt sich von Grad 0 (nur im Ultraschall erkennbar) bis Grad III (äußerlich gut erkennbar).

Ursachen

Die häufigste Ursache für einen Kropf ist fortwährender Jodmangel. Die Schilddrüse steuert über ihre Hormone zahlreiche Stoffwechselvorgänge im Körper. Dazu benötigt sie das Spurenelement Jod, um die Schilddrüsenhormone T3 und T4 zu bilden. Jod muss allerdings von außen aufgenommen werden, denn der Körper bildet es nicht selbst. Da ein Großteil der Bevölkerung weltweit jedoch in sogenannten Jodmangelgebieten lebt, nimmt die Schilddrüse oft zu wenig Jod auf und kann nicht mehr genügend Hormone bilden. Sie versucht, diesen Mangel auszugleichen, in dem sie sich vergrößert.

Symptome

Die Symptome einer Struma hängen davon ab, wie weit die Krankheit fortgeschritten ist. Die Schilddrüse ist ein schmetterlingsförmiges Organ, das im Hals vor der Luftröhre liegt. Ist die Schilddrüse nur gering vergrößert, verursacht das meist keine Beschwerden. Bei zunehmender Größe entsteht bei vielen Patienten ein Druck- oder Engegefühl im Hals, es kommt zu Schluckbeschwerden oder Atemnot bei Belastung. Eine stark ausgeprägte Struma kann auf Luftröhre, Halsgefäße und Speiseröhre drücken.

Diagnose

Die Abtastung des Halses liefert einen ersten Befund. Durch eine Ultraschalluntersuchung wird die Vergrößerung der Schilddrüse deutlich sichtbar und damit auch messbar. Eine gesunde Schilddrüse hat bei Frauen ein Volumen von bis zu 18 Milliliter, bei Männern bis zu 25 Milliliter. Weitere Aufschlüsse ergeben sich bei Laboruntersuchungen der Schilddrüsenhormone T3 und T4 sowie des Hormons Thyreotropin (TSH). Werden im Ultraschall Knoten nachgewiesen, kann deren Lage und Größe über eine Schilddrüsenszintigrafie näher bestimmt werden. Bei Verdacht auf ein Schilddrüsenkarzinom wird eine Gewebeprobe entnommen und mikroskopisch untersucht.

Behandlung

Die Behandlung einer Struma kann medikamentös, operativ oder mittels Radiojodtherapie erfolgen. Ist die Hormonproduktion trotz Struma weiterhin normal, werden Jodtabletten verordnet. Bei einem Schilddrüsenkarzinom oder einer sehr großen Struma ist die teilweise oder komplette operative Entfernung der Schilddrüse nötig. Eine Radiojodtherapie ist eine spezielle Form der Strahlentherapie mittels radioaktiven Jods. Sie wird angewandt, um verändertes Schilddrüsengewebe zu zerstören.

Vorbeugung

In zahlreichen Ländern wird Salz heute mit Jod angereichert, um krankhaften Vergrößerungen der Schilddrüse vorzubeugen. Auch Fisch enthält viel Jod und sollte häufig auf dem Speiseplan stehen. Die Einnahme von Jodid-Tabletten ist für Personen, in deren Familie bereits Struma aufgetreten ist, aber auch für Frauen während Schwangerschaft und Stillzeit empfehlenswert.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

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