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Gesundheitslexikon: Speed

'Speed': Rausch mit Folgen

Speed (bzw. Pep) ist der Szenename für illegal hergestelltes Amphetamin, das wie Kokain oder Methamphetamin zu den Psychostimulanzien mit aufputschender Wirkung gehört. Obwohl sich Konsumenten zunächst euphorisch fühlen, ist die Einnahme mit zahlreichen gesundheitlichen Risiken verbunden. Folgeerscheinungen können Betroffene unter Umständen ein Leben lang begleiten. Der Konsum kann verschiedene Konsequenzen haben.

Was ist Speed?

Speed ist ein weißes bis gelbliches Pulver, das in aller Regel gestreckt wird (mit Koffein, Acetylsalicylsäure, Paracetamol, Ephedrin oder Methamphetamin sowie Glucose und Laktose). Es wurde erstmals 1887 synthetisiert und war bis Mitte des 20. Jahrhunderts als Benzedrin in Apotheken frei verkäuflich. Während des Zweiten Weltkriegs wurde es häufig Soldaten verabreicht, damit diese leistungsfähiger bleiben und Müdigkeitserscheinungen ausbleiben. Zudem fand es Anwendung als Asthmamittel. Allerdings stellte man in der Folgezeit das hohe Abhängigkeitsrisiko und zahlreiche Gefahren für die körperliche, geistige und seelische Gesundheit fest. Abwandlungen (sog. Derivate) des Amphetamins gibt es heute noch im medizinischen Gebrauch, beispielsweise beim ADHS-Mittel Ritalin. Ansonsten sind die Verbreitung und der Konsum inzwischen illegal.

Wirkungsweise und Problematik

Konsumenten von Speed empfinden zunächst eine entspannte Aufmerksamkeit und ein gesteigertes Gefühl von Selbstbewusstsein und Stärke. Puls und Blutdruck steigen an, ebenso die Körpertemperatur. Müdigkeit, Hunger und Durst werden unterdrückt. Kurzfristig fühlt man sich leistungsfähiger, letztendlich handelt es sich aber um eine Ausbeutung der Energiereserven des Körpers, da ihm faktisch keine neue Energie zugeführt wird. Bei hohem und fortgesetztem Konsum sind extreme Nervosität und Zittern möglich, kommt es außerdem zu starker Anstrengung, können Hitzestau und Kreislaufkollaps die Folgen sein. Konsumenten haben außerdem ein erhöhtes Risiko für Schlaganfälle, Herzinfarkte, bleibende Hirnschäden, Psychosen und Verhaltensstörungen. Der Nutzen steht deswegen in keinem Verhältnis zu den Risiken. Zudem besteht ein hohes Abhängigkeitspotenzial. Betroffene neigen dazu, eine Toleranz zu entwickeln und immer höhere Dosen zu konsumieren, was mit steigenden gesundheitlichen Gefahren einhergeht. Als gefährdet gelten vor allem junge Menschen, die glauben, dass es ihnen an Selbstbewusstsein und Stärke mangelt. Häufig findet der erstmalige Konsum unter Gruppendruck statt, die Sucht kann sich aber schnell verselbständigen.

Behandlung und Therapie

Der körperliche Entzug von Speed dauert normalerweise ein bis zwei Wochen an. Dabei stehen psychische Symptome wie Depressionen und Angstzustände im Vordergrund, körperliche Entzugserscheinungen wie Zittern und Schwitzen sind eher zweitrangig. Nach dem körperlichen Entzug, der in der Regel stationär vorgenommen wird, ist jedoch auch eine psychische Entwöhnung notwendig, die in Form einer Psychotherapie (Verhaltenstherapie) vonstattengehen kann. Aufgrund der zunächst sehr angenehmen Gefühle, die Betroffene beim Konsum haben, ist das psychische Abhängigkeitsrisiko sehr groß und die Entwöhnung kann langwierig sein. Auch können weitere Folgeerscheinungen wie Psychosen bei sensiblen Personen eine psychiatrische Behandlung erforderlich machen. Sind seelische Erkrankungen eine Folge des Konsums, begleiten diese Betroffene häufig ein Leben lang. Auch körperliche Schäden wie Schlaganfälle können eine lebenslange Beeinträchtigung darstellen, falls die Betroffenen sie überhaupt überleben. Speed ist deswegen alles andere als eine harmlose Droge. Vor dem Konsum wird aus guten Gründen strikt gewarnt.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

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