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Gesundheitslexikon: Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose)

Anzeichen einer Schilddrüsenüberfunktion können sehr vielfältig sein
Eine Schilddrüsenüberfunktion kann sich durch viele unterschiedliche Symptome äußern. © Fotolia

Was ist eine Schilddrüsenüberfunktion bzw. Hyperthyreose?

Eine Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) beschleunigt den Stoffwechsel durch eine zu hohe Konzentration an Schilddrüsenhormonen und äußert sich sehr unterschiedlich. Erste Anzeichen sind starkes Schwitzen, innere Unruhe und Herzklopfen.

Eine Hyperthyreose liegt vor, wenn die Schilddrüse die Schilddrüsenhormone Thyroxin (T4) und Trijodthyronin (T3) übermäßig produziert. Unter anderem spielen sie eine wichtige Rolle im Energiestoffwechsel des Körpers und wirken sich deshalb auf Kreislauf und Herz aus.

Ursachen

Die Ursachen für eine Hyperthyreose können sehr unterschiedlich sein.

- Autoimmunerkrankung:

Bei Kindern und Jugendlichen ist eine Hyperthyreose meist auf die Autoimmunerkrankung Morbus Basedow zurückzuführen, bei der bestimmte Antikörper des körpereigenen Abwehrsystems die Schilddrüsenzellen zur unkontrollierten Produktion und Freisetzung von Hormonen anregen.

- schwangerschaftsbedingte Schilddrüsenüberfunktion:

Während der Schwangerschaft kann eine milde Form der Hyperthyreose auftreten, die sich meist wieder von selbst normalisiert. Liegt jedoch eine dauerhafte Überproduktion von Schilddrüsenhormonen vor, so kann es zu Fehlgeburten, Missbildungen des Kindes oder zu Frühgeburten kommen. Im Fall von Morbus Basedow können Antikörper von der Mutter auf das Kind übertragen werden und damit beim Kind eine Schilddrüsenüberfunktion auslösen.

- funktionelle Autonomie:

Bei der funktionellen Schilddrüsenautonomie bilden Teile der Schilddrüse selbstständig Hormone. Diese autonomen Areale (meist Knoten) steuern sich selbst und unterliegen nicht mehr der Steuerung durch die Hypophyse (Hirnanhangsdrüse). Wenn die Hormonproduktion dieser Bereiche den Bedarf des Körpers übersteigt, kommt es zur Schilddrüsenüberfunktion.

- seltene Ursachen:

Bei einer Überdosierung von Schilddrüsenhormonen, Entzündungen der Schilddrüse (Thyreoiditis), Tumoren der Hirnanhangsdrüse, die Einnahme jodhaltiger Medikamente, Untersuchungen mit jodhaltigen Kontrastmitteln oder bei bestimmten Formen von Schilddrüsenkrebs kann es ebenso zu einer Hyperthyreose kommen.

Symptome

Häufige Symptome einer Schilddrüsenüberfunktion sind:

- Wärmeintoleranz

- erhöhte Schweißneigung

- Gewichtsverlust mit großem Appetit

- Hyperaktivität

- Schlafstörungen

- Herzrhythmusstörungen

- Bluthochdruck

- Muskelschwäche

- Menstruationsstörungen

- Haarausfall

- Zittern (Tremor)

- häufiger Durchfall


Falls die Schilddrüsenüberfunktion auf der Autoimmunerkrankung Morbus Basedow beruht, ist zusätzlich ein Hervortreten der Augäpfel sowie eine Kropfbildung der Schilddrüse zu beobachten.

Diagnose

Nach einer sorgfältigen Durchführung einer Anamnese werden bei Verdacht auf eine Hyperthyreose folgende Untersuchungen ausgeführt:

Blutuntersuchung:

Bei der Untersuchung des Blutes werden die Schilddrüsenhormone T3 und T4 bestimmt. Ebenso das Thyreoidea-stimulierendes Hormon (TSH), das in der Hirnanhangsdrüse produziert wird und die Hormonbildung der Schilddrüse beeinflusst. Besteht eine Schilddrüsenüberfunktion, ist die Konzentration an TSH erniedrigt und die Konzentrationen von T3 und T4 erhöht. Wird Morbus Basedow als Auslöser der Schilddrüsenüberfunktion festgestellt, lassen sich spezielle Antikörper im Blut nachweisen.

Schilddrüsenszintigrafie:

Bei der Schilddrüsenszintigrafie wird mithilfe eines radioaktiven Kontrastmittels die Aufnahme von Jod in die Schilddrüse bildlich dargestellt.

Ultraschalluntersuchung (Sonografie):

Mit diesem bildgebenden Verfahren lassen sich die Struktur und die Größe der Schilddrüse ermitteln und eventuelle Knoten lokalisieren.

Behandlung

Die Schilddrüsenüberfunktion wird je nach Ursache mit Medikamenten (sogenannte Thyreostatika) oder mit einer Radiojodtherapie behandelt. Manchmal kann auch eine Operation infrage kommen, besonders bei knotigen Veränderungen und Vergrößerungen der Schilddrüse.

Falls eine bestehende Schilddrüsenüberfunktion nicht behandelt wird, kann es zu einer thyreotoxischen Krise kommen, die ohne schnelle Hilfe lebensbedrohlich ist.

Vorbeugung

Eine direkte Vorbeugung für eine Überfunktion der Schilddrüse gibt es nicht. Jedoch können Sie darauf achten, dass Sie Jod in ausgewogener Weise zu sich nehmen.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

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