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Gesundheitslexikon: Schwefel

Schwefel – ein lebenswichtiger Baustein

Das chemische Element Schwefel – mit lateinischem Namen sulpur oder als falsch bezeichnet, jedoch doch häufig verwendet sulfur – findet sich in reiner Form in vulkanischen Gebieten kristallisiert oder als Einlagerung im Gestein. Einige seiner anorganischen Verbindungen sind von großer wirtschaftlicher Bedeutung, darunter das Schwefeldioxid, das als Bleichmittel und Desinfektionsmittel eingesetzt wird. Ferner wird Schwefeldioxid als Ausgangsstoff zur Herstellung von Schwefelsäure gebraucht. Letztere ist für die industrielle Nutzung in vielerlei Syntheseverfahren unabdingbar. Seine organischen Verbindungen sind teilweise für den lebenden Organismus essentiell und lebensnotwendig. Schwefel ist Bestandteil vieler Proteine (Eiweißstoffe), da er Baustein einiger Aminosäuren ist, aus denen diese Eiweißstoffe aufgebaut sind. Zu den bekanntesten Aminosäuren, die Schwefel gebunden enthalten, zählen Methionin und Cystein. Sie sind unter anderem für Haar- und Knochenaufbau bedeutend. Jedoch erzeugt der Stoffwechsel dieser Aminosäuren Schwefelsäure, die mit dem Urin ausgeschieden wird. Darum bewirkt die natürliche Ernährung von Menschen, die im Prinzip über eine immense Anzahl von schwefelhaltigen Aminosäuren verfügt, einen sauren Urin. Ferner findet sich Schwefel in Vitaminen wie beispielsweise im Biotin, das für Haare, Nägel und auch Bindegewebe aufbauend wirkt. Von Bedeutung ist außerdem, dass Schwefel ein Bestandteil des Hormons Insulin ist. Grundsätzlich ist Schwefel ein unabdingbarer Faktor für Stoffwechselprozesse im Körper.

Schwefel und Gesundheit

Schwefel ist seit Jahrtausenden für seine heilenden Eigenschaften bekannt. Äußerlich angewandt wird er zur Heilung von Hauterkrankungen wie Schuppenflechte und Gelenksbeschwerden eingesetzt. Besonders hervorragend eignet er sich im Bereich von Eindämmung und Linderung entzündlicher Prozesse. Im Bereich der alternativen Medizin werden schwefelhaltige Aminosäuren zur Ausfällung von Giftstoffen benutzt. Der Körper kann Schwefel nicht selber herstellen, sondern ist auf die Zufuhr schwefelhaltiger Nahrungsmittel angewiesen. Da fast alle Nahrungsmittel – hier seien stellvertretend Eier erwähnt – Schwefel in gebundener Form enthalten, ist mit Mangelerscheinungen kaum zu rechnen.

Spezielle Einsatzgebiete

Eine Reihe von Arzneimitteln laufen unter dem Oberbegriff Sulfonamide. Sie wirken antimikrobiell, das heißt, sie werden gegen Infektionskrankheiten eingesetzt. Zur Bekämpfung von Pickeln und Hautunreinheiten wird schwefelhaltiger Puder verwendet. Gerade für Menschen, die sich in der Pubertät befinden, können hiermit Erfolge erzielt werden. In natürlichen Heilwassern oder durch Zugabe von Schwefel zum Wasser wird seit Jahrhunderten gebadet. Schwefelbäder gelten als entzündungshemmend bei Hautleiden und heilend bei rheumatischen Beschwerden sowie Lebererkrankungen. Bei MSM – Methyl-Sulfonyl-Methan – handelt es sich um ein Nahrungsergänzungsmittel, das Mangelerscheinungen entgegen wirken soll. Es verspricht schmerzlindernd, entzündungshemmend, antioxidativ und Gewebe aufbauend zu wirken. Neben Schwefelwasserstoff wirken einige Schwefelverbindungen wie Schwefelkohlenstoff oder schweflige Säure in höherer Konzentration toxisch für den Organismus. Sie hemmen die Enzymtätigkeit, unterstützen krebserregende Vorgänge und vergiften das Blut. Speziell Schwefelwasserstoff entsteht überall dort, wo sich organische Stoffe zersetzen. Beispiele hierfür sind das faulende Ei oder Dunggruben. Auch riechen schwefelhaltige Quellen häufig nach dem eventuell Kopfschmerzen verursachendem, übel riechenden Schwefelwasserstoff. Ferner wird das Gas von Mundbakterien produziert, das Teil der Ursache von Mundgeruch ist.

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