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Gesundheitslexikon: Schlaflabor

Schlaflabor – dem Schlaf auf der Spur

In einem Schlaflabor steht der Schlaf von Patienten im Mittelpunkt der Untersuchung. Mit Hilfe wissenschaftlicher Methoden wird das individuelle Schlafverhalten beobachtet, geprüft und bewertet. Alleine in Deutschland leidet jeder dritte Erwachsene an Schlafstörungen, die sich negativ auf den Alltag auswirken. Die Analyse im Schlaflabor kann bei der Ursachenfindung helfen.

Was erwartet den Patienten im Schlaflabor?

Die besondere Institution der Medizin ist in verschiedene Bereiche aufgeteilt. Für Patienten sind Einzelzimmer vorhanden, die nur die wichtigsten Dinge enthalten. Fachliches Personal und notwendige Apparaturen sind in separaten Räumen untergebracht und dienen als Aufenthaltsort für Ärzte und Mitarbeiter. Der zentrale Punkt für einen Patienten bildet das Bett. Sinn und Zweck der speziellen Untersuchungen ist es, das individuelle Schlafverhalten festzuhalten und zu bewerten. Mediziner sind anhand der erfassten Daten in der Lage, Störungen des Schlaf-Wachrhythmus zu erklären und zu behandeln. Die ‚Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin‘ legte in einer Leitlinie fest, welche Auffälligkeiten zur Überweisung in ein Schlaflabor führen. Hierzu gehören beispielsweise schwere Schlafstörungen mit Beeinträchtigung der Leistungsfähigkeit, chronische resistente Schlafstörungen, die seit mehr als sechs Monaten bestehen, der Verdacht auf organisch bedingte Schlafstörungen, auffälliges Verhalten im Schlaf mit unklarer Ursache sowie Störungen des Schlaf-Wachrhythmus.

Die umfangreiche Untersuchung in einem Schlaflabor wird als kardiorespiratorische Polysomnografie bezeichnet und macht viele Instrumente notwendig. Ein EEG misst Hirnströme und Schlafphasen und gibt Rückmeldung über die Tiefe der Schlafeinheit. Des Weiteren werden Herzfrequenz, Herzrhythmus und der Sauerstoffgehalt dauerhaft gemessen und beobachtet. Die Augenbewegungen, der Atemfluss, Bewegungen, Schnarchverhalten und Lageveränderungen werden detailliert überprüft und mittels Infrarotkamera gefilmt.

Was bedeutet die Diagnose Schlafapnoe?

Ursachen für einen unzureichenden oder qualitativ schlechten Schlaf gibt es viele. Die physische und psychische Verfassung spielen eine wesentliche Rolle. Die Schlafapnoe gehört zu den bekanntesten Diagnosen aus dem Bereich der Schlafmedizin und kann lebensbedrohliche Konsequenzen bergen. Gefährliche Atemaussetzer sind tückisch und sollten daher näher untersucht werden. Die Atempausen werden im medizinischen Terminus als Apnoe bezeichnet und bewirken eine Reduktion des Sauerstoffgehalts im Blut. Sobald der Gehalt bedrohlich schwindet, wird der Körper alarmiert und der Betroffene schnappt nach Luft. Verengte Atemwege, Übergewicht und mehr können Ursache sein. Zu den Symptomen zählen beispielsweise Tagesmüdigkeit, Sekundenschlaf und das Restless-Leg-Syndrom.

Warum ist Schlaf so wichtig für Menschen und auch Tiere?

Dank des schlafenden Zustands kann ein Organismus zur Ruhe finden. Schlaf unterscheidet sich deutlich vom Wachzustand und beinhaltet verschiedene Phasen. Die typischen Lebenszeichen wie Atemfrequenz, Herzfrequenz und Blutdruck nehmen ab und unterstützen damit den Prozess des Schlafens. Die standardisierten Testverfahren im Schlaflabor sind vielfältig und dienen der Normalisierung des Schlafverhaltens, indem mit den ermittelten Daten eine Therapie festgelegt werden kann. In welchem Umfang und wie lange die Kontrolle im Schlaflabor notwendig ist, legen die Fachärzte in einem Vorgespräch fest. Eine Nachuntersuchung informiert über die Ergebnisse und daraus resultierende Therapieempfehlungen.

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