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Gesundheitslexikon: Steißbein

Das Steißbein – wichtiger Baustein zur Stabilität des Beckens

Das menschliche Steißbein (Coccyx oder Os coccygis) befindet sich im untersten Bereich der Wirbelsäule. Es schließt unmittelbar an das über ihm liegende Kreuzbein (Apex ossi sacri) an.

Die Relevanz des Steißbeins für das menschliche Becken

Das Steißbein kann als die dreieckige Halterung der Bänder und Muskeln des Beckens verstanden werden. Es unterstützt somit den Beckenboden und die dazugehörigen Gelenke.

Die Spitze des knöchernen Steißbeins hat die Form eines Knopfes. Nur der erste der vier bis fünf Wirbel des Steißbeins sieht tatsächlich auch aus wie ein Wirbel. Bei den meisten Menschen ist das Steißbein zu einem einzigen Knochen zusammengewachsen und hat sich zurückgebildet. Die typischen Erkennungszeichen eines Wirbels sind also somit nicht mehr zu sehen.

Verletzungen des Steißbeins – schmerzhaft und langwierig

Fällt man auf das Steißbein oder bekommt einen harten Schlag dagegen, kann es passieren, dass das Steißbein geprellt wird, luxiert oder sogar bricht. Alle diese Verletzungen sind äußerst schmerzhaft. Sitzen oder Aufstehen sind dann nahezu unmöglich.

Die Luxation des Steißbeins

Prellungen und Brücke sind die typischen Verletzungen des Steißbeins. Tritt eine Luxation des Steißbeins auf, wird dies aufgrund der Seltenheit häufig zunächst einmal nicht erkannt. Meist wird aufgrund der falschen Einschätzung dann ausschließlich mit Schmerzmitteln behandelt. Für die Betroffenen bedeutet es, dass sie einen langen Weg des Leidens gehen müssen, bevor die richtige Diagnose gestellt wird.

Die richtige Behandlung der Luxation des Steißbeins

Ist die Luxation des Steißbeins erkannt worden, kann diese behandelt werden. Dazu führt der Arzt den Zeigefinger in den Mastdarm und tastet sich so von innen an das Steißbein heran. Gleichzeitig arbeitet er mit dem Daumen von außen am Steißbein. Dies führt dazu, dass sich das Steißbein leicht vom Kreuzbein wegbewegt und entspannt. Dadurch tritt eine rasche Schmerzlinderung ein.

Bruch des Steißbeins – Diagnose und Therapie

Ist das Steißbein gebrochen oder stark geprellt, sind die Schmerzen nahezu unerträglich. Meist zeigt sich an der entsprechenden Stelle auch ein Bluterguss. Hat man bei einer Luxation des Steißbeins die Möglichkeit einer rektalen Behandlung, ist bei einem Bruch oder einer starken Prellung des Steißbeins keine manuelle Therapie möglich. Mit Hilfe von schmerzstillenden Medikamenten (Analgetika) und der Unterstützung durch einen Sitzring oder Ring-Kissen lassen sich die starken Schmerzen etwas abmildern. Werden die Beschwerden stärker, kommt eine Operation in Betracht, bei der das distale Knochenfragment entfernt wird.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

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