Gesundheitslexikon Gesundheitslexikon

Gesundheitslexikon: Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose)

Ein Struma – im Volksmund Kropf genannt - kann ein Hinweis auf eine Schilddrüsenunterfunktion sein.
Ein Kropf, auch Struma genannt, kann ein Hinweis auf eine Schilddrüsenunterfunktion sein. © Fotolia Deutschland

Was ist eine Schilddrüsenunterfunktion bzw. Hypothyreose?

Wenn Sie normal essen und trotzdem an Gewicht zunehmen, ist es möglich, dass eine Unterfunktion der Schilddrüse dafür verantwortlich ist. Dann produziert die Schilddrüse weniger Hormone als Ihr Körper benötigt.

Ursachen

Eine Schilddrüsenunterfunktion ist möglicherweise angeboren, dann diagnostizieren und behandeln Mediziner sie beim routinemäßigen Screening der Neugeborenen. Viel häufiger tritt die Hypothyreose aber erst im Erwachsenenalter auf, betroffen sind dann oft Frauen, die zwischen 40 und 50 Jahre alt sind. Hier liegt die Ursache meist in einer chronischen Entzündung der Schilddrüse, die durch eine Abwehrreaktion des Körpers gegen das Organ entsteht (die sogenannte Hashimotothyreoiditis). Weitere mögliche Ursachen für eine Schilddrüsenunterfunktion sind Störungen des Organs selbst, Jodmangel oder eine Störung des Steuerungszentrums im Gehirn. Das hat dann die Folge, dass die Schilddrüse Hormone nicht in ausreichender Menge produziert. Ein Sonderfall ist die postpartale Thyreoiditis nach der Entbindung, die bei der Hälfte der erkrankten Frauen wieder ausheilt.

Symptome

Es gibt einige Symptome, die gegebenenfalls auf eine Schilddrüsenunterfunktion hinweisen. Da diese in der Regel nur geringe Beschwerden verursachen, erkennen viele die zugrunde liegende Erkrankung nicht gleich. Häufige Symptome sind Müdigkeit und verminderte Leistungsfähigkeit, Gewichtszunahme, erhöhte Kälteempfindlichkeit und verlangsamte Reflexe. Haare und Fingernägel werden in manchen Fällen spröde und brüchig, die Haut wirkt blass und trocken. Manchmal wird die Stimme heiser oder tiefer und die Sprache etwas undeutlich. Deutliche Hinweise auf eine Schilddrüsenerkrankung geben stark geschwollene Augenlider, Schwellungen an Armen, Beinen oder im Gesicht sowie ein Kropf.

Diagnose

Ihr Arzt veranlasst zunächst eine Blutuntersuchung, bei der er den Wert des Hormons TSH bestimmt. Ist dieser erhöht, ist dies ein deutlicher Hinweis auf eine Hypothyreose. Gleichzeitig ermitteln Mediziner die Hormonwerte der Schilddrüse. Bei einer Unterfunktion sind diese zu niedrig oder liegen eben noch im Normbereich. Im Fall der Hashimotothyreoiditis lassen sich aufgrund der Abwehrreaktion des Körpers oft Antikörper gegen Thyreoglobulin und Thyroxinperoxidase (TPO-Antikörper) im Blut nachweisen. Neben der Blutuntersuchung gibt auch eine Ultraschalluntersuchung, die Untersuchung einer Gewebeprobe (Biopsie) oder ein Funktionstest der Schilddrüse Aufschluss darüber, ob eine Hypothyreose vorliegt.

Behandlung/Therapie

Ist die Schilddrüsenunterfunktion festgestellt, lässt sie sich mit Hormongaben in Tablettenform behandeln. Zwar sind Sie gezwungen, diese Tabletten in der Regel Ihr ganzes Leben lang einzunehmen. Sie sind dafür aber in der Lage, ein völlig normales Leben zu führen. Ist ein Jodmangel Ursache der Unterfunktion Ihrer Schilddrüse, gleichen Sie auch diesen Mangel mit Tabletten aus.

Vorbeugung

Nur gegen eine durch Jodmangel verursachte Schilddrüsenunterfunktion gibt es Maßnahmen zur Vorbeugung. Besonders werdende Mütter und Stillende haben einen erhöhten Jodbedarf. Sie erkundigen sich am besten bei ihrem Arzt, ob er die Einnahme von Jod in Tablettenform empfiehlt. Alle anderen setzen nach Möglichkeit häufig (ein bis drei Mal pro Woche) Seefisch wie Kabeljau oder Dorsch auf den Speiseplan. So beugen Sie einem Jodmangel auf natürliche Weise vor.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

Anzeige