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Gesundheitslexikon: Schmerztherapie

Schmerz und seine Therapiemöglichkeiten

Schmerz ist ein unangenehmes Sinnes- und Gefühlserlebnis, welches mit einer aktuellen oder potenziellen Gewebeschädigung einhergeht. Dabei ist das Empfinden von Schmerz sehr individuell und von vielerlei Faktoren abhängig. Schmerz, ob akut, wiederkehrend oder chronisch, kann in speziellen Schmerzzentren oder bei ausgewählten Schmerztherapeuten mittels verschiedener Herangehensweisen therapiert werden.

Schmerz ist nicht gleich Schmerz

Das wichtigste Kriterium ist die Schmerz-Differenzierung nach der Entstehungsursache. Ob postoperativ, tumorös bedingt oder krankheitsspezifisch – je klarer die Ursache, desto besser kann der Therapieplan gestaltet werden.

Was ist eine Schmerztherapie?

Eine professionelle Schmerztherapie ist eine Methode, die nicht nur den Schmerz als multifaktorielles Phänomen beachtet, sondern auch Möglichkeiten zur Linderung oder Beseitigung mit den Patienten gemeinsam erarbeitet. Dabei ist absolut notwendig, die Hintergründe der individuellen Schmerzentstehung sowie lindernde und fördernde Faktoren der Betroffenen zu kennen.

Welche Therapiemöglichkeiten bieten sich an?

Ein guter Therapeut, ob in einer Schmerzambulanz oder in einer Praxis, wird sich zuerst mittels Anamnese und Schmerzassessment einen Überblick verschaffen. Dann wird er mit dem Betroffenen gemeinsam einen Therapieplan erstellen, der dem ‚Expertenstandard Schmerz’ in seinen fünf Säulen entspricht.

Im Einzelnen werden Patienten beispielsweise angehalten, ein Schmerztagebuch zu führen, um genaue Aussagen zur Therapie-Wirksamkeit oder Lebensqualität treffen zu können.

Die medikamentöse Schmerzbehandlung umfasst sowohl die Vorbeugung als auch die Behandlung von Schmerzen. Hierzu stehen sowohl gewöhnliche Analgetika als auch schwach und stark wirkende Opioide zur Verfügung. Zur Vermeidung von Nebenwirkungen, wie Obstipation, Übelkeit oder Entzugssymptomatik, versucht man bei nachlassender Wirkung der Analgetika statt einer Dosiserhöhung die Anwendung von sogenannten Begleitmedikamenten. Diese können beispielsweise Glukokortikoide, Antidepressiva oder Antikonvulsiva sein. Mit der entspannenden, entkrampfenden oder entzündungshemmenden Wirkung unterstützen sie die Analgetika nicht nur, sie verstärken zudem deren Wirkung. Aufgrund der niedrigen Dosis der Begleitmedikamente entstehen selten Nebenwirkungen.

Ein weiterer Pfeiler des ‚Expertenstandard Schmerz’ ist die ergänzende nicht-medikamentöse Schmerztherapie. Diese soll das Wohlbefinden steigern, für Entspannung sorgen und nicht zuletzt ebenso Schmerzen lindern. Dabei hat sich die Kombination aus peripher wirkenden Methoden, wie Kälte- und Wärmeanwendungen, Massagen oder TENS, und zentral wirkenden Maßnahmen wie Entspannungsübungen, Imagination oder Aromatherapie bewährt. Diese sind ohne Nebenwirkungen oder Einschränkungen und zeitlich wie auch örtlich unabhängig anwendbar.

Durch eine kontinuierliche und professionelle Schmerztherapie behalten Behandelnde und Patienten den Überblick über Präparate, Nebenwirkungen und andere Besonderheiten. In einer Schmerztherapie findet auch die Patienten- und Angehörigenschulung statt. Diese hat das Ziel, die Betroffenen im Umgang mit Schmerz zu fördern und das Umfeld in ihrer Toleranz zu schulen.

Wo und wie finden sich Schmerztherapeuten?

Professionelle Schmerztherapeuten sind meist in der Schmerzambulanz eines Krankenhauses oder in speziellen Praxen ansässig. Sie haben mindestens eine Ausbildung als Arzt, Heilpraktiker oder Diplompfleger und können oft mit einer Zusatzausbildung als Schmerztherapeut aufwarten. Um einen geeigneten Schmerztherapeuten in Ihrer Nähe zu finden, können Sie sich an die zuständige Kassenärztliche Vereinigung wenden. Diese stellt häufig Online-Suchmaschinen zur Verfügung. Zudem gibt es verschiedene Schmerzgesellschaften, die Ihnen ebenfalls bei der Suche eines Therapeuten behilflich sind.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

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