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Gesundheitslexikon: Schluckauf

Schluckauf: Das steckt hinter dem Hicks

Nahezu jeder Mensch kennt ihn: den Schluckauf. Hierbei handelt es sich um eine reflexartig bedingte Einatmungsbewegung, die durch die Zusammenziehung des Zwerchfells erfolgt. Das Einatmen wird jedoch durch den plötzlichen Verschluss der Stimmlippen unterbunden. Bei diesem Vorgang entsteht das spezifische Geräusch, im Volksmund auch als ‚Hicks‘ bekannt, das typisch für den Schluckauf ist. Wissenschaftliche Forschungen konnten bislang nicht ermitteln, welcher Zweck mit dem Schluckauf einhergeht. In den meisten Fällen ist das Leiden von kurzer Dauer. Allerdings kann die Symptomatik auch auf schwerwiegendere Krankheiten hinweisen. Belastend wird es für die Betroffenen, wenn der Schluckauf langfristig anhält.

Ursachen

Die meisten Auslöser von Schluckauf sind harmlos. In der Regel wird er durch eine temporäre Überdehnung des Magens, womöglich nach einer üppigen Mahlzeit, erzeugt. Auch kohlensäurehaltige und stark gekühlte Getränke, insbesondere alkoholische, können zu Schluckauf führen. Durch diese Umwelteinflüsse kommt es lediglich zu einem kurzfristigen Auftreten des Leidens. Langanhaltender Schluckauf hingegen, der nicht durch erkennbare Faktoren begünstig wird, kann auf schwerwiegende Erkrankungen hinweisen. Hierzu gehören – unter anderem – Gehirntumore, Störungen des zentralen Nervensystems und Magengeschwüre. Auch Nierenversagen, Prostatakarzinome oder Herzinfarkte können den anhaltenden Schluckauf auslösen.

Diagnose

Für das Stellen der Diagnose wird kein Facharzt benötigt – der Betroffene bemerkt schließlich selbst, dass er an Schluckauf laboriert. Falls die lästigen Begleiterscheinungen sich nicht automatisch regulieren, können Mediziner eine konkretere Diagnose stellen. Mithilfe verschiedener Tests und Untersuchungen, etwa Magenspiegelungen, kann ermittelt werden, woraus der chronische Verlauf resultiert.

Behandlung

Es gibt zahlreiche alternative und schulmedizinische Methoden, die zur Behandlung von Schluckauf beitragen können. Zu den beliebtesten und vermeintlich bewährten Methoden zählen Hausmittelchen, die seit Generationen überliefert werden. Viele Betroffene schwören darauf, tief Luft zu holen und den Atem für mindestens 30 Sekunden anzuhalten. Andere empfehlen, den Schluckauf mithilfe einer Ablenkung oder durch Erschrecken aufzulösen. Sportliche Menschen können versuchen, die Systematik mithilfe eines Kopfstandes auszumerzen.

Die Schulmedizin setzt auf intensivere Behandlungsformen. Hierzu gehören medikamentöse Therapien, rektale Massagen sowie die nasale Anwendung von Essig. Auch der Konsum von Cannabis kann das Leiden beseitigen. Generell gilt: Eine erfolgreiche Behandlung erfolgt durch individuelle Maßnahmen.

Vorbeugung

Sofern er nicht durch andere Erkrankungen ausgelöst wird, kann der Schluckauf durch verschiedene Maßnahmen eingedämmt oder verhindert werden. Grundsätzlich ist zu beachten, dass Speisen und Getränke mit Bedacht verzehrt werden sollten. Durch eine schnelle, schlingende Nahrungsaufnahme wird der Magen unkontrolliert gedehnt – dadurch entsteht der vorübergehende Schluckauf. Zudem sollten sehr scharfe Speisen gemieden werden.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

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