Gesundheitslexikon Gesundheitslexikon

Gesundheitslexikon: Schlafstörungen

Was tun gegen Schlafstörungen?

Schlafstörungen, oder auch 'Insomnie' genannt, liegen dann vor, wenn der Mensch keinen erholsamen durchgehenden Schlaf findet, schlecht ein- und kaum ausschläft. Am nächsten Morgen fühlt er sich müde bzw. erschöpft. Schlafstörungen können jeden Menschen gelegentlich heimsuchen. Etwa ein Drittel der Deutschen behaupten, zeitweise unter 'Insomnie' zu leiden.

Ursachen

Schlafstörungen können psychische Ursachen haben sowie durch äußere Umstände oder Erkrankungen hervorgerufen werden. Die Hauptursachen für eine vorübergehende Schlafstörung können der Genuss von üppigen Speisen vor dem Zubettgehen und koffeinhaltige Getränke, wie Kaffee oder Tee, sein. Lärm- und Lichteinfluss, beruflicher bzw. körperlicher Stress, die Einnahme bestimmter Medikamente oder auch der Genuss von Alkohol bzw. Nikotin sowie ein wechselnder Tag-Nacht-Rhythmus, etwa bei Schichtdienst, können verantwortlich für Schlafstörungen sein. Auch nach einer langen Flugreise, bei der mehrere Zeitzonen überquert werden, kann eine Schlafstörung auftreten – sie wird dann 'Jetlag' genannt. Zudem können Angstzustände, Depressionen und schlafbezogene Atmungs- oder Bewegungsstörungen 'Insomnien' auslösen. Es kann sich um Herz-Kreislauf- oder Atemwegserkrankungen handeln. Magenleiden, Sodbrennen sowie 'Migräne', aber auch 'Fibromyalgie', Hormonstörungen oder neurologische Erkrankungen können ebenso Verursacher sein.

Symptome

Jeder, der einmal um seinen Schlaf gebracht wurde, weil er nicht einschlafen konnte, mehrmals während der Nacht wach geworden ist oder nicht ausgeschlafen hat, kennt die Folgen. Zu den Symptomen gehören etwa Gereiztheit, Nervosität, schnelles Frieren, schlechte Laune, depressive Verstimmung, verminderte Konzentration und Leistung sowie Müdigkeit am Folgetag. Wenn Sie das Gefühl haben, gut geschlafen zu haben, sich aber dennoch oftmals am nächsten Tag müde und niedergeschlagen fühlen, dann könnte dies auf eine Schlafstörung hinweisen, die durch eine körperliche oder psychische Erkrankung hervorgerufen wird, wovon Sie allerdings nichts mitbekommen.

Diagnose

Treten die Symptome chronisch, also über einen Zeitraum von einem Monat und mindestens dreimal pro Woche auf, dann lassen Sie sich von einem Arzt untersuchen. Dieser wird Sie über Ihre Lebensgewohnheiten und Ihre Krankheitsgeschichte befragen. Eventuell werden Sie über eine oder zwei Wochen eine Art Schlaftagebuch führen, um Art der Schlaflosigkeit, Schlafzeiten und Ihre Lebensgewohnheiten sowie Ihren Konsum festzuhalten. Gibt eine Analyse keinen Aufschluss, kann der Arzt Ihnen ein sogenanntes 'Aktometer' mit nach Hause geben, welches mithilfe eines Sensors die Wach- und Schlafphasen misst. Bei Verdacht auf Atemaussetzer während des Schlafes ('Schlafapnoe') werden Atmung, Puls und Schlaflage mithilfe eines Screening-Gerätes, bestehend aus Nasenbrille und Brustgurt, aufgezeichnet. Eine genaue Analyse der 'Schlafapnoe' oder auch bei 'Parasomnien' (z.B. Schlafwandeln) erfolgt durch exakte Messungen in einem Schlaflabor.

Behandlung

Schlafstörungen können durch Psychotherapien und Pharmazeutika behandelt werden. Präparate pflanzlichen Ursprungs, wie etwa aus Melisse, Baldrian oder Hopfen sind gut verträglich, helfen jedoch erst bei regelmäßiger Einnahme nach mehreren Tagen. Eine Behandlung mit Schlafmitteln, wie 'Benzodiazepanen' oder Antidepressiva wirkt rasch, ist aber aufgrund der hohen Suchtgefahr umstritten.

Vorbeugung

Verzichten Sie vor dem Zubettgehen auf aufputschende Substanzen und entspannen Sie sich. Sorgen Sie für eine angenehme Schlafumgebung und eine gute Schlafunterlage. Versuchen Sie außerdem einen regelmäßigen Schlaf-Wach-Rhythmus einzuhalten.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

Anzeige