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Gesundheitslexikon: Steroide

Steroide – Dopingmittel mit erheblichen Nebenwirkungen

Steroide gehören zu den Anabolika – Stoffe, die eine verstärkte Proteinsynthese fördern und somit ermöglichen, körpereigenes Gewebe effektiver aufzubauen. Bei Steroiden handelt es sich um synthetisch hergestellte Verwandte des männlichen Sexualhormons Testosteron. Heute werden anabole Steroide im Sport verwendet, vor allem beim Bodybuilding. Das Ziel ist der Aufbau von Muskelmasse. Im Leistungssport stehen sie längst auf der Dopingliste. Entwickelt wurden sie ursprünglich in Zeiten des Zweiten Weltkrieges. Sie sollten Kriegsgeschwächten schnell auf die Beine helfen und wurden auch gegen Muskelschwund und Blutarmut eingesetzt.

Wie Steroide wirken

Steroide werden meist von Männern angewendet, aber auch bei Frauen ist die Wirkung ähnlich. Dabei reagiert der weibliche Körper viel besser auf Steroide – nur ein Bruchteil der vergleichbaren Menge für Männer wird benötigt, um ähnliche Wirkungen zu erzielen. Falls Sie mit dem Gedanken spielen, Steroide einzusetzen, sollten Sie sich jedoch über die Nebeneffekte bewusst sein: Sie sind oft erheblich und irreversibel.


Steroide wirken auf zweierlei Art: Die anabole Eigenschaft hat zur Folge, dass Sie den Aufbau von Eiweiß in Ihrer Muskulatur steigern können – jedoch nur, wenn Sie zugleich trainieren. Die Regeneration wird durch sie ebenfalls beschleunigt. Sie benötigen also weniger Erholungszeiten und können entsprechend häufiger und intensiver trainieren. Der negative Effekt von Steroiden ist, dass sie einen mitunter erheblichen Einfluss auf die inneren und äußeren Geschlechtsmerkmale haben können. Dasselbe gilt für die Psyche. Man spricht in diesem Fall von der androgenen Wirkung.

Nebenwirkungen von Steroiden für Frauen

Die androgenen (oder virilisierenden) Effekte von Steroiden bedeuten besonders für Frauen unangenehme Nebenwirkungen. Manche von ihnen sind sogar irreversibel. Maskuliner werdende Gesichtszüge gehören dabei noch zu den harmloseren Nebeneffekten. Es beginnt häufig mit einem leichten Kratzen im Hals, dann kann es sehr schnell gehen: Ihre Stimme wird tiefer. Wenn Sie die Steroide dann nicht sofort absetzen, könnte Ihre Stimme für immer so bleiben. Außerdem nimmt Ihr Haarwuchs im Gesicht und am ganzen Körper zu. Das Haupthaar hingegen wird Ihnen durch Steroide tendenziell ausfallen.

Es kann außerdem passieren, dass die Menstruation ausbleibt, unter Umständen schon bei ganz geringen Mengen. Immerhin sind Steroide dem männlichen Sexualhormon Testosteron sehr ähnlich. In einigen Fällen wurde auch über irreversible Unfruchtbarkeit berichtet.

Auch an der Klitoris sind Veränderungen möglich: Sie kann größer werden und sich verlängern. Häufig verkleinern sich gleichzeitig die Brüste.

Transgender – gewollte Veränderung

Die meisten Frauen schrecken aus diesen Gründen vor Steroiden zurück. Für manche Menschen sind jedoch gerade diese androgenen Effekte der Grund für die Einnahme. Für viele Frauen, die sich einen männlichen Körper wünschen, sind Steroide eine Möglichkeit, sich ihrem Körperideal anzunähern. Geschlechtsumwandlungen sind teuer, und viele Effekte der Vermännlichung lassen sich durch die anabolen Steroide recht effektiv erzielen.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel enthält nur allgemeine Informationen und Hinweise über Steroide, hat jedoch keinen Anspruch auf Vollständigkeit und ersetzt daher nicht die Beratung durch einen Arzt oder Apotheker. Da die Medizin sich ständig weiterentwickelt, sollten Sie immer die aktuelle Gebrauchsinformation zu Ihrem Arzneimittel sorgfältig durchlesen und Ihren Arzt oder Apotheker zurate ziehen.

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