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Gesundheitslexikon: Schwarzer Hautkrebs (Malignes Melanom)

Schwarzer Hautkrebs – Vorsicht bei auffälligen Leberflecken

Als schwarzer Hautkrebs (malignes Melanom) werden bösartige Hauttumore bezeichnet, die aus pigmentbildenden Zellen (Melanozyten) entstehen. Maligne Melanome bilden frühzeitig Tochtergeschwülste (Metastasen) in Lymphknoten und anderen Organen aus. In Australien und Mitteleuropa ist die Anzahl der an schwarzem Hautkrebs Erkrankten in den letzten Jahren deutlich gestiegen, besonders gefährdet sind hellhäutige Menschen, deren Haut zum Sonnenbrand neigt.

Ursachen

Übermäßige UV-Bestrahlung schädigt die Haut langfristig: Die Gefahr, später an einem malignen Melanom zu erkranken, steigt mit jedem Sonnenbrand im Kindesalter. Schwarzer Hautkrebs entwickelt sich häufig aus Muttermalen, Menschen mit vielen Leberflecken haben daher ein erhöhtes Erkrankungsrisiko. Eine erbliche Veranlagung kann die Ausbildung eines bösartigen Hauttumors ebenfalls begünstigen.

Symptome

Im Gegensatz zu harmlosen Muttermalen wachsen maligne Melanome schnell, ihr Rand ist unregelmäßig gezackt und schlecht abgrenzbar, sie sind ungleichmäßig gefärbt und über die Haut erhaben. Gelegentlich können Blutungen oder Juckreiz auftreten. Sehr selten kommen auch unpigmentierte (amelanotische) Melanome vor, bevorzugt an Händen und Füssen.

Diagnose

Jede Veränderung eines Muttermales oder ein neu aufgetretener, schnell wachsender Leberfleck sollte umgehend einem Hautarzt vorgestellt werden. Dieser wird die Hautveränderung mit dem Auflichtmikroskop (Dermatoskop) untersuchen und hinsichtlich Abgrenzbarkeit, Symmetrie, Farbe und Größe beurteilen. Bestätigt sich der Verdacht auf ein malignes Melanom, wird der Hauttumor in der Regel umgehend operativ entfernt.

Therapie/Behandlung

Das maligne Melanom wird unter örtlicher Betäubung im gesunden Gewebe herausgeschnitten und anschließend feingeweblich untersucht. Weist der Hauttumor eine Dicke von über einem Millimeter auf, wird auch der sogenannte „Wächterlymphknoten“ zur Untersuchung entnommen: Dabei wird überprüft, ob der dem Tumor nächstliegende Lymphknoten bereits von Krebszellen befallen ist. Ist dies der Fall, werden vorsorglich alle benachbarten Lymphknoten entfernt.

Zum Ausschluss von Metastasen in Bauch und Becken wird eine Ultraschalluntersuchung durchgeführt, Tochtergeschwülste in der Lunge sind auf einem Röntgenbild zu erkennen. Aufschluss über eine mögliche Streuung in Gehirn oder Knochen geben Computertomografie und Magnetresonanztomografie. Werden Metastasen festgestellt, sollten diese ebenfalls operativ entfernt werden. Ist dies nicht möglich, wird mit einer Strahlen- oder Chemotherapie versucht, die Krebszellen im Körper abzutöten.

Nach erfolgreicher Behandlung sind Nachsorgeuntersuchungen im Abstand von drei bis sechs Monaten notwendig. Diese beinhalten eine genaue Inspektion der Haut sowie eine Ultraschalluntersuchung des Bauchraumes und eine Röntgenuntersuchung der Lunge.

Vorsorge

Ein vernünftiger Umgang mit Sonnenlicht verringert das Risiko, an einem malignen Melanom zu erkranken. Auf den Aufenthalt im Freien während der Mittagszeit sollte aufgrund der starken Sonneneinstrahlung verzichtet werden, Sonnenschutzmittel mit einem hohen Lichtschutzfaktor sowie luftige, aber langärmelige Kleidung helfen, einen Sonnenbrand zu vermeiden. Gesicht und Augen schützen ein Sonnenhut und eine Sonnenbrille mit UV-Filter.

Je früher ein malignes Melanom entdeckt und behandelt wird, desto größer sind die Heilungschancen: Regelmäßige Selbstkontrolle der Haut ist daher besonders wichtig. Bei Auffälligkeiten sollte umgehend ein Hautarzt zu Rate gezogen werden! Versicherte über 35 Jahre haben darüber hinaus alle zwei Jahre das Anrecht auf einen kostenlosen Hautkrebs-Check.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

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