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Gesundheitslexikon: Seborrhoisches Ekzem (seborrhoische Dermatitis)

Seborrhoisches Ekzem – was Sie über den schuppigen Hautausschlag wissen müssen

Obgleich schätzungsweise 50 Prozent der Gesamtbevölkerung eine erbliche Prädisposition für das auch als Morbus Unna oder seborrhoische Dermatitis bezeichnete Ekzem besitzen, bricht es nur bei etwa fünf Prozent aus. Die im Diagnosekatalog ICD-10 unter den Ziffern L21 und L21.0 gelistete Erkrankung wird zumeist dort sichtbar, wo eine vermehrte Talgproduktion stattfindet, etwa auf behaarten Arealen der Kopfhaut sowie um Augenbrauen, Nase, Mund und Bart. Am Oberkörper sind vor allem Bereiche an der Wirbelsäule sowie an Brustbein und den Genitalien betroffen. Für den Ausbruch des Ekzems typische Lebensabschnitte sind das Säuglingsalter bis zum dritten Lebensmonat und das vierte Lebensjahr. In der Gruppe der Erwachsenen sind deutlich mehr Männer als Frauen betroffen.

Ursachen

Bei erkrankten Personen konnte eine übermäßige Vermehrung sogenannter Malassezia-Hefen festgestellt werden. In übermäßiger Anzahl können diese natürlich vorkommenden Hautkeime Entzündungen und Ekzeme hervorrufen. Ob sie allerdings auch für den Ausbruch des seborrhoischen Ekzems verantwortlich sind, ist bislang nicht erwiesen. Auffällig ist des Weiteren, dass Menschen mit einem geschwächten Nerven- oder Immunsystem, wie etwa HIV- oder Parkinson-Patienten, im Durchschnitt häufiger erkranken. Als weitere potenzielle Risikofaktoren sind Stress, Schwitzen sowie Kosmetika mit hohem Fettgehalt zu nennen.

Symptome

Die betroffenen Hautpartien weisen eine starke Schuppenbildung zunächst weißlicher Färbung auf. Später bildet sich eine gelblich glänzende Schuppenkruste, die mit Entzündungen und zuweilen auch mit Juckreiz einhergeht. Bei Säuglingen spricht man in diesem Zusammenhang umgangssprachlich auch von Grind oder Kopfgneis. In der Fachsprache ist von einem seborrhoischen Säuglingsekzem die Rede, das – anders als die bei Erwachsenen auftretende Form – nicht nur Kopf und Rumpf, sondern den gesamten Körper befallen kann. Die Entzündungsflächen sind zumeist scharf begrenzt und unter der Schuppenkruste gerötet.

Diagnose

Um eine eindeutige Diagnose treffen zu können, muss der behandelnde Arzt andere Erkrankungen als Auslöser des Hautausschlags ausschließen. Kopfgneis bei Säuglingen kann beispielsweise auch ein Indikator für beginnende Neurodermitis sein. Auch Schuppen- oder Kleinpilzflechten sowie Allergien müssen durch eine ausführliche Anamnese, genaues Betrachten der betroffenen Hautpartien sowie im Zweifel auch durch eine mikroskopische Untersuchung der Schuppen ausgeschlossen werden.

Behandlung

Das seborrhoische Säuglingsekzem heilt häufig nach einigen Wochen oder Monaten von selbst wieder ab. Um die unschöne Schuppenkruste frühzeitig zu entfernen, kann sie mit Oliven- oder Babyöl aufgeweicht werden. Erwachsene können in hartnäckigen Fällen zu so genannten Keratolytika wie Salicylsäure oder Steinkohlenteer greifen, um einen guten schuppenlösenden Effekt zu erzielen. Grundsätzlich gilt es, die Zahl der Malassezia-Hefen mittels Antimykotika, also Mitteln gegen Pilzinfektionen, zu reduzieren. In Form von Shampoos, Cremes oder Schaum können Sie diese je nach betroffener Körperregion lokal anwenden. Akute Entzündungen können Sie zudem mit Cortisonpräparaten behandeln, die es heutzutage auch als praktische Sprays gibt.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

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