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Gesundheitslexikon: Stethoskop

Stethoskop: Diagnosewerkzeug des Arztes

Das Stethoskop benötigt der Arzt, um verschiedene Körpergeräusche von Patienten abzuhören. Diese Untersuchungsmethode ist auch unter dem medizinischen Begriff Auskultation bekannt.

Was ist ein Stethoskop?

Die meisten Stethoskope setzen sich aus den beiden Ohrbügeln, einem Schlauch oder einem Doppelschlauch und dem Stethoskopkopf, auch Bruststück genannt, zusammen. Der Stethoskopkopf enthält eine Membran, die durch die Aufnahme akustischer Wellen in Schwingungen versetzt wird. Diese Vibrationen werden an die Luftsäule im Stethoskopschlauch übertragen. Mittels der Ohrbügel erfolgt die Weiterleitung der Schallwellen an die Trommelfelle des Arztes. Dessen Gehörgänge werden durch die an beiden Enden der Ohrbügel aufgesetzten Oliven abgedichtet. Gute Stethoskope zeichnen sich durch weiche, perfekt abgedichtete Ohroliven aus. Qualitativ hochwertige Stethoskopköpfe bestehen aus Edelstahl, andere Kopfstücke sind aus Messing gefertigt. Klassische Stethoskope besitzen einen Doppelschlauch, moderne Instrumente weisen einen Monoschlauch in Y-Form oder einen Dual-Lumen-Schlauch in V-Form auf.

Wozu benötigt der Arzt das Stethoskop?

Der Arzt wendet das Stethoskop für körperliche Untersuchungen am Patienten an. Dazu zählt die Auskultation der Lunge, wobei normale Atemgeräusche sowie eventuelle krankhafte Atemnebengeräusche festgestellt werden können. Beim Abhören des Herzens erfasst der Arzt sowohl Herztöne als auch Herzgeräusche. Bei den Herztönen handelt es sich um Töne, die während der natürlichen Funktion der Herztätigkeit entstehen. Herzgeräusche weisen hingegen auf pathologische Veränderungen der Herzfunktion hin. Die Ursachen hierfür können zum Beispiel Herzklappenfehler oder Verengungen der Blutgefäße sein. Der Arzt hat auch die Möglichkeit, mit dem Stethoskop den Bauchraum abzuhören. Hierbei können vor allem Darmgeräusche festgehalten werden, während einer Schwangerschaft sind darüber hinaus auch die Herztöne des Kindes wahrzunehmen. Mittels eines Stethoskops kann der Arzt Gefäßgeräusche hören, was besonders für die Beurteilung der Halsschlagaderfunktion von Bedeutung ist. Bei der Blutdruckmessung ermittelt der Arzt mit Hilfe des Stethoskops sowie eines Blutdruckmessgerätes den Blutdruck des Patienten. Die Kratzauskultation hat unter Zuhilfenahme der Finger des Arztes die Bestimmung von Organgrenzen zum Inhalt.

Welche verschiedenen Arten von Stethoskopen gibt es?

Insgesamt werden fünf Arten von Stethoskopen unterschieden: akustische, fetale und elektronische Stethoskope, Aufnahme-Stethoskope und Rauschunterdrückung-Stethoskope. Akustische Stethoskope arbeiten mit Hilfe des Stethoskopkopfes und finden am häufigsten Anwendung. Elektronische Stethoskope vermögen mit Hilfe von Schallwellen lautere Töne zu erzeugen. Fetale Stethoskope weisen die Form einer kleinen Trompete auf und werden zur Untersuchung schwangerer Frauen verwendet. Aufnahme-Stethoskope haben die Funktion, die erzeugten Töne aufzunehmen und später auszuwerten. Rauschunterdrückung-Stethoskope enthalten ein Filtersystem, das Umgebungsgeräusche erheblich zu reduzieren vermag.

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