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Gesundheitslexikon: Schlaganfall (Apoplex)

Jeder Schlaganfall ist ein Notfall

Bei einem Schlaganfall kommt es zu einer mindestens 24 Stunden andauernden akuten Minderversorgung von Hirnarealen mit Blut. Die Hirnzellen in dem betroffenen Gebiet bekommen keinen Sauerstoff und keine Nährstoffe mehr. Sie können innerhalb kurzer Zeit absterben und ihre Funktion verlieren. Daraus resultieren je nach betroffenem Gebiet unterschiedliche Ausfälle und Störungen. Die Sterblichkeitsrate beim Schlaganfall ist sehr hoch. Er liegt in Deutschland auf Platz drei der Todesursachen. Deshalb ist schnelles Handeln bei den ersten Anzeichen äußerst wichtig. Oft treten im Vorfeld schon Minischlaganfälle auf, bei denen sich die Ausfälle aber spätestens nach 24 Stunden wieder vollständig zurückbilden. Diese transitorischen ischämischen Attacken (TIA) müssen als Anzeichen für ein erhöhtes Schlaganfallrisiko angesehen werden.

Ursachen

Ein Schlaganfall kann zwei Hauptursachen haben. Bei dem selteneren hämorrhagischen (roten) Insult platzt ein Hirngefäß und es tritt Blut in das umliegende Gebiet aus, das durch seine Raumforderung Schäden hervorrufen kann. Häufig sind Gefäßerweiterungen (Aneurysmen) der Grund für diesen Prozess. Bei einem ischämischen (weißen) Insult wird ein Blutgefäß im Gehirn entweder durch ein Blutgerinnsel (Embolus) akut verstopft oder im Verlauf einer Arteriosklerose allmählich verschlossen. Herzerkrankungen, Diabetes und Bluthochdruck sind ihrerseits Ursachen dieser Prozesse, während Rauchen, Übergewicht und Bewegungsmangel Risikofaktoren darstellen.

Symptome

Infolge eines Schlaganfalls können vielfältige Symptome auftreten. Welche im Einzelfall in Erscheinung treten, hängt vom betroffenen Hirnareal ab. Es können einseitige Lähmungen der Extremitäten- und Gesichtsmuskulatur erscheinen, typischerweise auf der Körperseite, die der geschädigten Hirnhälfte gegenüber liegt. Eine Schädigung des Sprachzentrums kann motorische oder sensorische Aphasien nach sich ziehen, bei denen entweder die Sprachausführung oder das Sprachverständnis beeinträchtigt sind. Sehstörungen können sich in einem Gesichtsfeldausfall oder dem Auftreten von Doppelbildern äußern. Koordinationsprobleme machen sich besonders als Gangunsicherheit bemerkbar, die häufig von Schwindel begleitet wird. Neben diesen treten bisweilen unspezifische Symptome wie Übelkeit, Erbrechen oder starker Kopfschmerz auf, die oft nicht mit einem Schlaganfallgeschehen in Verbindung gebracht werden.

Diagnose

In der körperlichen Untersuchung testet der Arzt die motorischen Funktionen, die Sprach- und Sehfähigkeit und die sensiblen Qualitäten. Bildgebende Verfahren geben ihm genauere Auskünfte über die Lokalisation und das Ausmaß des Geschehens. Für die Darstellung der Hirnregionen werden die Computertomografie (CT) und die Magnetresonanztomografie (MRT) eingesetzt. Mit der Dopplersonografie kann die Durchlässigkeit der zuführenden Blutgefäße untersucht werden, vor allem der Halsschlagader.

Behandlung

Die Durchlässigkeit eines verstopften Gefäßes kann in den ersten vier Stunden durch die gezielte Verabreichung hochwirksamer Blutverdünner wieder hergestellt werden. Dadurch besteht die Chance, dass sich die betroffenen Funktionen wieder erholen. Ansonsten stehen die Notfallversorgung mit der Überwachung der Vitalparameter und die ärztliche Therapie der Grunderkrankungen zunächst im Vordergrund. Danach folgt schon in der stationären Phase, besonders aber in der nachfolgenden Rehabilitation die Behandlung der ausgefallenen Funktionen. Hier kümmern sich Physiotherapeuten und Ergotherapeuten um die motorischen Probleme, während Logopäden die Sprachstörungen angehen.

Vorbeugung

Die Vorbeugung eines Schlaganfalls besteht aus der Behandlung der verursachenden Grunderkrankungen und der Ausschaltung der Risikofaktoren. Die ärztliche Therapie des Bluthochdrucks und des Diabetes, aber auch die Rauchentwöhnung, regelmäßige Bewegung, Gewichtsreduktion und eine Ernährungsumstellung können das Schlaganfallrisiko senken.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

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