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Gesundheitslexikon: Sklerodermie

Sklerodermie: Das steckt hinter der seltenen Autoimmunerkrankung

Bei der Sklerodermie ist das Bindegewebssystem betroffen. Es kommt aufgrund einer Fehlfunktion des Immunsystems zu einer Verhärtung oder einer Vermehrung des Gewebes. Beschränken sich die Krankheitszeichen auf die Haut, bezeichnen Mediziner die Krankheit als zirkumskripte Sklerodermie. Trifft die Erkrankung aber die inneren Organe, so sprechen Ärzte von einer systemischen Sklerodermie. Die Autoimmunerkrankung kommt selten vor, ist nicht lebensbedrohlich, kann aber auch nicht geheilt werden. Frauen sind in der Regel öfter betroffen als Männer.

Ursache

Bislang sind sich Mediziner nicht sicher, warum Betroffene an Sklerodermie erkranken. Es gibt allerdings Hinweise, dass Vererbung und Umweltfaktoren ebenso eine Rolle spielen könnten wie eine Fehlfunktion des menschlichen Bindegewebsstoffwechsels oder entzündliche Reaktionen.

Symptome

Die zirkumskripte Sklerodermie betrifft die Haut sowie unter der Haut liegende Strukturen wie Muskeln oder Fettgewebe. Die Krankheit zeigt sich in verschiedenen Formen, die häufigste Variante ist die Morphea. Anzeichen für eine Erkrankung sind Herde an ein oder zwei Körperstellen, wobei diese oft mehr als einen Zentimeter groß sind. Zu Anfang handelt es sich dabei lediglich um rote Flecken, umgeben von einem dunkelroten bis lilafarbenen Kreis. Später verhärten sich die Herde und werden elfenbeinfarben. Außerdem können die betroffenen Haare verschwinden, die Haut juckt und spannt. Die generalisierte zirkumskripte Sklerodermie äußert sich wie die Morphea, die Herde befinden sich allerdings an mindestens drei Körperregionen. Weitere Formen der Erkrankung sind die lineare Form (die Herde breiten sich bandförmig aus) und die tiefe Form (tiefer gelegene Anteile des Bindegewebes sind betroffen).

Die systemische Sklerodermie äußert sich in Durchblutungsstörungen an Händen und Füßen (Raynaud-Syndrom). Der Blutstrom wird behindert und die Extremitäten werden für kurze Zeit kalt, gefühllos und weiß, später blau. Außerdem kommt es zu Verhärtungen der Haut, diese treten vor allem im Gesicht und an den Extremitäten auf. Infolge kommt es zu einer eingeschränkten Beweglichkeit der Gelenke, zum Verlust des Gefühls in den Fingerspitzen oder zu Schwierigkeiten beim Öffnen des Mundes. Je nachdem welche inneren Organe betroffen sind, können weitere Krankheitszeichen auftreten. Im Magendarmbereich kann es zu einer Verhärtung der Speiseröhre und damit zu Schluckbeschwerden kommen. Bei der systemischen Sklerodermie in Lunge und Herz sind Atemnot, Schwindel und Husten typische Symptome. Im Nierenbereich berichten Patienten von Kopfschmerzen, Unwohlsein und Wasseransammlungen, am Bewegungssystem von schmerzenden Muskeln und Kraftverlust.

Diagnose

Die zirkumskripte Sklerodermie kann der Arzt oftmals schon aufgrund einer Untersuchung der verhärteten Hautstellen diagnostizieren. Sicherheit geben Auswertungen des Blutes und die Nierenwerte. Zusätzlich wird der Mediziner den Patienten nach Hinweisen auf eine systemische Sklerodermie untersuchen. Neben dem Kaltwassertest, der das Raynaud-Phänomen belegt, folgen Untersuchungen wie eine Magenspiegelung, ein Lungenfunktionstest, ein Herzultraschall oder eine Computertomografie.

Behandlung

Entzündungshemmende Medikamente, Lichttherapien mit UVA-Strahlung, Krankengymnastik und rückfettende Cremen können bei der zirkumskripten Sklerodermie für eine Verbesserung der Symptome sorgen.

Die Behandlung von Hautveränderungen bei der systemischen Sklerodermie erfolgt mittels PUVA-Therapie. Diese besteht aus einer Fototherapie und einer Behandlung mit Psoralen mittels Tabletten oder Cremen. Zudem werden die Symptome an den betroffenen Organen individuell behandelt.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

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