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Gesundheitslexikon: Schnarchen

Schnarchen: unbeliebte nächtliche Geräuschbelästigung

Unter Schnarchen versteht man ein Geräusch, das während des Schlafes in den oberen Atemwegen entsteht. Tritt es als eigenständiges Phänomen auf, wird es auch als normales oder kompensiertes Schnarchen bezeichnet und ist in der Regel ungefährlich. Es kann allerdings auch Symptom einer schlafbezogenen Atemstörung wie der obstruktiven Schlafapnoe sein. Starkes, unregelmäßiges Schnarchen sollte deshalb ärztlich abgeklärt werden.

Ursachen

Im Mund- und Rachenraum befinden sich viele Weichgewebe wie Gaumen und Zäpfchen. Während des Schlafes verringert sich die Spannkraft der Muskulatur, wodurch die Weichteilstrukturen leichter in Schwingung geraten können. Außerdem bewirkt die Erschlaffung von Muskulatur und Gewebe eine Verengung der Atemwege. Der dadurch beschleunigte Atemluftstrom lässt die Weichteile der oberen Atemwege flattern wie Fahnen im Wind. Das typische Schnarchgeräusch entsteht in den meisten Fällen durch Vibrationen von Gaumensegel und Zäpfchen. Es kann aber auch durch den Zungengrund erzeugt werden, wenn dieser erschlafft und in den Rachen rutscht.

Der häufigste Grund für einfaches Schnarchen ist eine Behinderung der Nasenatmung durch Erkältungen, Nasennebenhöhlenentzündungen oder Allergien. Eine weitere Ursache ist das Schlafen in Rückenlage, weil dabei meist der Unterkiefer herunterklappt. Bei übergewichtigen Menschen können Fettablagerungen bewirken, dass die Körperspannung nicht ausreicht, um das Schnarchen zu verhindern. Alkohol, Schlafmittel und Psychopharmaka fördern die Erschlaffung von Muskeln und Geweben und damit auch das Schnarchen. Auch eine genetische Veranlagung kann Ursache des Schnarchens sein.

Die Entstehung des Schnarchens ist außerdem geschlechts- und altersabhängig. Männer sind öfter betroffen als Frauen. Auch alte Menschen schnarchen häufiger.

Symptome

Kennzeichnend sind die typischen Säge- und Knattergeräusche. Dabei können Lautstärken von bis zu 90 Dezibel erreicht werden, was dem Lärm eines Presslufthammers entspricht. Die verstärkte Atmung durch den Mund führt mitunter zu Sodbrennen, Mundtrockenheit oder leichten Halsbeschwerden. Betroffene merken vielfach gar nicht, dass sie schnarchen. Allerdings leiden ihre Mitschläfer häufig unter der Situation, was zu sozialen Problemen führen kann.

Diagnose

Zunächst wird der Patient nach typischen Risikofaktoren (Rauchen, Allergien) und Auslösesituationen (Rückenlage, Alkoholkonsum, Einnahme bestimmter Medikamente) befragt. Bei der körperlichen Untersuchung werden Körpergröße und -gewicht überprüft. Wichtig ist auch die Untersuchung von Nase, Rachen und Mundhöhle. Teilweise werden Zahnstatus und Stellung des Unterkiefers analysiert. Um eine schlafmedizinische Erkrankung wie die Schlafapnoe auszuschließen, fragt der Arzt nach typischen Symptomen einer solchen Störung. Er möchte zum Beispiel wissen, wie erholsam der Schlaf des Patienten ist und ob Atemaussetzer auftreten. Falls es Hinweise auf eine schlafbezogene Erkrankung gibt, müssen weiterführende Untersuchungen erfolgen.

Behandlung

Normales Schnarchen gilt nicht als medizinische Gefährdung und wird nur behandelt, wenn der Betroffene es ausdrücklich wünscht. Zu den konservativen Maßnahmen zählen der Abbau von Übergewicht und eine verbesserte Schlafhygiene. Bei leichteren Störungen können Bissschienen und Nasenpflaster hilfreich sein. Nebenhöhlenentzündungen werden mit schleimlösenden Mitteln, Spülungen und Antibiotika behandelt. Operative Eingriffe erfolgen selten und sind umstritten.

Vorbeugung

Vorbeugend wirkt alles, was Schlafqualität und Atmung fördert. Besonders wichtig sind Gewichtsreduktion, das Schlafen in Seitenlage und geregelte Bettzeiten. Vor dem Schlafengehen sollte auf Alkohol und Beruhigungsmittel verzichtet werden.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

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