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Gesundheitslexikon: Staphylococcus aureus (MRSA)

Staphylococcus aureus – das goldgelbe resistente Bakterium

Staphylococcus aureus kann gemäß der griechischen Wortherkunft mit goldgelbes traubenförmiges Bakterium übersetzt werden. Es ist kugelförmig und ordnet sich häufig in Gebilden an, die Trauben ähneln. Die Erreger sind weit verbreitet und kommen bei 30 Prozent der Menschen regelmäßig in der Haut, in der Schleimhaut der Nase, in den Achseln, der Leiste, in der Scheide und im Darm vor. Es ist aber auch in Nahrungsmitteln und in Gewässern verbreitet und kann beim Verzehr aufgenommen werden. Staphylococcus aureus ist aktiv nicht beweglich.

Infektion/Erkrankungen

Staphylococcus aureus ist generell pathogen, das heißt, er ist krankheitserregend. Doch trotz der weiten Verbreitung und der relativ dichten Besiedlung treten selten Infektionen auf. Erst wenn das Immunsystem zu schwach ist für eine effektive Gegenwehr oder der Erreger einen Weg ins Körperinnere oder ins Blut findet, entfaltet er seine krankmachende Wirkung. Eintrittspforten können offene Verletzungen, Injektionen, Operationen oder Katheter sein. In den Verdauungstrakt kann er auch durch verseuchte Nahrungsmittel oder verseuchtes Wasser gelangen. In dem warmen Milieu im Körperinneren vermehrt er sich rasend schnell und kann innerhalb von Stunden verschiedene Erkrankungen auslösen. Er kann zudem verantwortlich sein für die typischen Magen-Darm-Symptome wie Übelkeit, Erbrechen, Krämpfe und Durchfall. Beim Befall der Haut entstehen Entzündungen wie Karbunkel oder Furunkel. Dringen die Keime in ein Gelenk ein, können sie dieses unbehandelt innerhalb kurzer Zeit zerstören. Im ungünstigsten Fall werden lebensgefährliche Erkrankungen hervorgerufen. Dazu gehören Lungenentzündungen, die je nach auslösendem Toxin eine hohe Sterblichkeitsrate haben. Die Innenhaut des Herzens kann befallen sein und eine Endokarditis ausbilden, bei der die Leistungsfähigkeit massiv eingeschränkt ist. Zu den lebensbedrohlichen Folgen gehört auch das sogenannte ‚Toxische Schocksyndrom‘, das häufig mit Ausschlag, arterieller Hypotonie, Fieber, Schock und Multiorganversagen einhergeht. Wenn die Erreger ins Blut geraten, können sie eine Sepsis auslösen, die ebenfalls eine hohe Letalitätsrate (Verhältnis von Todesfällen gemessen an der Zahl der Erkrankungen) hat.

Therapie

Grundsätzlich werden Infektionen mit Staphylococcus aureus wie andere bakterielle Erkrankungen mit der Gabe von Antibiotika behandelt. In der Vergangenheit haben sich Penicillin und deren Abkömmlinge zur Therapie bewährt. Es stehen aber heute auch andere Arten von Antibiotika zur Verfügung. Wichtig ist es, den Wirkstoff über eine genügend lange Zeit einzunehmen, damit auch alle Keime vernichtet werden. Überlebende Bakterien können sich sonst weiter vermehren und nach einer Krankheitspause eine Zweitinfektion zum Beispiel an der Hirnhaut, den Nieren oder am Herzmuskel auslösen. Je nach Lokalisation und Heilungsverlauf können zur Behandlung auch chirurgische Maßnahmen notwendig werden, mit denen Wunden oder Gelenkhöhlen ausgeräumt und gespült werden.

MRSA

Besonders in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen für alte Menschen haben sich im Laufe der Zeit Bakterienstämme herausgebildet, die Resistenzen gegen Penicillin und verwandte Antibiotika entwickelt haben. Diese als MRSA (methicillinresistenter Staphylococcus aureus) bezeichneten Varianten bilden meist Unempfindlichkeiten gegen mehrere Wirkstoffe aus, weshalb oft auch die Bezeichnung multiresistent verwendet wird. Eine wichtige Rolle bei der Verbreitung spielt die Nichteinhaltung hygienischer Maßnahmen.

MRSA hat sich in den letzten Jahren sehr schnell verbreitet und stellt immer mehr eine Bedrohung besonders für Ältere und Menschen mit geschwächtem Immunsystem dar. Die Keime tauchen heute nicht mehr nur ausschließlich in medizinischen Einrichtungen auf, sondern auch in alltäglichen Zusammenhängen. Sie sind gehäuft in Nahrungsmitteln und im Trinkwasser zu finden. Besonders in Schweinemastbetrieben verbreiten sie sich in letzten Jahren sehr schnell. Die Behandlung mit sogenannten Reserveantibiotika wird wegen der raschen Zunahme der Resistenzen für die Medizin immer mehr zu einem Wettlauf mit der Zeit.

Deshalb ist die Forschung ständig auf der Suche nach neuen Wirkmechanismen, an die die Erreger sich nicht so schnell anpassen können.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

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