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Gesundheitslexikon: Schleudertrauma

Schleudertrauma – meist die Folge eines Verkehrsunfalls

Das Schleudertrauma ist eine Verletzung der Weichteile in der Region um die Halswirbelsäule. Es wird durch eine plötzliche Gewalteinwirkung ausgelöst, die den Kopf schnell hintereinander in zwei entgegengesetzte Richtungen schleudert. Dabei kommt es zu Zerrungen von Muskeln und Bändern; im Extremfall können letztere auch reißen. Eher selten sind Verletzungen an Nerven, Blutgefäßen oder Knochen. Das Schleudertrauma wird zur Beurteilung in fünf Schweregrade – von 0 bis IV – eingeteilt.

Ursachen

Die Ursache des Schleudertraumas ist eine plötzliche heftige Krafteinwirkung, die zuerst eine Bewegung des Kopfes nach vorne mit sofort darauffolgendem Strecken nach hinten bewirkt. Normalerweise würde diese Bewegung von den umliegenden Muskeln, die die Halswirbelsäule stabilisieren, aufgefangen. Da die Krafteinwirkung aber völlig unerwartet kommt, ist die Muskulatur nicht angespannt, so dass der Kopf unkontrolliert nach vorne und hinten schleudert. Am häufigsten passiert das Schleudertrauma bei Verkehrsunfällen, besonders bei Auffahrunfällen. Aber auch beim Kampfsport oder in der Freizeit, zum Beispiel in der Achterbahn, kann es zu dieser Verletzung kommen.

Symptome

Die Beschwerden treten sofort nach dem Unfall auf oder erst Stunden danach. Als Erstes wird eine Bewegungseinschränkung in der Halswirbelsäule wahrgenommen. Der Nacken fühlt sich steif an und beginnt zu schmerzen. Oft strahlen die Schmerzen in den Hinterkopf und in die Schultern aus und steigern sich in ihrer Intensität. Die Halsmuskulatur fühlt sich schwach an und ist geschwollen. Es entsteht das Gefühl, keine Kraft mehr zu haben, um den Kopf zu bewegen. Zusätzlich können Schluckbeschwerden, Schlafstörungen, Schwindel und Sehstörungen auftreten. Auch depressive Verstimmungen kommen nach einem Schleudertrauma vor.

Diagnose

Die Diagnose Schleudertrauma ergibt sich meist schon bei der Schilderung des Unfallhergangs und der Beschwerden. Bei einer körperlichen Untersuchung und anhand von Röntgenaufnahmen erkennt der Arzt das Ausmaß der Verletzung und benennt es nach dem Schweregrad. Bei 0 sind keine Symptome erkennbar, Grad I zeigt Schmerzen und Steifheit im Nacken, Grad II zusätzlich noch Bewegungseinschränkungen und Muskelverspannungen. Bei Grad III kommen neurologische Symptome dazu und Grad IV ist ein Schleudertrauma mit Knochenbruch oder Verschiebung von Knochen. Außerdem muss geklärt werden, ob der Betroffene nach dem Unfall bewusstlos war oder ob Übelkeit auftrat, damit die Beteiligung des Gehirns ausgeschlossen werden kann.

Behandlung

Die Behandlung des Schleudertraumas ist fast immer konservativ, das heißt ohne operativen Eingriff. Früher wurde bei dieser Verletzung eine sogenannte Halskrause oder Halskrawatte angelegt. Allerdings haben Studien gezeigt, dass diese Halsmanschetten eher schaden als nützen. Sie entlasten die Halsmuskeln, die dadurch allerdings schnell steif werden können. Dies verursacht zusätzlich Schmerzen. Heute wird das Schleudertrauma mit Physiotherapie behandelt. Dabei werden – nach ein paar Schontagen – spezielle Haltungsübungen mit dem Patienten trainiert. Begleitend werden Schmerzmittel und eventuell Medikamente zur Entspannung der Muskeln verabreicht. Des Weiteren können die Schwellungen mit kühlen Umschlägen gelindert werden. Handelt es sich um ein schweres Schleudertrauma mit einem Knochenbruch an der Halswirbelsäule, so müssen Kopf und Hals völlig ruhiggestellt werden. Eventuell ist in einem solchen Fall ein operativer Eingriff nötig.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

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