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Gesundheitslexikon: Schwedische Massage

Regeneration von Muskeln und Gewebe: die Schwedische Massage

Eine Schwedische Massage dient dazu, die Muskeln, Sehnen, Bänder und Gewebe tiefgreifend zu bearbeiten. Wie der Name bereits verrät, wurde sie in Schweden erfunden. Der Militärarzt Per Henrik Ling suchte im 19. Jahrhundert nach einer Methode, um den ausgelaugten Soldaten des schwedischen Militärs wieder zu Kraft und Ausdauer verhelfen zu können. So entwickelte er die Schwedische Massage, die heute weltweit auch als ‚Klassische Massage‘ bezeichnet wird. Die Schwedische Massage kombiniert verschiedene Grifftechniken miteinander. Massiert werden grundsätzlich die Füße und Beine, der obere Teil des Gesäßes, der Rücken, die Nacken-Schulterpartie und die Arme. Ausgespart werden der Kopf und der vordere Oberkörper. Ziel der Schwedischen Massage ist es, den Körper von Verhärtungen und Verspannungen zu befreien. Durch die kräftigen Berührungen kann eine intensive Mobilisation und Durchblutung der bearbeiteten Körperpartien erreicht werden.

Wie läuft eine Schwedische Massage ab?

Die Schwedische Massage wird überwiegend in Bauchlage durchgeführt. Zumeist beginnt der Masseur am Oberkörper. Er startet mit langen, fließenden Ausstreichungen, um das Öl zu verteilen. Diese führen schließlich zum Herzen hin. Bei der Schwedischen Massage werden sodann fünf verschiedene Griffarten angewendet: das Walken oder Kneten, das Drücken, das Reiben, das Hacken und das Zupfen. Diese Griffe werden jeweils nacheinander an beiden Körperhälften eingesetzt. Dabei arbeitet der Masseur mit der Kraft seiner Hände, Handballen und Finger. Die Schwedische Massage kann als Ganzkörpermassage oder auch nur als Teilmassage durchgeführt werden. Teilmassagen können sogar in der Rückenlage ausgeführt werden. Man sollte für eine solche Massage zwischen 20 und 60 Minuten Zeit einplanen. Häufig wird die Schwedische Massage mit einem Saunagang kombiniert.

Bei welchen Problemen soll eine Schwedische Massage helfen?

Die kreisenden und drückenden Bewegungen stimulieren die tieferliegenden Gewebsschichten. So regt die Schwedische Massage vor allem den Blutfluss an, was für viele Patienten als entlastend empfunden wird. Durch das Klopfen und Walken wird das Nervensystem entspannt und die Lymphe kann besser abfließen. Daher wird die Schwedische Massage sehr gerne zur Nachsorge bei intensiven sportlichen Betätigungen angewandt. Hier kann sie Muskelverhärtungen vorbeugen und zu einem schnelleren Abtransport von Giftstoffen führen. Ferner wird sie bei rheumatischen Erkrankungen eingesetzt, um Muskeln und Gelenke beweglich zu halten. Bei Arthrosen, Krämpfen, Migräne-Attacken oder Spannungskopfschmerzen kann sie ebenfalls zu therapeutischen Zwecken herangezogen werden. Sie wirkt sich positiv auf den gesamten Stoffwechsel aus und kann die Selbstheilungskräfte ankurbeln.

Was sollte man bei der Schwedischen Massage beachten?

Diese Form der Massage ist sehr intensiv. Es kann bereits während der Massage zu einer Schmerzzunahme kommen, was häufig sogar therapeutisch gewünscht ist. Auch können nach der Schwedischen Massage muskelkaterartige Symptome auftreten. Die Wirksamkeit der Schwedischen Massage ist vor allem bei Erkrankungen des Bewegungsapparates durch Studien gut belegt. Deshalb kann sie als begleitende Therapiemaßnahme von den Krankenkassen übernommen werden. Der Patient kann sich bei der Auswahl eines passenden Therapeuten an den staatlich geschützten Berufsbezeichnungen ‚Masseur und medizinischer Bademeister‘ oder ‚Physiotherapeut‘ orientieren. Diese zeigen eine entsprechend fundierte Ausbildung an. Die Schwedische Massage darf allerdings nicht bei Tumoren, Ödemen und akuten Entzündungen durchgeführt werden.

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