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Gesundheitslexikon: Schwefelbad

Eine traditionelle Kuranwendung neu entdeckt: das Schwefelbad

Zugegeben, es duftet nicht gerade ansprechend, wenn man in ein Schwefelbad eintaucht. Doch der Geruch ist bald zu vernachlässigen, wenn man sich auf die gesundheitlichen Vorzüge einer solchen Badekur konzentriert. Denn mit ihrer antibakteriellen Wirkung wirkt sie heilend auf Körper und Haut.

Was ist ein Schwefelbad?

Ein Schwefelbad ist eine kurmäßige Anwendung im Rahmen einer Balneotherapie. Dabei nimmt der Patient bei entsprechender Indikation mehrere Bäder in schwefelhaltigem Heilwasser. Dieses spezielle Thermalwasser ist natürlichen Ursprungs, die Schwefelkonzentration ist also nicht künstlich zugesetzt. Es tritt warm aus der Erdkruste aus und verfügt neben den Schwefelverbindungen über eine hohe Konzentration von Mineralien. Solche Schwefelquellen finden sich beispielsweise in Wiesbaden, Erding, dem französischen Digne-les-Bains, auf Mallorca und in Ungarn. Meist werden die Quellen von einer Kureinrichtung genutzt. Der Schwefelgehalt muss bei mindestens einem Gramm Schwefel pro Liter Wasser liegen, um als therapeutische Anwendung genutzt werden zu können.

Wie läuft ein Schwefelbad ab?

Bei einem Schwefelbad ruht der Patient für maximal 20 Minuten in einer mit schwefelhaltigem Wasser gefüllten Badewanne. Das Badewasser verfügt über eine Temperatur von etwa 39 Grad Celsius. Meist absolviert der Patient täglich drei Badeeinheiten und zwar rund sieben bis zehn Tage hintereinander. Nach dem Bad sollte sich der Erkrankte gründlich reinigen. Ansonsten haftet der Schwefelgeruch hartnäckig an. Zudem sollte ausreichend Zeit zum Nachruhen eingeplant werden.

Wie wirkt ein Schwefelbad auf die menschliche Gesundheit?

Das warme und mineralstoffhaltige Wasser wirkt anregend auf den Körper und die über die Haut eindringenden Schwefelverbindungen wirken entzündungshemmend und schmerzstillend. Die Verbindungen scheinen in geringem Umfang in den Blutkreislauf einzudringen und wirken auf den gesamten Organismus. So lässt sich ferner eine gefäßerweiternde Wirkung feststellen und das Bindegewebe wird stimuliert und stark durchblutet. Auch der Herzschlag verlangsamt sich und der Blutdruck kann sich senken. Insgesamt hat ein Schwefelbad eine starke Wirkung auf den Kreislauf.

Bei welchen Problemen soll das Schwefelbad helfen?

Vor allem Patienten mit Erkrankungen des Bewegungsapparates wie der Gelenke und Wirbelsäule profitieren von dem schwefelhaltigen Wasser. So finden sich in den Kureinrichtungen häufig Erkrankte mit einem Vorfall der Bandscheiben, Arthrose oder Osteoporose wieder. Auch bei Weichteilrheumatismus, entzündlichen rheumatischen Erkrankungen, Fibromyalgie oder Morbus Bechterew sollen mit seriellen Schwefelbädern bessere Aussichten auf Linderung bestehen. Auch Personen mit Neurodermitis und Ekzemen können von regelmäßigen Schwefelbädern profitieren.

Was sollte man bei einem Schwefelbad beachten?

In manchen Heilanstalten wird das Baden im Schwefelwasser auch in gemeinschaftlichen Becken angeboten. Durch die dann aber zwingende Zugabe von Chlor oder sonstigen Desinfektionsmitteln, werden die heilenden Schwefelverbindungen schnell abgebaut. Daher sollten Schwefelbäder möglichst alleine vollzogen werden. Auch zuhause kann man in den Genuss eines Schwefelbades kommen. Bestimmte Hersteller bieten fertige Mischungen als Zugabe zum Badewasser an. Diesen sind zumeist natürliche Blumenaromen beigegeben, um den strengen Schwefelgeruch zu überdecken.

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