Gesundheitslexikon Gesundheitslexikon

Gesundheitslexikon: Speiseröhrenkrebs (Ösophaguskarzinom)

Speiseröhrenkrebs: Ursachen, Symptome, Behandlung

Ein Ösophaguskarzinom, wie der Speiseröhrenkrebs in der Fachsprache heißt, ist ein maligner Tumor der Speiseröhre. Diese Form der Krebserkrankung betrifft vor allem Männer über 50 Jahre und geht mit einer sehr schlechten Prognose einher.

Ursachen

Die Wahrscheinlichkeit, dass Zellen der Speiseröhrenschleimhaut maligne entarten, hängt von vielen Faktoren ab. Fakt ist jedoch, dass gewisse Karzinogene die Wahrscheinlichkeit für eine Erkrankung wesentlich erhöhen.

So spielen Risiken des Lebensstils wie Alkohol- und Nikotinmissbrauch, aber auch der Verzehr von Nitrosaminen in Pökelfleisch und Wurst eine nicht unerhebliche Rolle bei der Malignisierung der Ösophaguszellen. Auch Vernarbungen der Speiseröhre durch Entzündungen, Verätzungen oder Radiotherapie begünstigen Präkanzerosen, eine Vorstufe entarteter Zellen.

Symptome

Ösophaguskarzinome verursachen erst Beschwerden, wenn sie einen bestimmten Durchmesser erreicht haben. Dann klagen Betroffene meist über Schluckstörungen (Dysphagie) und retrosternale Schmerzen, einfach gesagt: Brustschmerzen. In manchen Fällen kommt es noch lange nach der Nahrungsaufnahme zum Wiederhochwürgen unverdauter Lebensmittel. Dazu ist bei vielen die sogenannte B-Symptomatik mit unerklärlichem Fieber, Nachtschweiß und massivem Gewichtsverlust zu beobachten. Im Spätstadium, wenn der Ösophagustumor den Nervus recurrens einengt, klagen die Patienten auch über Heiserkeit.

Diagnose

Nach einer ausführlichen Anamnese verschafft sich der behandelnde Arzt ein klinisches Bild. Bei Verdacht auf ein Ösophaguskarzinom veranlasst er weitere Diagnoseverfahren, um Gewebeproben des Tumors zu gewinnen und die Ausdehnung festzustellen. Hierbei sind eine endoskopische Untersuchung mit Histologie wie auch bildgebende Verfahren, beispielsweise Röntgen und Computertomografie, aussagekräftige Methoden in der modernen Medizin.

Behandlung

Die Therapie eines Speiseröhrentumors hängt von vielerlei Faktoren wie der Größe des Karzinoms, aber auch von der physischen Verfassung des Betroffenen oder der Perspektive ab. Hierbei wird dann zwischen kurativer und palliativer Behandlung unterschieden. Je nachdem, welches Ziel die Therapie verfolgt, kommen verschiedene Verfahren zum Einsatz.

Im Falle einer kurativen Therapie hat sich eine neo-adjuvante Radio- oder Chemotherapie bewährt. Hierbei wird versucht den Tumor im Vorfeld einer Operation zu verkleinern, um anschließend so wenig Gewebe wie möglich entfernen zu müssen. Die operative Ösophagusresektion kann subtotal oder total mit Entfernung regionaler Lymphknoten erfolgen. Als Speiseröhrenersatz wird entweder der Magen nach oben gezogen und verschlingt oder ein Teil des Kolons entfernt und zwischen Kehlkopf und Mageneingang eingesetzt.

Palliativ versuchen Mediziner, den Betroffenen eine möglichst beschwerdefreie Zeit ohne risikobehaftete Interventionen zu ermöglichen. Daher ist die Wiederherstellung der Ösophaguspassage mittels Tubus oder Stent-Implantat nicht nur wichtig, sondern auch ein relativ kurzer und unkomplizierter Eingriff mit zeitlich begrenztem, aber positivem Effekt. Sollten die Beschwerden bereits so schwer wiegen, dass die orale Nahrungsaufnahme bereits beeinträchtigt ist, kann eine enterale Ernährung mittels nasogastraler oder perkutaner Magensonde erfolgen.

Ergänzend zu den oben aufgeführten Verfahren ist die Schmerz- und ANE-Therapie zu erwähnen. Diese bieten den Patienten die Möglichkeit, frei von Übelkeit und schmerzreduziert neue Kraft zu tanken und ihren Körper zu kräftigen.

Vorbeugung

Wie alle anderen Krebsarten auch, ist das Ösophaguskarzinom ein Produkt aus vielerlei körpereigenen Fehlprogrammierungen. Dennoch gibt es die Möglichkeit, durch einen angepassten Lebensstil die Risikofaktoren, die diese Dysfunktionen begünstigen, weitestgehend zu reduzieren. Es liegt in unseren Händen, auf Nikotin zu verzichten und einen bewussten Konsum von Alkohol und Fleisch in unseren Alltag zu integrieren.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

Anzeige