Gesundheitslexikon Gesundheitslexikon

Gesundheitslexikon: Silizium

Silizium: das zweithäufigste Element in der Erdhülle

Silizium ist ein chemisches Element der Kohlenstoffgruppe (vierte Hauptgruppe) und nach Sauerstoff das Element, das am zweithäufigsten in der Erdhülle vorkommt. Bei dem Stoff handelt es sich um ein Halbmetall. Das bedeutet, dass Silizium sowohl Eigenschaften von Nichtmetallen als auch von Metallen aufweist. Das elementare Silizium ist für den Mensch nicht toxisch. In der sogenannten silikatischen Form ist Silizium ein wichtiges Spurenelement für Ihren Körper.

Silizium im menschlichen Körper

Im menschlichen Organismus finden sich pro Kilogramm Körpergewicht rund 20 Milligramm Silizium. Der Gehalt im Körper nimmt jedoch mit zunehmendem Alter ab. Welche Aufgaben Silizium im Körper genau übernimmt, ist derzeit noch nicht bekannt. Vermutlich hat das Element aber einen Einfluss auf die Knochenreifung und auf die Knochenbildung. In Tierversuchen konnte eine vermehrte Bildung von Kollagen im Knorpel und in der Haut durch Siliziumgabe nachgewiesen werden. Mangelerscheinungen konnten beim Menschen bisher noch nicht bewiesen werden. Deshalb sind keinerlei Symptome bekannt, von denen auf einen Mangel an Silizium geschlossen werden könnte. In Tierversuchen hat man hingegen Mangelzustände mit entsprechenden Symptomen erzeugen können. Auch die Dosierungsempfehlung für Menschen wurde lediglich aus Tierversuchen abgeleitet. So liegt die empfohlene Dosis an Silizium bei 30 Milligramm pro Tag.

Quellen für Silizium

Silizium ist vor allem in pflanzlichen Lebensmitteln enthalten. So ist der Gehalt in Haferflocken, Vollkornbrot, Spinat und Bohnen besonders hoch. Auch Kartoffeln und Gerste sind reich an Silizium. In der Regel kann der Siliziumbedarf durch die tägliche Nahrung leicht gedeckt werden. Nahrungsergänzungsmittel sind deshalb eigentlich nicht erforderlich. Siliziumhaltige Präparate werden meist aus Kieselerde oder Ackerschachtelhalm hergestellt. Kieselerde besteht zu 90 Prozent aus Siliziumdioxid. Der Ackerschachtelhalm, auch Zinnkraut genannt, enthält bis zu 10 Prozent Kieselsäure. Die Präparate sollen für eine straffere Haut sorgen, das Bindegewebe stärken und entzündungshemmend wirken. Auch bei Haarausfall wird Silizium gerne als Nahrungsergänzungsmittel eingesetzt. Die Wirkung des Siliziums aus Kieselerde und Ackerschachtelhalm ist allerdings noch nicht wissenschaftlich erwiesen.

Nebenwirkungen bei Überdosierung

Die meisten Experten sehen keinen wissenschaftlichen Anlass für die Einnahme von siliziumhaltigen Präparaten. Auch wenn diese vermutlich wenig nützlich sind, Schaden richten sie ebenfalls eher nicht an. Eine Überdosierung von Silizium ist extrem selten. Sehr hohe Mengen können aber das Risiko für Harnsteine erhöhen. Ferner können während der Einnahme Überempfindlichkeitsreaktionen auftreten.

Vorsicht bei Siliziumstaub!

Das Einatmen von Siliziumstaub kann zu krankhaften Veränderungen im Lungengewebe führen. Diese Veränderungen werden als Silikose bezeichnet. Das geschädigte Lungengewebe wird im Verlauf der Erkrankung durch Bindegewebe ersetzt. Dieser Prozess heißt Lungenfibrosierung. Das Bindegewebe kann jedoch nicht die Aufgaben des Lungenfunktionsgewebes ersetzen, sodass es zu einer Sauerstoffunterversorgung des Organismus kommt. Die Betroffenen leiden unter Atemnot, Husten, Auswurf, Gewichtsverlust und eingeschränkter Leistungsfähigkeit. Sie sind zudem infektanfälliger und haben gehäuft Bronchitiden und Lungenentzündungen. Des Weiteren ist das Risiko für Lungenkrebs drastisch erhöht. Die ersten Symptome zeigen sich jedoch erst zehn Jahre nach Kontakt mit dem Siliziumstaub. Besonders häufig sind Bergleute oder Glasarbeiter von der Erkrankung betroffen.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

Anzeige