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Gesundheitslexikon: Schonkost

Schonkost: sanfte Ernährung für einen empfindlichen Körper

Wer schon einmal im Krankenhaus aufgenommen wurde, erhielt womöglich einen gesonderten Speiseplan für die Dauer des Aufenthaltes. Die Schonkost wird Patienten zugeteilt, die aufgrund einer Erkrankung eine besonders schonende Nahrung benötigen.

Was ist die Schonkost?

Durch die Schonkost soll der Patient eine besonders sanfte Art der Ernährung erfahren. Mediziner gehen davon aus, dass der erkrankte Organismus sich besser regenerieren kann, wenn er seichte Nahrungsmittel bekommt. Die Verdauung soll möglichst unkompliziert verlaufen.

In der Praxis kann eine solche Ernährungsumstellung entweder temporär ablaufen, beispielsweise für die Dauer eines Krankenhausaufenthaltes, oder dem Patienten wird geraten, die Schonkost langfristig im Alltag anzuwenden.

In der heutigen Praxis ist der Lehrsatz, den Körper im Krankheitsfalle durch eine Schonkost zu entlasten, nicht mehr populär. Diese Ernährungsempfehlung findet daher immer weniger Verwendung.

Wie funktioniert die Schonkost?

Bei dieser Ernährungsform steht weniger der physiologische Brennwert im Mittelpunkt, sondern viel mehr die spezielle Verträglichkeit der Nährmittel. Es wird darauf geachtet, wie die einzelnen Nahrungsbestandteile im Organismus verstoffwechselt werden. Dies sollte möglichst leicht für den Magen-Darm-Trakt zu bewerkstelligen sein. Meistens kommen dabei gebündelte Lebensmittelgruppen zum Einsatz, wie eine Ernährung mit einem sehr hohen Anteil von Kohlenhydraten oder eine Kost, welche beinahe ausschließlich auf gedünsteten Gemüsesorten basiert. Die Mediziner versprechen sich von einer isolierten Aufnahme der Lebensmittelgruppen eine vereinfachte Verstoffwechselung im Körper.

Welche Arten von Schonkost gibt es?

Die täglichen Verzehrempfehlungen umfassen vor allem ausgekochte Breie und Schleime (beispielsweise Haferschleim) oder dünn gebundene Suppen. Auch weißes Brot, Brötchen, Zwieback, Gerichte mit Reis und dünner Gemüsebrühe oder stark ausgekochtes Fleisch werden den Patienten empfohlen. Es gibt aber auch Schonkost-Varianten, bei denen der Patient zu allen Mahlzeiten gekochte oder gedünstete Gemüsestücke verzehrt. Bei allen Arten von Schonkost wird dem Kranken auch geraten, den Flüssigkeitsbedarf mit Tees und stark verdünnten Fruchtsäften zu decken. Anregende Produkte, wie Zwiebeln, Gewürze, Südfrüchte oder Süßwaren, sind bei der Schonkost verboten. Auch werden keine rohen Lebensmittel verzehrt, und auf Salz und Kaffee wird ebenfalls verzichtet.

Von wem wird die Schonkost verordnet?

In vielen Krankenhäusern oder ambulanten Zentren arbeiten speziell ausgebildete Assistenten für Ernährung und Versorgung. Diese stellen dem Patienten einen individuellen Ernährungsplan auf. Innerhalb des Krankenhausbetriebes ist die Schonkost im Rahmen der normalen Essensversorgung meistens inkludiert. Patienten, denen die Schonkost auch zu Hause empfohlen wird, erhalten von den Spezialisten umfangreiche Handlungs- und Verzehranweisungen. Diese geben die genauen Mahlzeiten, die Größenangaben und erlaubten Lebensmittel vor.

Bei welchen Beschwerden könnte Schonkost hilfreich sein?

In den vergangenen Jahrzehnten wurde die Schonkost im Klinikalltag häufig verordnet, unabhängig von der Art der Erkrankung. Stark angeschlagene Patienten oder Menschen, denen ein langer Heilungsweg bevorstand, sollten mit dieser Ernährungsform den Körper entlasten.

Was sollte man bei der Schonkost beachten?

Die Schonkost wird mittlerweile nur noch selten eingenommen. Viele Patienten klagten über Verstopfungen und Unwohlsein. Auch der minimierte Anteil an Vitaminen und Mineralstoffen setzte gerade geschwächten Patienten häufig zu. Heute empfehlen Mediziner den Patienten eine ausgewogene und vor allem vollwertige Kost, gerade um den geschwächten Körper ausreichend mit Nähr- und Ballaststoffen zu versorgen.

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