Gesundheitslexikon Gesundheitslexikon

Gesundheitslexikon: Skelett

Skelett: Aufbau und Funktion unseres Knochengerüsts

Das Skelett bildet das Knochengerüst des menschlichen Körpers. Alle Knochen sind an seinem systematischen und sinnvollen Aufbau beteiligt. Bei einem Neugeborenen können noch 300 Knochenanlagen gezählt werden. Diese Zahl reduziert sich bis ins Erwachsenenalter durch die Verschmelzung einzelner Knochen, wie zum Beispiel beim Schädel oder beim Steißbein. Eine individuell unterschiedliche Anzahl an 'Sesambeinen' und zusätzlichen Knochen, wie zum Beispiel einer Halsrippe ergeben die tatsächliche Gesamtzahl, die häufig zwischen 206 bis 214 angegeben wird.

Aufbau

Das gesamte Skelett kann in zwei Teile gegliedert werden. Das 'Achsenskelett' umfasst die knöchernen Anteile, die den Rumpf bilden. Dazu gehören der Schädelknochen, die Wirbelsäule mit Kreuz- und Steißbein und die Knochen des Brustkorbs. Das 'Extremitätenskelett' besteht aus dem Schultergürtel mit dem Schulterblatt und dem Schlüsselbein, der oberen Extremität mit den Oberarm-, Unterarm- und Handknochen und der unteren Extremität mit dem Becken, dem Oberschenkel-, den Unterschenkel- und den Fußknochen. Die gesamte Gerüstkonstruktion ist nicht starr. Die Einzelteile sind durch Gelenke beweglich miteinander verbunden. Die Gestalt der einzelnen Knochen kann deutlich variieren. An den Extremitäten sind sie beispielsweise lang und röhrenartig, während das Becken, der Schädel oder das Schulterblatt aus platten Knochen bestehen. Kompakte Knochenformen kommen an der Hand- und Fußwurzel sowie bei den Wirbelkörpern vor.

Funktion

Das Skelett bildet das stabile Grundgerüst des menschlichen Körpers. Seine Konstruktion bildet einerseits die Basis für die Stabilität des Körpers und andererseits gute Voraussetzungen für die Bewegung und Fortbewegung, insbesondere des Kopfes und der Extremitäten. Besondere Bauformen des Skelettes sind entstanden, um anderen Strukturen Schutz zu bieten. Der in der Entwicklung aus mehreren Knochen zusammen gewachsene Schädel schützt zum Beispiel das Gehirn, genau wie das Becken die im Inneren befindlichen Organe. Der Brustkorb bildet zusammen mit Bändern und Muskeln einen Schutzmantel für Herz, Lunge und Teile der Leber. Die einzelnen Wirbel sind so gestaltet, dass sich hinter dem Wirbelkörper jeweils ein Wirbelloch befindet, das von einem knöchernen Ring gebildet. Die übereinander gestapelten Löcher ergeben den 'Wirbelkanal', in dem gut geschützt das Rückenmark verläuft. Die Lücken zwischen den einzelnen Wirbeln werden von Bändern geschlossen. Die Gesamtheit aller Knochen des Skeletts bildet einen wichtigen Mineralstoffspeicher, besonders für 'Kalzium' und 'Phosphat'.

Erkrankungen

Neben verletzungsbedingten Schädigungen existieren viele Erkrankungen des Skelettsystems, die entweder lokal begrenzt sind, bestimmte Funktionsbereiche betreffen oder systemisch wirken. Über- und Fehlbelastungen können zu einem degenerativen Prozess führen, der auch die Knochen betrifft, zum Beispiel zu beobachten bei fortgeschrittenen 'Arthrosen'. Embryonale Fehlanlagen der Wirbel können zu einer 'Skoliose' führen, einer fortschreitenden Formabweichung der Wirbelsäule in allen drei Körperebenen. Der 'Morbus Scheuermann' ist eine Stoffwechselstörung, die in der Pubertät auftritt und bei der es durch hormonelle Wirkungen zu Deformitäten der Brustwirbel kommt. Nach Ausheilung bleibt eine Fehlstellung in diesem Bereich übrig. Die 'Osteoporose' ist eine systemische Erkrankung, die zu einem Abbau der Knochensubstanz führt. In der Folge steigt die Brüchigkeit der Knochen und es entsteht die typische gebückte Haltung.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel enthält nur allgemeine Informationen und Hinweise über das Skelett, hat jedoch keinen Anspruch auf Vollständigkeit und ersetzt daher nicht die Beratung durch einen Arzt oder Apotheker.

Anzeige