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Gesundheitslexikon: Schwindel

Was tun gegen Schwindel?

Die meisten Menschen kennen es: Das leichte Schwindelgefühl, das entsteht, wenn man aus liegender oder sitzender Position aufsteht. Über diesen sogenannten Lagerungsschwindel, aber auch über andere Schwindelformen klagen Schätzungen zufolge etwa zehn Prozent aller Hausarztbesucher.

Schwindel - in der Fachsprache Vertigo genannt – beschreibt verschiedene Arten von imaginären Bewegungswahrnehmungen. Diese können im Hinblick auf die wahrgenommene Bewegungsrichtung und auf ihre Intensität und Häufigkeit ebenso stark variieren wie die möglichen Ursachen. Vereinzelte Beschwerden können das Resultat temporärer Kreislaufprobleme sein. Häufig stellen vermeintlich harmlose Schwindelattacken jedoch auch Begleiterscheinungen einer bisher unerkannten Erkrankung dar. Somit ist ihr regelmäßiges Auftreten als klares Warnsignal des Körpers zu verstehen, dass buchstäblich etwas 'aus dem Gleichgewicht' geraten ist.

Ursachen

Die möglichen Ursachen für Schwindel lassen sich in vier Gruppen einteilen. Bei sogenanntem peripher-vestibulärem Schwindel liegt eine Störung des Gleichgewichtsorgans im Ohr vor; zentral-vestibulärer Schwindel wiederum ist auf eine fehlerhafte Informationsverarbeitung der Signale des Gleichgewichtsorgans im Gehirn zurückzuführen. Im Falle des nicht-vestibulären Schwindels liegt keine der zuvor genannten Beeinträchtigungen vor; als Ursachen kommen hier unter anderem Herzrhythmusstörungen, Veränderungen des Blutdrucks, Halswirbel-Blockaden sowie Lungenerkrankungen infrage. Die vierte Gruppe bilden Patienten mit psychogenem Schwindel, für den mitunter Ursachen wie Depressionen oder Angsterkrankungen verantwortlich sein können. Auch durch Umweltreize wie beispielsweise Bus- oder Karussellfahrten sowie das Schauen aus großer Höhe in die Tiefe können Schwindelgefühle ausgelöst werden.

Symptome

Schwindelanfälle gehen häufig mit weiteren Symptomen wie plötzlicher Schwärze vor den Augen, Übelkeit, Kopfschmerz, Schweißausbrüchen sowie einem beschleunigten Herzschlag einher. Hinsichtlich des Schwindel-Empfindens lassen sich wiederum zwei Kategorien bilden: Der systematische (gerichtete) und der unsystematische (ungerichtete) Schwindel. Zum systematischen Schwindel gehören der Schwankschwindel, der einer Schifffahrt auf unruhiger See ähnelt, der Liftschwindel mit gefühlter Auf-und Ab-Bewegung sowie der Drehschwindel, der an die Drehbewegungen eines Karussells erinnert. Bei den unsystematischen Schwindelformen unterscheidet man eine in Bewegung entstehende Gangunsicherheit, die durch Bewegungen des Kopfes ausgelöste oder dauerhafte Raumunsicherheit sowie den Sekundenschwindel mit dem plötzlichen Gefühl einer nahenden Ohnmacht.

Diagnose

Um die Ursache des Schwindels zu bestimmen, werden routinemäßig Blutdruck und Puls gemessen; anschließend folgen verschiedene Tests, die sich auf Augenbewegungen, Koordinationsvermögen, Gehör- und Gleichgewichtssinn beziehen. Störungen des Gleichgewichtssinns werden unter anderem durch den so genannten Unterberger-Tretversuch diagnostiziert, bei dem der Patient in einem abgedunkelten Raum ohne Orientierungspunkte gleichmäßig auf der Stelle treten muss. Mit speziellen Fragebögen wie dem 'Dizziness Handicap Inventory' kann überdies ermittelt werden, wie stark der Alltag eines Patienten durch den Schwindel beeinträchtigt wird. Je nach Befund schließen sich spezifischere Untersuchungen im Hinblick auf die vier möglichen Schwindelursachen an.

Behandlung

Die Behandlung des Schwindels richtet sich nach der Diagnose; häufig werden zugrundeliegende körperliche oder psychische Erkrankungen behandelt, um gleichzeitig auch den Schwindel als Symptom in den Griff zu bekommen. Es gibt jedoch auch Diagnosen, bei denen sich ein spezifisches Anti-Schwindel-Training anbietet – etwa bei dem eingangs erwähnten gutartigen Lagerungsschwindel. Bei solch einem Training werden bestimmte Bewegungsabläufe trainiert, um eine höhere Toleranzschwelle des Gehirns zu erzielen und so die Wahrscheinlichkeit auftretender Schwindelgefühle zu reduzieren.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

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