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Gesundheitslexikon: Stillen

Stillen – die natürlichste Nahrungsgabe für Ihr Kind

Mit der Geburt eines Kindes stellt sich die Frage nach der besten Verpflegung für das Neugeborene. Mediziner und Hebammen sind sich einig: Muttermilch ist die beste Nahrung für die ersten Lebensmonate. Die Vorteile sind vielfältig, Nachteile gibt es nicht. Kann oder will eine Frau nicht stillen, bieten Babynahrungsprodukte eine gute Alternative.

Vorteile des Stillens

In der Muttermilch sind alle wichtigen Nährstoffe für die gute Entwicklung des Säuglings enthalten. Die Zusammensetzung verändert sich ständig und ist immer genau dem Alter des Babys angepasst. Ein wichtiger Bestandteil der Muttermilch sind die Abwehrstoffe, die helfen, das Immunsystem des Säuglings zu stärken. Studien zeigen, dass gestillte Kinder seltener krank werden. In späteren Jahren weisen gestillte Kinder weniger häufig Allergien, Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Übergewicht auf. Außerdem fördert der Stillvorgang die Entwicklung der Sinne sowie die perfekte Ausbildung der Mundmuskulatur und des Kiefers. Ein großer Vorteil ist zudem die Verfügbarkeit: Muttermilch ist immer zur richtigen Temperatur, in ausreichender Menge und hygienisch einwandfrei verfügbar.

Die Muttermilchnahrung bringt nicht nur dem Säugling Vorteile, sondern auch der Mutter. Neben der doch beträchtlichen Geldersparnis sind es vor allem körperliche Aspekte. So fördert Stillen die Rückbildung der Gebärmutter und beugt Brustkrebs vor. Die beim Stillen ausgeschütteten Hormone wirken entspannend und ermöglichen eine wunderbare Zeit mit dem Säugling.

Die gesetzlichen Krankenkassen kommen nach der Geburt für die Beratungstätigkeit einer Hebamme auf. Die Geburtshelferin steht der Mutter in allen Fragen zum Stillen zur Verfügung. Tipps zum richtigen Anlegen und Lösungsvorschläge bei Problemen lassen dem harmonischen Stillen nichts im Wege stehen.

Entstehung der Muttermilch

Spätestens mit dem Zeitpunkt der Geburt, manchmal auch schon davor, beginnt der weibliche Körper mit der Produktion der Muttermilch. Zuerst kommt das Kolostrum, auch Vormilch genannt. Diese Muttermilch enthält wichtige Abwehrstoffe und Eiweiße und regt die Darmtätigkeit des Neugeborenen an. Meist ab dem dritten Tag verändert sich das Kolostrum und wird zur reifen Muttermilch. Die Milch ‚schießt ein‘ und steht dann in großer Menge zur Verfügung. Um eine Saugverwirrung zu vermeiden, ist es vor allem in der ersten Zeit wichtig, auf Saughütchen, Schnuller und flüssige Nahrungsmittel wie Wasser oder Tee zu verzichten.

Wie lange stillen?

Die WHO empfiehlt, mindestens sechs Monate voll zu stillen und erst dann mit Beikost zu beginnen. Viele Frauen stillen mit dem Einführen von fester Nahrung schrittweise ab. Hebammen empfehlen in der Regel, so lange wie möglich (und gewünscht) weiter zu stillen. Der Zeitpunkt des Abstillens muss aber in jedem Fall individuell von Mutter und Baby gemeinsam getroffen werden.

Wenn Stillen nicht möglich ist

Es gibt verschiedene Gründe, warum eine Mutter nicht stillt. Es kann eine Krankheit dahinterstecken, das Baby verweigert die Brust oder die Mutter fühlt sich beim Stillen schlichtweg unwohl. Egal, weswegen nicht gestillt werden kann – die Entwicklung des Säuglings ist deswegen nicht gefährdet. Zum einen besteht die Möglichkeit, die Muttermilch abzupumpen und mit dem Fläschchen zu füttern, zum anderen bieten industriell hergestellte Säuglingsmilchnahrungsprodukte eine Alternative zur Muttermilch.

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