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Gesundheitslexikon: Schnupfen (Rhinitis)

Schnupfen: akut, allergisch oder chronisch?

Schnupfen, auch Rhinitis genannt, ist meist einfach nur lästig. Jeder kennt das: die Nase läuft, die Augen tränen, das Atmen durch die Nase fällt schwer. Durch die verstärkte Bildung von Nasensekret sind Geruchs- und Geschmackssinn beeinträchtigt, häufig hat man mit den Symptomen einer Erkältung zu kämpfen. Kurz: Man fühlt sich gar nicht gut!

Welche Arten von Schnupfen gibt es?

Der akute Schnupfen entsteht durch eine Vireninfektion. Über das Niesen gelangen mit dem Nasensekret Krankheitserreger in die Luft, die von anderen eingeatmet werden. Gerade wenn in der kalten Jahreszeit viele Menschen erkältet sind, ist es schwer, den Viren zu entkommen. Ein geschwächtes Immunsystem begünstigt den Ausbruch der Erkrankung. Akuter Schnupfen hat meist dieselben Symptome wie eine typische Erkältung, also Halsschmerzen, Husten und Abgeschlagenheit. Er dauert normalerweise eine Woche.

Allergischer Schnupfen steht meistens für Heuschnupfen. Sobald die ersten Pollen von Bäumen und Gräsern durch die Luft fliegen, verspüren anfällige Menschen sofort ein Jucken in der Nase. Niesattacken, tränende Augen und Fließschnupfen sind untrügliche Anzeichen für Pollenallergiker, dass es wieder soweit ist. Oft wird der Schnupfen aber nur durch bestimmte Pollen ausgelöst, so dass nur in den Zeiten des jeweiligen Pollenflugs Beschwerden auftreten.

Heuschnupfen dehnt sich manchmal auch auf die Bronchien aus, was ein erhöhtes Risiko für allergisches Asthma darstellt. Hustenanfälle und Atemnot sind erste Anzeichen. Allergischer Schnupfen kann jedoch auch eine krankhafte Reaktion auf Hausstaubmilben, Haare von Haustieren oder Nahrungsmittel sein.

Bei chronischem Schnupfen kämpft der Patient dauerhaft mit beeinträchtigter Atmung und Fließschnupfen. Dabei fließt Schleim auch in den Rachen ab, so dass sich Betroffene häufig räuspern oder husten müssen. Kopfschmerzen und Müdigkeit beeinträchtigen das Wohlbefinden erheblich. Ursachen sind oft anatomische Fehlbildungen im Nasenbereich, eine chronische Entzündung der Nebenhöhlen, aber auch bestimmte Medikamente (z. B. Pille, ACE-Hemmer, etc.).

Behandlung von Schnupfen

Bei akutem Schnupfen können lediglich die Symptome bekämpft und dadurch eine Linderung der Beschwerden erzielt werden. Die wichtigste Botschaft überhaupt lautet: viel trinken! Dadurch werden die Schleimhäute feucht gehalten und ein Anschwellen verhindert. Von abschwellenden Nasensprays sollten Sie nicht übermäßig Gebrauch machen, denn diese trocknen die Schleimhaut aus. Am besten greifen Sie auf bewährte ‚Hausmittel‘ zurück. Wärme, heißer Kräutertee oder Brustwickel sind sehr wohltuend. Das Inhalieren von Latschenkiefernöl oder eine Nasenspülung aus Kochsalzlösung helfen, die Atemwege wieder frei zu bekommen.

Zur Behandlung von allergischem Schnupfen wird häufig eine Immuntherapie (Hyposensibilisierung) durchgeführt, die gerade bei Gräserpollenallergie gut wirkt. Sie erfolgt über Spritzen oder Einnahme von Medikamenten und dauert drei Jahre. Zur sofortigen Linderung der Beschwerden wird vor allem Kortison verschrieben.

Chronischer Schnupfen wird ebenfalls durch Inhalieren oder Nasenduschen gelindert. In schlimmeren Fällen kommt Kortison zum Einsatz. Manchmal kann ein operativer Eingriff Abhilfe schaffen.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

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