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Gesundheitslexikon: Schilddrüse

Schilddrüsenszintigraphie der Schilddrüse
Mithilfe der sogenannten Szintigraphie kann man die Schilddrüse untersuchen. © dpa, Jan-Peter Kasper

Wie die Schilddrüse den Körper beeinflusst

Die Schilddrüse beeinflusst als Hormonproduzent viele der wichtigsten Steuerprozesse des menschlichen Körpers. Die walnussgroße Drüse reguliert unter anderem den Stoffwechsel und das Zellwachstum und spielt bei der Entwicklung von Neugeborenen eine entscheidende Rolle.

Hormondrüse steuert viele wichtigen Körperfunktionen

Die Schilddrüse ist eine Hormondrüse, die sich unterhalb vom Kehlkopf vor der Luftröhre befindet. Ihre zwei Lappen, die miteinander verbunden sind, liegen rechts und links an der Luftröhre. Die wichtigsten Funktionen sind die Bindung von Jod sowie die Produktion der Hormone Triiodthyronin, Thyroxin. Diese sind essentiell für den Energiestoffwechsel und das Zellwachstum. Calcitonin ist ein Hormon zur Verhinderung des Knochenabbaus.

Größte Drüse des Menschen

Die Schilddrüse, die unmittelbar an der Luftröhre und unterhalb des Kehlkopfes liegt, hat beim Menschen die Form eines Schmetterlings. Beim Erwachsenen in gesundem Zustand hat sie in etwa die Größe einer Walnuss, und ist damit die größte endokrine Drüse des Menschen. Beim Erwachsenen wiegt sie durchschnittlich 18-60 Gramm, beim Neugeborenen 2-3 Gramm.

Steuerung von Wachstum und Wohlbefinden

Die Schilddrüsenhormone sind für die Entwicklung und das Wachstum von Neugeborenen von höchster Bedeutung. Aber auch der Stoffwechsel von Erwachsenen und der Zustand der Organe werden über die Schilddrüse geregelt. Herz und Kreislauf werden durch sie ebenso reguliert wie die Darmmotorik sowie die Zucker- und Fettverbrennung. Auch für das Gehirn spielt die Schilddrüse eine nicht unerhebliche Rolle. Schilddrüsenhormone wirken außerdem auf die Expression von Genen. Dies wirkt sich insbesondere bei Neugeborenen auf die Gehirnentwicklung aus: Bei Mangel können sich neurologische Störungen entwickeln.

Schilddrüsenunterfunktion

Die Symptome der Schilddrüsenunterfunktion sind sehr vielschichtig. Dazu gehören Symptome wie Kälteempfindlichkeit, Verstopfung, Übergewicht oder ein verlangsamter Puls. Sie entwickelt sich zumeist aufgrund einer Autoimmunerkrankung. Diese treten bei Frauen hormonbedingt 10 Mal häufiger auf als beim Mann. Behandelbar ist die Schilddrüsenunterfunktion durch ein Schilddrüsenmedikament, welches das Hormon Thyroxin enthält und so die Unterfunktion ausgleicht.

Schilddrüsenüberfunktion

Produziert die Schilddrüse zu viele Schilddrüsenhormone, spricht man von der Schilddrüsenüberfunktion. Die Folge ist eine erhöhte Geschwindigkeit einiger Stoffwechselprozesse. Dies kann sich unter Anderem in Gewichtsverlust, Schlaflosigkeit, vermehrtem Stuhlgang oder erhöhter Nervosität bemerkbar machen. Zur Behandlung muss zunächst die genauen Ursachen der Schilddrüsenüberfunktion ermittelt werden. Diese können unterschiedliche zugrundeliegende Krankheiten sein, häufig Autoimmunerkrankungen wie ‚Morbus Basedow‘.

Kropf- und Knotenbildung

Kropf- und Knotenbildungen der Schilddrüse entstehen durch Jodmangel. Um den Mangel auszugleichen, produziert der Körper zusätzliches Gewebe, wodurch sich ein Kropf oder Knoten bilden. Dieser häufigsten aller Funktionsstörungen der Schilddrüse kann durch genügend Jodzufuhr vorgebeugt werden – enthalten ist Jod in Speisesalz, Meeresfischen und Milchprodukten. Die Kropf- und Knotenbildung kann je nach Ausprägung auf drei Arten behandelt werden: operativ, durch Bestrahlung oder mithilfe von Medikamenten.

Schilddrüsenentzündungen

Akute Entzündungen der Schilddrüse können durch Bakterien oder eine vorangegangene Virusinfektion auftreten. Die chronische Schilddrüsenentzündung ist auf eine Funktionsstörung des eigenen Immunsystems zurückzuführen. Man bemerkt ihr Auftreten durch Halsschmerzen, Fieber und Abgeschlagenheit. Behandlungsmethoden müssen aufgrund des genauen Krankheitsbildes individuell bestimmt werden.

‚Basedowsche Krankheit‘

Die ‚Basedowsche Krankheit‘ ist eine Autoimmunkrankheit. Sie tritt spontan auf und führt zu einer Schilddrüsenüberfunktion. Beim überwiegenden Teil der Erkrankten treten neben den üblichen Beschwerden der Überfunktion Reizungen der Augen sowie stark hervortretende Augäpfel auf.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

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