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Gesundheitslexikon: Sorbit

Sorbit – nicht nur bei Diabetikern ein beliebter Zuckeraustauschstoff

Sorbit entsteht im Organismus als Zwischenprodukt beim Kohlenhydratstoffwechsel. Es kann sowohl in Glukose als auch in Fruktose umgewandelt werden. In zu großen Mengen genossen, wirkt Sorbit abführend und ruft oft Verdauungsbeschwerden hervor.

Was ist Sorbit?

Sorbit stellt einen sechswertigen Zuckeralkohol dar. Es entsteht im Organismus als Metabolit bei der Reduktion (Anlagerung von Wasserstoff) von Hexosen wie Glukose oder Fruktose und ist stark hygroskopisch (wasseranziehend). Sorbit besteht aus einer Kette von sechs Kohlenstoffatomen, welche jeweils eine Hydroxylgruppe (-OH) gebunden haben. Da die Hydroxylgruppe das Merkmal von Alkoholen ist, gehört es nicht zu den Kohlenhydraten, sondern zu den Alkoholen. Sorbit schmeckt süß und ist sehr gut in Wasser löslich. Seine Süßkraft beträgt allerdings nur 40 bis 60 Prozent der Süßkraft von Saccharose, einem Disaccharid aus Glukosebausteinen. Im Gegensatz zur Saccharase (Haushaltszucker) besitzt es auch etwas weniger Kalorien. Da Sorbit als Zwischenprodukt im Stoffwechsel entsteht und weiter abgebaut wird, kann es auch über Nahrungsmittel oder Nahrungsmittelzusatzstoffe zugeführt und verstoffwechselt werden. Der Vorteil gegenüber Zucker ist, dass es keinen Einfluss auf den Blutzuckerspiegel hat, da es sich um einen Alkohol handelt. Deshalb enthalten Diabetikerprodukte als Zuckeraustauschstoffe meist Sorbit. Außerdem findet es in fast allen Zahnpasten und als Feuchthaltemittel in bestimmten Nahrungsmitteln Verwendung. Des Weiteren kommt es in einigen Obstsorten wie Pflaumen, Birnen, Äpfeln, Pfirsichen oder Aprikosen vor.

Welche Bedeutung besitzt Sorbit für den Organismus?

Die Bedeutung von Sorbit für den Organismus besteht darin, dass es als Zwischenprodukt bei der Synthese von Fruktose aus Glukose entsteht. Fruktose wird immer unmittelbar aus Sorbit synthetisiert. Neben dem normalen Abbau der Glukose ist dies jedoch ein außerhalb der Leber stattfindender alternativer Weg der Glukoseverwertung. Insbesondere bei einem Überangebot an Glukose wie beispielsweise bei Diabetikern wird dieser Weg beschritten. Sorbit und Fruktose können jedoch die Zellen nicht verlassen und werden dort auch nicht abgebaut, weil der Fruktoseabbau nur in der Leber stattfindet. Die Zellen schwellen an. Dieses Anschwellen der Zellen ist daher eine Spätfolge eines Diabetes und führt oft zu diabetischen Blutgefäßveränderungen (Mikroangiopathien), Neuropathien und dem grauen Star.

Nebenwirkungen von Sorbit

Obwohl Sorbit vom menschlichen Organismus gut verwertet werden kann und bei Diabetikern als Zuckerersatzstoff verwendet wird, kommt es zuweilen zu Unverträglichkeiten. Normalerweise wird Sorbit im Dünndarm resorbiert und gelangt nicht in den Dickdarm. Wenn jedoch die Sorbitresorption im Dünndarm nicht optimal funktioniert oder mit der Nahrung zu viel Sorbit zugeführt wird, kann es auch zum Teil in den Dickdarm gelangen. Dort wirkt es zunächst hygroskopisch und entzieht dem Darmgewebe Wasser, welches den Stuhlgang verflüssigt. Neben dem Sorbitabbau durch Dickdarmbakterien mit massiver Gasbildung kommt es so zu Durchfall und Blähungen. Da außerdem Sorbit in Fruktose umgewandelt wird, leiden Personen mit einer Fruktoseunverträglichkeit ebenso an Verdauungsbeschwerden. In diesen Fällen muss die Zufuhr von Sorbit eingeschränkt werden.

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