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Gesundheitslexikon: Schizophrenie

Was ist Schizophrenie?

Hinter dem Begriff Schizophrenie verbirgt sich ein schweres psychisches Krankheitsbild, bei dem das Fühlen, das Denken, die Wahrnehmung und die Verarbeitung sowie Bewertung der Eindrücke des Betroffenen nicht mehr in der üblichen Weise übereinstimmen. Bei der Schizophrenie trennt man zwischen Symptomen während der akuten Krankheit und Anzeichen außerhalb des akuten Krankheitsstadiums. Häufige Störungen dieser Krankheit sind das sogenannte Stimmenhören und der Wahn, dass man verfolgt oder kontrolliert wird. Je nachdem welche Symptome vorherrschend sind, unterscheidet man bei dieser Krankheit mehrere schizophrene Störungstypen.

Ursachen

Bei der Entstehung der Schizophrenie geht man von mehreren Faktoren als Ursache aus. Hierbei spielen Umwelteinflüsse, biographische Faktoren und Genetik eine große Rolle. Man nimmt an, dass von der Schizophrenie betroffene Menschen bereits vor dem Krankheitsbeginn über eine geringere Toleranz gegenüber seelischen und körperlichen Belastungsfaktoren verfügen. Durch ein Ungleichgewicht von Botenstoffen im menschlichen Gehirn kommt es zu Störungen der Informationsverarbeitung und in weiterer Folge zum Krankheitsbild der Schizophrenie. Bei den Betroffenen sind neben den Stoffwechselstörungen im Gehirn auch veränderte Gehirnstrukturen im Vergleich zu gesunden Menschen zu erkennen.

Symptome

Erkrankt man an der Schizophrenie, treten charakteristische Symptome wie Ich-Störungen, Sinnestäuschungen, Denkstörungen und motorische Unruhe auf. Viele Betroffenen leiden an Halluzinationen, bei denen die Patienten etwas hören, sehen, fühlen, riechen oder schmecken, was andere Menschen nicht wahrnehmen können. Oftmals hören die Betroffenen Stimmen, obwohl sich niemand im Raum befindet. Bei Ich-Störungen sind die Patienten überzeugt davon, dass sie keine Kontrolle mehr über die eigenen Gedanken haben. Die Betroffenen sind der Meinung, dass andere Menschen ihre Gedanken lesen und ihre Handlungen steuern können. Genauso wie beim Wahn wird bei Ich-Störungen der Wille des Patienten durch die Krankheit beeinflusst.

Diagnose

Die Diagnose der Schizophrenie sollte stets mit ausgeprägter Sorgfalt durchgeführt werden, da viele Symptome der Schizophrenie auch durch Epilepsie, durch andere Erkrankungen des Gehirns, durch Stoffwechselstörungen oder auch durch Drogenkonsum hervorgerufen werden können. Die Diagnose wird durch ein ausführliches Gespräch mit dem Betroffenen und den Angehörigen gestellt, bei dem die typischen Beschwerden erfragt werden. Darüber hinaus werden körperliche und neurologische Untersuchungen durchgeführt, um andere Erkrankungen ausschließen zu können.

Behandlung

Bei der Behandlung der Schizophrenie gilt: Je länger diese Krankheit unbehandelt bleibt, desto negativer ist der Verlauf. Daher sollte diese Erkrankung so früh wie möglich erkannt und therapiert werden. Viele schizophrene Erkrankungen können ambulant gut behandelt werden, wobei die medikamentöse Therapie gerne mit psychotherapeutischen und soziotherapeutischen Maßnahmen kombiniert wird. Durch die individuelle Förderung des Patienten ist es möglich, dass der Krankheitsverlauf positiv beeinflusst und eine größtmögliche Eigenständigkeit erreicht wird.

Vorbeugung

Eine frühzeitige Behandlung ist die beste Vorbeugung, um die Krankheit Schizophrenie abzumildern. Wichtig ist eine gute Aufklärung über die Krankheit, damit die Betroffenen Warnsignale rasch erkennen und daraufhin therapeutische Hilfe in Anspruch nehmen können.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

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