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Gesundheitslexikon: Spironolacton

Unentbehrliches Arzneimittel: Spironolacton

Spironolacton ist ein Arzneistoff aus der Wirkstoffklasse der Aldosteronantagonisten und gehört zu den Kalium sparenden Diuretika. Somit wird der Arzneistoff unter anderem zur Behandlung von Wasseransammlungen im Gewebe (Ödeme) genutzt. Spironolacton gehört nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zu den unentbehrlichen Arzneimitteln.

Wie wirkt Spironolacton?

Der Arzneistoff verhindert die Bindung des Mineralkortikoids Aldosteron an die entsprechenden Rezeptoren. Aldosteron ist ein Hormon, das den Transport von Natrium in den Sammelrohren der Niere erleichtert. Dadurch kommt es zu einer vermehrten Rückresorption von Wasser. Durch Spironolacton wird diese Natrium-Rückresorption unterbrochen. Damit bleibt auch die Rückgewinnung von Wasser ins Blut aus. Natrium und Wasser werden vermehrt ausgeschieden, wodurch sich die Blutmenge verringert. Der Blutdruck sinkt und das Herz wird somit entlastet. Auch Wasseransammlungen im Gewebe können durch Spironolacton ausgeschwemmt werden. Der Wirkstoff gehört zu den sogenannten Kalium-sparenden Diuretika. Bei vielen anderen Diuretika geht mit dem Natrium auch viel Kalium verloren, sodass es zu Elektrolytstörungen kommen kann. Bei Spironolacton ist dies nicht der Fall. Doch Spironolacton wirkt nicht nur als Aldosteron-Antagonist, sondern auch als Testosteronblocker. Es hemmt die Synthese des Hormons und verhindert zudem die Bindung des Testosterons an die Androgenrezeptoren. Aufgrund dieser Wirkeigenschaften wird Spironolacton auch zur Behandlung von transsexuellen Menschen genutzt.

Wann wird das Diuretikum eingesetzt?

Da Spironolacton ein Aldosteron-Antagonist ist, wird die Substanz bei erhöhten Aldosteronspiegeln eingesetzt. Beim primären Hyperaldosteronismus liegt eine erhöhte Produktion vor. Bei einer Leberzirrhose kann es jedoch auch zu einem verminderten Abbau kommen (sekundärer Hyperaldosteronismus). Eine weitere Indikation für den Einsatz von Spironolacton ist die chronische Herzinsuffizienz. In den USA ist die antiandrogene Therapie mit Spironolacton Standard. In Europa wird sie jedoch eher selten durchgeführt.

Spironolacton ist verschreibungspflichtig und wird in der Regel oral verabreicht. Die Wirkung tritt eher langsam ein. Nach zwei bis drei Tagen sind erste Effekte erkennbar, die volle Wirkung zeigt sich erst nach fünf Tagen. Generell ist die Bioverfügbarkeit des Arzneistoffes jedoch gut. Nach der oralen Verabreichung stehen im Körper mehr als 90 Prozent des Wirkstoffes zur Verfügung.

Gibt es Nebenwirkungen oder Wechselwirkungen?

Da Spironolacton zu den Kalium sparenden Diuretika gehört, ist die Erhöhung des Kaliumspiegels im Blut eine häufige Nebenwirkung. Deshalb müssen Patienten, die Spironolacton einnehmen, regelmäßig laborchemisch überwacht werden.

Zwei Prozent aller Patienten entwickeln unter der Einnahme von Spironolacton allergische Hautreaktionen. Zudem können sich hormonelle Störungen entwickeln. So kann es bei Frauen zu einer vermehrten Körperbehaarung kommen. Eventuell bleibt auch die Regelblutung aus. Bei Männern zeigt sich in seltenen Fällen ein vermehrtes Wachstum der Brust. Einige Männer leiden zudem unter Potenzstörungen.

Eine ebenfalls seltene Nebenwirkung ist die Entwicklung einer möglicherweise irreversiblen Heiserkeit.

Spironolacton darf nicht in Kombination mit dem Herzglykosid Digoxin eingenommen werden, da sich in der Kombination der beiden Arzneimittel die Plasmaspiegel von Digoxin erhöhen, sodass es zu Überdosierungen kommen kann.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel enthält nur allgemeine Informationen und Hinweise über Arzneimittel, hat jedoch keinen Anspruch auf Vollständigkeit und ersetzt daher nicht die Beratung durch einen Arzt oder Apotheker. Da die Medizin sich ständig weiterentwickelt, sollten Sie immer die aktuelle Gebrauchsinformation zu Ihrem Arzneimittel sorgfältig durchlesen und Ihren Arzt oder Apotheker zurate ziehen.

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